Eine Verbrennung 2. Grades ist eine mittelschwere Brandverletzung, die durch charakteristische Blasenbildung und starke Schmerzen gekennzeichnet ist. In Deutschland erleiden jährlich tausende Menschen Verbrennungen zweiten Grades, wobei die meisten Unfälle im häuslichen Bereich auftreten. Die richtige Behandlung ist entscheidend für eine komplikationslose Heilung und die Vermeidung von Narbenbildung.
Verbrennungen 2. Grades betreffen sowohl die oberste Hautschicht (Epidermis) als auch Teile der darunterliegenden Lederhaut (Dermis). Im Gegensatz zu oberflächlichen Verbrennungen ersten Grades bilden sich bei Brandwunden zweiten Grades typische Blasen, die mit Flüssigkeit gefüllt sind. Diese Art der Verbrennung erfordert besondere Aufmerksamkeit in der Behandlung und kann je nach Ausprägung unterschiedlich lange zur Heilung benötigen.
Was ist eine Verbrennung 2. Grades?
Eine Verbrennung 2. Grades wird medizinisch als partielle Verbrennung eingestuft und betrifft mehrere Hautschichten. Ärzte unterscheiden dabei zwischen zwei Unterformen: der oberflächlichen Verbrennung zweiten Grades (2a) und der tiefen Verbrennung zweiten Grades (2b).
Bei einer oberflächlichen Verbrennung 2. Grades (2a) sind die Epidermis und die oberen Schichten der Dermis betroffen. Die Heilung erfolgt meist innerhalb von 10-14 Tagen ohne Narbenbildung. Die tiefe Verbrennung 2. Grades (2b) reicht bis in die tieferen Schichten der Dermis und benötigt 2-6 Wochen zur Heilung, wobei häufig Narben zurückbleiben.
Die häufigsten Ursachen für Verbrennungen zweiten Grades sind heißes Wasser, Dampf, heiße Oberflächen, Feuer, chemische Substanzen oder elektrischer Strom. Auch schwere Sonnenbrände können zu einer Verbrennung 2. Grades führen.
Symptome einer Verbrennung 2. Grades
Das charakteristischste Merkmal einer Verbrennung zweiten Grades ist die Blasenbildung. Diese Blasen entstehen durch die Ansammlung von Wundflüssigkeit zwischen den geschädigten Hautschichten und sind ein deutliches Zeichen dafür, dass die Verletzung über eine oberflächliche Verbrennung hinausgeht.
Weitere typische Symptome einer Brandwunde zweiten Grades sind:
- Starke, brennende Schmerzen
- Rötung und Schwellung der betroffenen Haut
- Glänzende, feuchte Hautoberfläche
- Nässende Wunden
- Rosa bis rote Verfärbung, teilweise mit weißlichen Bereichen
- Hohe Berührungsempfindlichkeit
- Wärmeentwicklung im verletzten Bereich
Bei größeren Verbrennungen zweiten Grades können zusätzlich systemische Symptome wie Schüttelfrost, Übelkeit oder Schwächegefühl auftreten. Die Intensität der Schmerzen ist bei Verbrennungen 2. Grades besonders ausgeprägt, da die Nervenendigungen noch intakt sind.
Aussehen und visuelle Merkmale
Das Erscheinungsbild einer Verbrennung 2. Grades entwickelt sich in den ersten Stunden nach der Verletzung. Zunächst zeigt sich eine deutliche Rötung der Haut, die sich von einer Verbrennung ersten Grades durch die beginnende Blasenbildung unterscheidet.
Die charakteristischen Blasen können unterschiedlich groß sein – von kleinen, punktförmigen Bläschen bis hin zu großflächigen, prallen Blasen. Die Haut zwischen den Blasen erscheint oft glänzend und feucht, mit einer rosa bis rötlichen Färbung. Bei tieferen Verbrennungen 2. Grades können auch weißliche oder blasse Bereiche sichtbar sein.
Im Gegensatz zu Verbrennungen dritten Grades, bei denen die Haut weiß oder verkohlt erscheint und keine Schmerzen entstehen, sind Verbrennungen zweiten Grades durch ihre intensive Schmerzreaktion und die charakteristische Blasenbildung eindeutig zu identifizieren.
Erste Hilfe und Sofortmaßnahmen
Die richtige Erstversorgung einer Verbrennung 2. Grades ist entscheidend für den Heilungsverlauf. Der wichtigste erste Schritt ist die sofortige Kühlung der verbrannten Stelle mit fließendem, lauwarmem Wasser für 10-20 Minuten. Das Wasser sollte eine Temperatur zwischen 15-25°C haben – zu kaltes Wasser kann zusätzliche Schäden verursachen.
Wichtige Sofortmaßnahmen bei einer Verbrennung zweiten Grades:
- Sofortige Kühlung mit lauwarmem, fließendem Wasser
- Entfernung von Kleidung und Schmuck aus dem verbrannten Bereich
- Schutz der Wunde vor Verunreinigungen
- Blasen keinesfalls aufstechen
- Keine Hausmittel wie Butter, Mehl oder Zahnpasta anwenden
Bei größeren Verbrennungen zweiten Grades (mehr als 5% der Körperoberfläche), Verbrennungen bei Kindern oder älteren Menschen, sowie Verbrennungen im Gesicht, an Händen, Genitalien oder über Gelenken sollte umgehend der Notarzt unter 112 verständigt werden.
Behandlung zu Hause
Kleinere Verbrennungen zweiten Grades können unter bestimmten Voraussetzungen zu Hause behandelt werden. Dies gilt für oberflächliche Verbrennungen 2. Grades, die kleiner als eine Handfläche sind und sich nicht in kritischen Körperregionen befinden.
Die häusliche Behandlung umfasst eine regelmäßige, sterile Wundversorgung. Die Wunde sollte täglich vorsichtig mit lauwarmem Wasser gereinigt und anschließend mit einer sterilen Wundauflage abgedeckt werden. Der Verband muss täglich gewechselt werden oder wenn er durchnässt oder verschmutzt ist.
Zur Unterstützung der Heilung können spezielle Wundauflagen oder Hydrogel-Verbände verwendet werden, die ein feuchtes Wundmilieu aufrechterhalten. Bei stärkeren Schmerzen können nach Rücksprache mit einem Arzt entsprechende Schmerzmittel eingenommen werden.
Natürliche Hilfsmittel wie Aloe Vera oder medizinischer Honig können unterstützend wirken, sollten aber nur nach Absprache mit einem Arzt verwendet werden. Wichtig ist, dass die Blasen intakt gelassen werden, da sie einen natürlichen Schutz für die darunter liegende Wunde bilden.
Wann zum Arzt?
Ein Arztbesuch ist bei Verbrennungen zweiten Grades in folgenden Fällen unbedingt erforderlich:
- Verbrennungen größer als 5% der Körperoberfläche (etwa eine Handfläche)
- Verbrennungen bei Kindern unter 5 Jahren oder Erwachsenen über 65 Jahren
- Verbrennungen im Gesicht, an Händen, Füßen, Genitalien oder über Gelenken
- Chemische oder elektrische Verbrennungen
- Anzeichen einer Infektion (zunehmende Schmerzen, Fieber, Eiterbildung)
- Ausbleibende Heilung nach einer Woche
- Unsicherheit über den Schweregrad der Verbrennung
Der Arzt kann die Verbrennung professionell beurteilen, eine angemessene Schmerztherapie einleiten und bei Bedarf spezielle Wundauflagen oder Medikamente verschreiben. Auch die Überprüfung des Tetanus-Impfschutzes ist wichtig.
Heilungsprozess und Dauer
Der Heilungsprozess einer Verbrennung 2. Grades läuft in drei Phasen ab: der Entzündungsphase, der Proliferationsphase und der Remodellierungsphase. In der ersten Phase schwillt das Gewebe an und Entzündungszellen wandern ein. Während der Proliferationsphase bildet sich neues Gewebe, und in der abschließenden Remodellierungsphase wird das Gewebe umgebaut und gefestigt.
Die Heilungsdauer hängt von der Tiefe der Verbrennung ab:
- Oberflächliche Verbrennungen 2. Grades (2a): 10-14 Tage
- Tiefe Verbrennungen 2. Grades (2b): 2-6 Wochen
Faktoren wie Alter, allgemeiner Gesundheitszustand, Lokalisation der Verbrennung und richtige Wundversorgung beeinflussen die Heilungsgeschwindigkeit erheblich. Bei jungen, gesunden Menschen verläuft die Heilung meist schneller als bei älteren oder vorerkrankten Personen.
Komplikationen erkennen
Während des Heilungsprozesses können verschiedene Komplikationen auftreten, die eine ärztliche Behandlung erfordern. Eine Wundinfektion ist die häufigste Komplikation und zeigt sich durch zunehmende Schmerzen, Rötung, Schwellung, Eiterbildung, unangenehmen Geruch oder Fieber.
Weitere mögliche Komplikationen sind eine verzögerte Wundheilung, überschießende Narbenbildung oder Pigmentveränderungen. Bei Anzeichen einer Komplikation sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, da eine frühzeitige Behandlung die Prognose deutlich verbessert.
Narbenbildung und Prävention
Das Risiko für Narbenbildung bei Verbrennungen zweiten Grades hängt hauptsächlich von der Tiefe der Verbrennung ab. Oberflächliche Verbrennungen 2. Grades heilen meist ohne sichtbare Narben, während tiefe Verbrennungen 2. Grades häufig zu Narbenbildung führen.
Zur Narbenprävention ist eine optimale Wundversorgung von Beginn an entscheidend. Dazu gehört die Aufrechterhaltung eines feuchten Wundmilieus, der Schutz vor Infektionen und die Vermeidung mechanischer Irritationen. Nach der Abheilung sollte die neue Haut konsequent vor UV-Strahlung geschützt werden, da sie besonders empfindlich ist.
Spezielle Narbengele oder Silikonpflaster können nach Absprache mit einem Arzt zur Narbenbehandlung verwendet werden. Bei ausgeprägter Narbenbildung stehen verschiedene medizinische Behandlungsoptionen wie Lasertherapie oder operative Narbenkorrektur zur Verfügung.
Besondere Situationen
Verbrennungen zweiten Grades bei Kindern erfordern besondere Aufmerksamkeit, da ihre Haut dünner ist und schneller tiefere Schäden entstehen können. Zudem ist bei Kindern das Risiko für Komplikationen höher, weshalb bereits bei kleineren Verbrennungen ein Arzt konsultiert werden sollte.
Auch bei älteren Menschen verläuft die Heilung von Verbrennungen 2. Grades oft langsamer und komplikationsreicher. Das Immunsystem ist häufig geschwächt, und die Hautregeneration erfolgt verzögert. Eine engmaschige medizinische Überwachung ist daher meist erforderlich.
Verbrennungen an besonderen Körperstellen wie Gesicht, Händen, Füßen oder über Gelenken können zu funktionellen Einschränkungen führen und sollten immer ärztlich behandelt werden, auch wenn sie oberflächlich erscheinen.
Prävention von Verbrennungen
Die meisten Verbrennungen zweiten Grades ereignen sich im häuslichen Bereich und sind durch entsprechende Vorsichtsmaßnahmen vermeidbar. In der Küche sollten heiße Töpfe und Pfannen immer mit dem Griff nach innen gedreht werden, und Kinder sollten nicht unbeaufsichtigt in der Nähe von Herdplatten spielen.
Die Temperatur des Warmwassers im Haushalt sollte auf maximal 50°C eingestellt werden, um Verbrühungen zu vermeiden. Rauchmelder in allen Wohnräumen können vor Bränden warnen und schwere Verbrennungen verhindern.
Am Arbeitsplatz ist das Tragen geeigneter Schutzkleidung beim Umgang mit heißen oder chemischen Substanzen wichtig. Ein angemessener Sonnenschutz mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor kann schwere Sonnenbrände und damit Verbrennungen zweiten Grades verhindern.
Häufig gestellte Fragen
Wie unterscheide ich eine Verbrennung 1. von 2. Grades?
Bei einer Verbrennung ersten Grades zeigt sich nur eine Rötung der Haut ohne Blasenbildung. Verbrennungen zweiten Grades sind durch charakteristische, mit Flüssigkeit gefüllte Blasen gekennzeichnet.
Soll ich Blasen aufstechen oder nicht?
Blasen sollten grundsätzlich nicht aufgestochen werden, da sie einen natürlichen Schutz für die darunterliegende Wunde bilden und das Infektionsrisiko bei intakten Blasen geringer ist.
Wie lange dauert die Heilung einer Verbrennung 2. Grades?
Oberflächliche Verbrennungen 2. Grades heilen meist in 10-14 Tagen, tiefe Verbrennungen 2. Grades können 2-6 Wochen zur vollständigen Heilung benötigen.
Bleiben Narben zurück?
Oberflächliche Verbrennungen 2. Grades heilen meist ohne Narben. Bei tiefen Verbrennungen 2. Grades können Narben zurückbleiben, besonders wenn die Wunde nicht optimal versorgt wird.
Kann ich eine Verbrennung 2. Grades selbst behandeln?
Kleine, oberflächliche Verbrennungen 2. Grades können bei richtiger Pflege zu Hause behandelt werden. Bei Unsicherheit oder größeren Verbrennungen sollte immer ein Arzt konsultiert werden.
Zusammenfassung
Verbrennungen 2. Grades sind mittelschwere Brandverletzungen, die durch charakteristische Blasenbildung, starke Schmerzen und eine glänzende Hautoberfläche gekennzeichnet sind. Die richtige Erstversorgung mit sofortiger Kühlung und steriler Wundabdeckung ist entscheidend für eine komplikationslose Heilung.
Kleinere Verbrennungen zweiten Grades können bei ordnungsgemäßer Pflege zu Hause behandelt werden, während größere Verbrennungen oder solche an kritischen Körperstellen immer ärztlich versorgt werden sollten. Die Heilungsdauer beträgt je nach Tiefe der Verbrennung zwischen 10 Tagen und 6 Wochen.
Durch geeignete Präventionsmaßnahmen im Haushalt und am Arbeitsplatz können die meisten Verbrennungen zweiten Grades vermieden werden. Bei korrekter Behandlung ist die Prognose für eine vollständige Heilung ohne bleibende Schäden meist sehr gut.
Fuente de referencia:
- Deutsche Gesellschaft für Verbrennungsmedizin
- Paulinchen – Initiative für brandverletzte Kinder e.V.
- Robert Koch-Institut
- Bundesministerium für Gesundheit
- Gesundheit.de
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