Eine Struma, umgangssprachlich auch Kropf genannt, bezeichnet eine Schilddrüsenvergrößerung, die verschiedene Ursachen haben kann. In Deutschland leiden schätzungsweise 15-20% der Bevölkerung an einer vergrößerten Schilddrüse, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Die Erkrankung ist nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern kann auch zu erheblichen gesundheitlichen Beschwerden führen. Eine frühzeitige Diagnose und angemessene Behandlung sind daher von großer Bedeutung. In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie alles Wichtige über die Struma Ursachen, Struma Symptome, Diagnosemöglichkeiten und moderne Behandlungsverfahren.
Was ist eine Struma? – Definition und Grundlagen
Eine Struma ist medizinisch definiert als eine Vergrößerung der Schilddrüse über das normale Maß hinaus. Die Schilddrüse ist ein schmetterlingsförmiges Organ, das sich im vorderen Halsbereich unterhalb des Kehlkopfes befindet. Sie produziert wichtige Hormone, die den Stoffwechsel, das Wachstum und die Entwicklung regulieren.
Bei einer normalen Schilddrüse beträgt das Volumen bei Frauen etwa 10-15 ml und bei Männern 12-18 ml. Von einer Schilddrüsenvergrößerung spricht man, wenn diese Werte deutlich überschritten werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterscheidet verschiedene Grade der Struma:
- Grad 0: Normale Schilddrüsengröße, nicht sicht- oder tastbar
- Grad I: Tastbare, aber nicht sichtbare Vergrößerung
- Grad II: Sichtbare Vergrößerung bei normaler Kopfhaltung
- Grad III: Deutlich sichtbare, sehr große Struma
Man unterscheidet zwischen einer diffusen Struma, bei der die gesamte Schilddrüse gleichmäßig vergrößert ist, und einer knotigen Struma, bei der einzelne Knoten oder Bereiche verdickt sind. Eine wichtige Unterscheidung betrifft auch die Schilddrüsenfunktion: Eine Struma kann bei normaler (euthyreote), verminderter (hypothyreote) oder erhöhter (hyperthyreote) Hormonproduktion auftreten.
Struma Ursachen – Warum entsteht ein Kropf?
Die Struma Ursachen sind vielfältig und können in verschiedene Kategorien unterteilt werden. Das Verständnis der zugrundeliegenden Ursachen ist entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung.
Jodmangel als Hauptursache
In Deutschland ist Jodmangel nach wie vor die häufigste Ursache für eine Schilddrüse vergrößert. Jod ist ein essentieller Baustein für die Produktion von Schilddrüsenhormonen. Bei unzureichender Jodzufuhr versucht die Schilddrüse, den Mangel durch Wachstum zu kompensieren – eine Struma entsteht.
Besonders gefährdet für Jodmangel sind:
- Menschen in jodmangeligen Gebieten (Alpenregionen, süddeutsche Gebirgsregionen)
- Schwangere und stillende Frauen (erhöhter Jodbedarf)
- Veganer und Vegetarier (eingeschränkte Jodquellen)
- Personen, die kein jodiertes Speisesalz verwenden
Schilddrüsenerkrankungen
Verschiedene Autoimmunerkrankungen können zur Entstehung einer Struma führen:
Hashimoto-Thyreoiditis: Diese chronische Entzündung der Schilddrüse führt langfristig meist zu einer Unterfunktion. In der Anfangsphase kann jedoch eine Vergrößerung auftreten.
Morbus Basedow: Diese Autoimmunerkrankung führt zu einer Überstimulation der Schilddrüse und häufig zu einer diffusen Vergrößerung.
Schilddrüsenautonomie: Hierbei produzieren einzelne Bereiche der Schilddrüse unkontrolliert Hormone, was zu einer knotigen Vergrößerung führen kann.
Weitere Ursachen
Zu den weniger häufigen Struma Ursachen gehören:
- Genetische Faktoren: Familiäre Veranlagung kann das Risiko einer Schilddrüsenvergrößerung erhöhen
- Hormonelle Veränderungen: Schwangerschaft, Pubertät oder Wechseljahre können eine Struma begünstigen
- Medikamente: Bestimmte Arzneimittel können das Schilddrüsenwachstum stimulieren
- Entzündungen: Akute oder chronische Schilddrüsenentzündungen
- Schilddrüsenkrebs: In seltenen Fällen kann ein bösartiger Tumor zu einer Vergrößerung führen
Struma Symptome – Wie erkennt man eine Schilddrüsenvergrößerung?
Die Struma Symptome können sehr unterschiedlich sein und hängen von der Größe der Vergrößerung und der Schilddrüsenfunktion ab. Viele Betroffene bemerken anfangs keine Beschwerden, weshalb eine Struma oft zufällig entdeckt wird.
Sichtbare und tastbare Symptome
Das offensichtlichste Zeichen einer Schilddrüsenvergrößerung ist eine:
- Sichtbare Schwellung oder Verdickung am Hals
- Veränderte Halskontur, besonders beim Schlucken
- Tastbare Verhärtung oder Knoten im Halsbereich
- Asymmetrische Halsschwellung
Mechanische Beschwerden
Eine vergrößerte Schilddrüse kann durch Druck auf umgebende Strukturen verschiedene Beschwerden verursachen:
- Druckgefühl im Hals: Ständiges Gefühl, als würde etwas im Hals drücken
- Schluckbeschwerden: Probleme beim Schlucken von Speisen oder Getränken
- Atembeschwerden: Kurzatmigkeit oder das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen
- Engegefühl: Unbehagen beim Tragen von Rollkragenpullovern oder Halsketten
- Heiserkeit: Durch Druck auf die Stimmbänder oder den Kehlkopf
Funktionelle Symptome
Je nach Schilddrüsenfunktion können zusätzliche Struma Symptome auftreten:
Bei Schilddrüsenüberfunktion:
- Nervosität und Unruhe
- Herzrasen oder Herzrhythmusstörungen
- Ungewollter Gewichtsverlust trotz normaler Ernährung
- Vermehrtes Schwitzen und Hitzeunverträglichkeit
- Zittern der Hände
- Schlaflosigkeit
Bei Schilddrüsenunterfunktion:
- Müdigkeit und Antriebslosigkeit
- Gewichtszunahme
- Kälteempfindlichkeit
- Verstopfung
- Trockene Haut und brüchige Haare
- Depressive Verstimmungen
Wann zum Arzt?
Ein Arztbesuch ist dringend empfohlen bei:
- Sichtbarer oder tastbarer Schwellung am Hals
- Anhalten von Schluck- oder Atembeschwerden
- Anhaltender Heiserkeit ohne Erkältung
- Symptomen einer Schilddrüsenfunktionsstörung
- Schnellem Wachstum einer bekannten Struma
Diagnose der Struma – Untersuchungsmethoden
Die Diagnose einer Schilddrüsenvergrößerung erfolgt durch verschiedene Untersuchungsmethoden, die aufeinander aufbauen und ein genaues Bild der Erkrankung liefern.
Anamnese und körperliche Untersuchung
Der erste Schritt der Diagnose ist das ausführliche Gespräch mit dem Arzt über:
- Aktuelle Beschwerden und deren Dauer
- Familiäre Vorgeschichte von Schilddrüsenerkrankungen
- Einnahme von Medikamenten
- Ernährungsgewohnheiten und Jodzufuhr
Bei der körperlichen Untersuchung tastet der Arzt die Schilddrüse ab und beurteilt:
- Größe und Form der Schilddrüse
- Konsistenz des Gewebes
- Verschieblichkeit beim Schlucken
- Vorhandensein von Knoten
Laboruntersuchungen
Verschiedene Blutwerte geben Aufschluss über die Schilddrüsenfunktion:
- TSH-Wert: Das Thyreoidea-stimulierende Hormon zeigt die Schilddrüsenfunktion an
- Freie Schilddrüsenhormone (fT3 und fT4): Zeigen die aktuelle Hormonproduktion
- Schilddrüsenantikörper: Hinweise auf Autoimmunerkrankungen
- Jodausscheidung im Urin: Bestimmung des Jodstatus
Bildgebende Verfahren
Ultraschall (Sonographie): Die Standarduntersuchung zur Beurteilung einer Struma. Sie ermöglicht:
- Genaue Volumenmessung der Schilddrüse
- Beurteilung der Gewebestruktur
- Erkennung von Knoten und deren Eigenschaften
- Kontrolle des Behandlungsverlaufs
Szintigraphie: Diese nuklearmedizinische Untersuchung zeigt die Aktivität verschiedener Schilddrüsenbereiche und hilft bei der Unterscheidung zwischen „heißen“ (aktiven) und „kalten“ (inaktiven) Knoten.
Feinnadelbiopsie: Bei verdächtigen Knoten wird eine Gewebeprobe entnommen, um bösartige Veränderungen auszuschließen.
CT oder MRT: In speziellen Fällen, besonders bei sehr großen Strumen oder Verdacht auf ein Wachstum hinter das Brustbein.
Struma Behandlung – Moderne Therapiemöglichkeiten
Die Struma Behandlung richtet sich nach der Ursache, der Größe der Vergrößerung und den vorliegenden Symptomen. Modern stehen verschiedene Behandlungsoptionen zur Verfügung, die individuell angepasst werden.
Konservative Behandlung
Jodsubstitution:
Bei jodmangelbedingter Struma ist die Gabe von Jodtabletten oft die erste Therapieoption. Die Behandlung sollte jedoch immer unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, da eine unkontrollierte Jodzufuhr bei bestimmten Schilddrüsenerkrankungen schädlich sein kann. Die Dosierung und Behandlungsdauer werden individuell bestimmt.
Hormontherapie:
In manchen Fällen können Schilddrüsenhormone verschrieben werden, um das weitere Wachstum der Struma zu verhindern oder eine Verkleinerung zu erreichen. Diese Behandlung erfordert regelmäßige Kontrollen der Schilddrüsenwerte.
Wichtiger Hinweis: Alle medikamentösen Behandlungen sollten ausschließlich nach ärztlicher Verordnung und unter regelmäßiger Kontrolle durchgeführt werden. Selbstmedikation kann gefährliche Nebenwirkungen haben.
Operative Behandlung
Eine Operation der Schilddrüse kann notwendig werden bei:
- Sehr großer Struma mit mechanischen Beschwerden
- Verdacht auf bösartige Veränderungen
- Unbeeinflussbarer Überfunktion
- Kosmetischen Problemen bei entsprechendem Leidensdruck
Je nach Situation wird eine teilweise oder vollständige Entfernung der Schilddrüse durchgeführt. Moderne Operationsverfahren sind minimal-invasiv und haben eine niedrige Komplikationsrate. Nach einer vollständigen Entfernung ist eine lebenslange Hormonsubstitution erforderlich.
Radiojodtherapie
Diese nuklearmedizinische Behandlung kommt hauptsächlich bei:
- Schilddrüsenüberfunktion
- Großen Strumen bei älteren Patienten
- Rezidivstrumen nach Operation
Das radioaktive Jod wird von der Schilddrüse aufgenommen und führt zu einer gezielten Verkleinerung des Organs. Die Behandlung erfolgt stationär unter speziellen Strahlenschutzbedingungen.
Beobachtendes Abwarten
Bei kleinen, symptomlosen Strumen mit normaler Schilddrüsenfunktion kann zunächst auf eine Behandlung verzichtet werden. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen überwachen dabei die Entwicklung.
Vorbeugung – Struma verhindern
Die beste Struma-Vorbeugung ist eine ausreichende Jodzufuhr. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine tägliche Jodaufnahme von:
- Erwachsene: 200 µg pro Tag
- Schwangere: 230 µg pro Tag
- Stillende: 260 µg pro Tag
- Kinder: 100-180 µg pro Tag (je nach Alter)
Jodreiche Lebensmittel:
- Seefisch (Kabeljau, Schellfisch, Seelachs)
- Meeresfrüchte
- Milch und Milchprodukte
- Eier
- Jodiertes Speisesalz
Weitere Vorbeugemaßnahmen:
- Verwendung von jodiertem Speisesalz im Haushalt
- Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, besonders bei familiärer Vorbelastung
- Vermeidung strumafördernder Substanzen (bestimmte Kohlsorten in großen Mengen)
- Aufmerksamkeit für Veränderungen am Hals
Leben mit Struma – Praktische Tipps
Menschen mit einer diagnostizierten Schilddrüsenvergrößerung können durch einige praktische Maßnahmen ihre Lebensqualität verbessern:
Ernährungsempfehlungen:
- Ausgewogene, jodreiche Ernährung
- Vermeidung extrem jodreicher Nahrungsergänzungsmittel ohne ärztliche Rücksprache
- Maßvoller Konsum von Soja und Kohlgemüse
Medizinische Kontrollen:
- Regelmäßige Überprüfung der Schilddrüsenwerte
- Jährliche Ultraschallkontrollen
- Aufmerksamkeit für Veränderungen der Beschwerden
Alltag und Sport:
Eine Struma schränkt normalerweise nicht die körperliche Aktivität ein. Bei mechanischen Beschwerden sollten jedoch Sportarten vermieden werden, die den Halsbereich stark belasten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist eine Struma gefährlich?
Eine Struma ist in den meisten Fällen gutartig und nicht lebensbedrohlich. Wichtig ist jedoch die regelmäßige ärztliche Kontrolle, um bösartige Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
Kann sich eine Struma zurückbilden?
Bei jodmangelbedingter Struma ist eine Verkleinerung durch entsprechende Behandlung möglich. Bei anderen Ursachen hängt dies von der zugrundeliegenden Erkrankung ab.
Wie schnell wächst eine Struma?
Das Wachstum ist sehr unterschiedlich. Manche Strumen entwickeln sich über Jahre langsam, andere können schneller an Größe zunehmen.
Ist eine Struma vererbbar?
Es gibt eine genetische Veranlagung für Schilddrüsenerkrankungen. Familiäre Häufung ist daher möglich, aber nicht zwangsläufig.
Wann muss operiert werden?
Eine Operation ist bei mechanischen Beschwerden, Verdacht auf Bösartigkeit, unkontrollierbarer Überfunktion oder erheblichen kosmetischen Problemen erforderlich.
Struma und Schwangerschaft – was beachten?
Schwangere haben einen erhöhten Jodbedarf. Eine bestehende Struma sollte engmaschig überwacht werden, da sich die Schilddrüsenfunktion in der Schwangerschaft ändern kann.
Fazit
Eine Struma ist eine häufige Erkrankung, die verschiedene Ursachen haben kann. Jodmangel bleibt auch in Deutschland ein wichtiger Risikofaktor. Die Struma Symptome reichen von kosmetischen Beeinträchtigungen bis hin zu erheblichen mechanischen Beschwerden. Moderne Diagnosemethoden ermöglichen eine präzise Beurteilung, und verschiedene Struma Behandlungsoptionen stehen zur Verfügung.
Wichtig ist die frühzeitige Erkennung und angemessene Therapie. Bei Verdacht auf eine Schilddrüsenvergrößerung sollten Sie nicht zögern, ärztlichen Rat zu suchen. Mit der richtigen Behandlung lassen sich die meisten Beschwerden deutlich lindern oder vollständig beseitigen. Präventive Maßnahmen wie eine ausreichende Jodzufuhr können das Risiko einer Strumaentwicklung erheblich reduzieren.
Fuente de referencia:
- Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)
- Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin
- Deutsche Gesellschaft für Chirurgie
- Robert Koch-Institut – Gesundheitsberichterstattung
- Bundesinstitut für Risikobewertung – Jodversorgung
Wichtiger medizinischer Hinweis
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