Schlauchmagen-Operation: Ablauf, Voraussetzungen und Vorteile
Die Schlauchmagen-Operation, auch als Sleeve Gastrektomie bekannt, hat sich als eine der effektivsten Methoden der bariatrischen Chirurgie zur Behandlung krankhafter Adipositas etabliert. Bei diesem minimalinvasiven Eingriff wird etwa 80% des Magens entfernt, wodurch ein schlauchförmiger Restmagen entsteht. Diese Magenverkleinerung führt nicht nur zu einer deutlichen Reduktion der Nahrungsaufnahme, sondern verändert auch wichtige Hormone, die das Hunger- und Sättigungsgefühl steuern.
Für Menschen mit schwerem Übergewicht, bei denen konservative Therapien wie Diäten oder Bewegungsprogramme keinen dauerhaften Erfolg gebracht haben, kann die Schlauchmagen-OP einen entscheidenden Wendepunkt bedeuten. Der Eingriff ermöglicht nicht nur einen nachhaltigen Gewichtsverlust von 60-70% des Übergewichts, sondern kann auch verschiedene Begleiterkrankungen der Adipositas wie Diabetes Typ 2, Bluthochdruck oder Schlafapnoe deutlich verbessern oder sogar heilen.
Was ist eine Schlauchmagen-Operation?
Medizinische Definition und Prinzip
Die Schlauchmagen-Operation ist ein restriktives bariatrisches Verfahren, bei dem der Chirurg laparoskopisch etwa 80% des Magens entfernt. Dabei bleibt ein schlauchförmiger Magenrest übrig, der nur noch etwa 150-200 ml Fassungsvermögen hat – im Vergleich zu den ursprünglich 1000-1500 ml eines normalen Magens.
Das Prinzip der Sleeve Gastrektomie basiert auf zwei Hauptmechanismen: Zum einen wird durch die drastische Verkleinerung des Magens die Menge der aufgenommenen Nahrung stark begrenzt (Restriktion). Zum anderen werden wichtige hormonproduzierende Bereiche des Magens entfernt, insbesondere der Fundus, wo das Hungerhormon Ghrelin gebildet wird. Dies führt zu einer deutlichen Reduktion des Hungergefühls und unterstützt den Gewichtsverlust zusätzlich.
Einordnung in die bariatrische Chirurgie
Die bariatrische Chirurgie umfasst verschiedene operative Verfahren zur Behandlung krankhafter Adipositas. Neben der Schlauchmagen-Operation gehören dazu der Magenbypass, das Magenband und neuere Verfahren wie der Omega-Loop-Bypass. Die Adipositas-Operation mittels Schlauchmagen hat sich aufgrund ihrer guten Erfolgsquote und des vergleichsweise geringen Risikoprofils zu einem der häufigsten bariatrischen Eingriffe entwickelt.
Im Vergleich zum Magenbypass ist die Schlauchmagen-Operation weniger komplex, da keine Darmverbindungen angelegt werden müssen. Gegenüber dem Magenband bietet sie den Vorteil, dass keine Implantate verwendet werden, die später Probleme bereiten könnten. Diese Faktoren machen die Magenverkleinerung durch Schlauchmagen-OP zu einer attraktiven Option für viele Patienten.
Wie läuft eine Schlauchmagen-Operation ab?
Vorbereitung auf den Eingriff
Die Vorbereitung auf eine Schlauchmagen-Operation beginnt bereits Wochen vor dem eigentlichen Eingriff. Patienten müssen ihre Ernährung umstellen und oft eine spezielle Diät einhalten, um die Leber zu verkleinern und das operative Risiko zu minimieren. Diese präoperative Phase umfasst auch umfassende medizinische Untersuchungen, einschließlich Blutuntersuchungen, EKG, Ultraschall und einer Magenspiegelung.
Ein wichtiger Bestandteil der Vorbereitung ist die psychologische Betreuung. Patienten müssen ihre Motivation und Bereitschaft zur dauerhaften Lebensstiländerung unter Beweis stellen. Ausführliche Gespräche mit dem Chirurgen klären über den Ablauf, mögliche Risiken und die notwendige Nachsorge auf.
Der operative Eingriff Schritt für Schritt
Die Schlauchmagen-OP wird in Vollnarkose durchgeführt und dauert in der Regel 60-90 Minuten. Der Eingriff erfolgt minimalinvasiv über die Schlüssellochtechnik (Laparoskopie), wobei nur kleine Schnitte in der Bauchdecke notwendig sind.
Nach der Einführung der Operationsinstrumente wird zunächst der große Magenbogen mobilisiert und die Blutgefäße durchtrennt. Anschließend wird mit speziellen Klammernahtgeräten etwa 80% des Magens abgetrennt und entfernt. Der verbleibende schlauchförmige Magen wird sorgfältig auf Dichtigkeit überprüft, bevor die Instrumente entfernt und die kleinen Hautschnitte verschlossen werden.
Klinikaufenthalt und erste Tage nach der OP
Der Krankenhausaufenthalt nach einer Magenverkleinerung dauert in der Regel 3-5 Tage. In dieser Zeit wird der Patient engmaschig überwacht, um mögliche Komplikationen frühzeitig zu erkennen. Am ersten Tag nach der Operation erfolgt meist eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel, um die Dichtigkeit der Nahtstelle zu überprüfen.
Die ersten Flüssigkeiten dürfen Patienten meist am Tag nach der Operation zu sich nehmen, beginnend mit kleinen Schlucken Wasser oder Tee. Die Mobilisation beginnt bereits am Operationstag, um Thrombosen und andere Komplikationen zu vermeiden.
Voraussetzungen für eine Schlauchmagen-OP
Medizinische Kriterien
Für eine Schlauchmagen-Operation müssen strenge medizinische Kriterien erfüllt sein. Der Body-Mass-Index (BMI) muss mindestens 40 kg/m² betragen oder bei einem BMI von 35-39,9 kg/m² müssen schwerwiegende Begleiterkrankungen vorliegen. Diese Begleiterkrankungen können Diabetes mellitus Typ 2, Bluthochdruck, Schlafapnoe-Syndrom, Fettstoffwechselstörungen oder Gelenkerkrankungen umfassen.
Die Diagnose einer Adipositas Grad II (BMI 35-39,9) oder Grad III (BMI ≥40) muss über einen längeren Zeitraum bestehen und dokumentiert sein. Zusätzlich müssen Patienten zwischen 18 und 65 Jahre alt sein, wobei das genaue Alter je nach individueller Situation und Operationsrisiko variieren kann.
Konservative Therapieversuche
Vor einer Adipositas-Operation muss nachgewiesen werden, dass konservative Behandlungsversuche über mindestens 6-12 Monate erfolglos waren. Dazu gehören strukturierte Gewichtsreduktionsprogramme unter ärztlicher Betreuung, Ernährungsberatung und angeleitete Bewegungstherapie. Diese Versuche müssen lückenlos dokumentiert werden, da sie für den Antrag bei der Krankenkasse erforderlich sind.
Die Dokumentation sollte Gewichtsverläufe, Therapiemaßnahmen und die Mitarbeit des Patienten umfassen. Nur wenn nachweislich alle konservativen Möglichkeiten ausgeschöpft wurden, wird eine operative Behandlung in Betracht gezogen.
Psychologische Voraussetzungen
Ein psychologisches Gutachten ist obligatorischer Bestandteil der Vorbereitung auf eine Schlauchmagen-OP. Dabei wird die Motivation des Patienten, seine Therapiebereitschaft und sein Verständnis für die notwendigen Lebensstiländerungen bewertet. Patienten müssen zeigen, dass sie bereit und in der Lage sind, ihre Ernährungsgewohnheiten dauerhaft zu ändern.
Ausschlusskriterien sind schwere, unbehandelte psychische Erkrankungen, aktuelle Suchterkrankungen oder eine mangelnde Compliance. Essstörungen wie Bulimie oder Binge-Eating-Disorder müssen vor der Operation erfolgreich behandelt werden.
Weitere Bedingungen
Zusätzlich zu den medizinischen und psychologischen Kriterien müssen weitere Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu gehört die Bereitschaft zur lebenslangen Nachsorge mit regelmäßigen Kontrollterminen und der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln. Patienten müssen verstehen, dass die bariatrische Chirurgie nur ein Werkzeug ist und der Erfolg von ihrer aktiven Mitarbeit abhängt.
Bestimmte medizinische Kontraindikationen wie schwere Herzerkrankungen, unbehandelter Alkohol- oder Drogenmissbrauch oder eine zu kurze Lebenserwartung aufgrund anderer Erkrankungen können gegen den Eingriff sprechen.
Vorteile der Schlauchmagen-Operation
Gewichtsverlust
Der Gewichtsverlust nach einer Schlauchmagen-Operation ist beeindruckend: Patienten verlieren durchschnittlich 60-70% ihres Übergewichts innerhalb der ersten 12-24 Monate nach dem Eingriff. Das bedeutet, dass eine Person mit einem Ausgangsgewicht von 150 kg nach der Operation etwa 40-50 kg abnehmen kann.
Der Gewichtsverlauf ist typischerweise am stärksten in den ersten 6 Monaten, setzt sich dann moderater fort und stabilisiert sich meist nach 18-24 Monaten. Langzeitstudien zeigen, dass der Gewichtsverlust auch nach 5-10 Jahren noch signifikant bleibt, vorausgesetzt die Patienten halten sich an die Nachsorgeempfehlungen.
Gesundheitliche Verbesserungen
Die Magenverkleinerung führt zu dramatischen Verbesserungen verschiedener Begleiterkrankungen der Adipositas. Diabetes mellitus Typ 2 kann bei 60-80% der Patienten vollständig remittieren oder sich deutlich verbessern, oft bereits wenige Wochen nach der Operation. Der Bluthochdruck normalisiert sich bei etwa 70% der Betroffenen, und die Schlafapnoe verschwindet oder bessert sich erheblich.
Weitere positive Effekte zeigen sich bei Gelenkbeschwerden, Fettstoffwechselstörungen und gastroösophagealer Refluxkrankheit. Das kardiovaskuläre Risiko sinkt deutlich, und die Lebenserwartung kann sich um mehrere Jahre verlängern.
Verbesserung der Lebensqualität
Neben den rein medizinischen Vorteilen führt eine erfolgreiche Schlauchmagen-OP zu einer erheblichen Steigerung der Lebensqualität. Patienten berichten über mehr Energie, verbesserte Mobilität und die Möglichkeit, wieder an Aktivitäten teilzunehmen, die ihnen zuvor verwehrt waren.
Das Selbstwertgefühl steigt deutlich, soziale Ängste nehmen ab, und viele Patienten erfahren positive Veränderungen in ihren beruflichen und privaten Beziehungen. Die psychische Gesundheit verbessert sich oft parallel zum Gewichtsverlust.
Operative Vorteile
Als minimalinvasiver Eingriff bietet die Sleeve Gastrektomie verschiedene operative Vorteile. Die laparoskopische Technik führt zu kleineren Narben, weniger Schmerzen und einer schnelleren Heilung im Vergleich zu offenen Operationen. Da keine Implantate verwendet werden, entfallen Probleme wie Bandverrutschen oder -erosion.
Im Gegensatz zum Magenbypass bleibt die normale Nahrungspassage erhalten, was das Risiko eines Dumping-Syndroms deutlich reduziert. Die Anatomie des Verdauungstrakts wird nur minimal verändert, was spätere Eingriffe oder Untersuchungen vereinfacht.
Mögliche Risiken und Nachteile
Operative Risiken
Wie bei jedem chirurgischen Eingriff bestehen auch bei der Schlauchmagen-Operation gewisse Risiken. Zu den allgemeinen Operationsrisiken gehören Blutungen, Infektionen, Thrombosen und Narkosekomplikationen. Die Sterblichkeit liegt bei erfahrenen Chirurgen unter 0,3%.
Das spezifische Risiko einer Nahtinsuffizienz, bei der die Klammernaht undicht wird, liegt bei etwa 1-3%. Dies ist eine ernste Komplikation, die eine sofortige Behandlung erfordert. Verengungen des Schlauchmagens können in seltenen Fällen auftreten und müssen möglicherweise operativ korrigiert werden.
Langfristige Nebenwirkungen
Zu den häufigeren langfristigen Problemen nach einer Magenverkleinerung gehört die gastroösophageale Refluxkrankheit (Sodbrennen), die bei etwa 20-30% der Patienten auftritt. Dies kann eine medikamentöse Behandlung erforderlich machen oder in schweren Fällen eine Umwandlung in einen Magenbypass.
Nährstoffmangel ist ein wichtiges Thema, da die reduzierte Nahrungsaufnahme zu Defiziten bei Vitaminen und Mineralstoffen führen kann. Besonders häufig sind Mangel an Vitamin B12, Eisen, Folsäure und fettlöslichen Vitaminen. Ein temporärer Haarausfall in den ersten 6 Monaten nach der Operation ist ebenfalls häufig, normalisiert sich aber meist wieder.
Reversibilität
Ein wichtiger Aspekt, den Patienten verstehen müssen, ist die Irreversibilität der Schlauchmagen-Operation. Da ein Großteil des Magens dauerhaft entfernt wird, kann dieser Eingriff nicht rückgängig gemacht werden. Diese Tatsache unterstreicht die Wichtigkeit einer gründlichen Vorbereitung und Entscheidungsfindung.
In seltenen Fällen kann eine Umwandlung in ein anderes bariatrisches Verfahren notwendig werden, wenn Komplikationen auftreten oder der Gewichtsverlust unzureichend ist.
Nachsorge und Ernährung nach der Schlauchmagen-OP
Ernährungsphasen nach der Operation
Die Ernährung nach einer Schlauchmagen-OP erfolgt in strukturierten Phasen, um den verkleinerten Magen schonend an feste Nahrung zu gewöhnen. In der ersten Phase (Woche 1-2) sind nur klare Flüssigkeiten erlaubt, beginnend mit kleinen Schlucken Wasser, ungesüßtem Tee oder klarer Brühe.
Phase 2 (Woche 3-4) umfasst pürierte, breiige Kost wie Joghurt, pürierten Obst oder Gemüsebrei. In Phase 3 (Woche 5-8) werden weiche, leicht kaubare Lebensmittel wie gedämpfter Fisch oder weich gekochte Eier eingeführt. Ab Woche 8-12 kann langsam zu normaler Kost übergegangen werden, wobei auf kleine Portionen und gründliches Kauen geachtet werden muss.
Langfristige Ernährungsregeln
Nach einer Magenverkleinerung müssen Patienten dauerhaft neue Essgewohnheiten entwickeln. Die wichtigste Regel ist das Essen kleiner Portionen – meist 100-200 ml pro Mahlzeit – und das sehr langsame, gründliche Kauen. Jeder Bissen sollte 20-30 Mal gekaut werden, um Übelkeit und Erbrechen zu vermeiden.
Protein sollte bei jeder Mahlzeit Priorität haben, um Muskelmasse zu erhalten. Die Flüssigkeitszufuhr ist wichtig, aber Trinken während der Mahlzeiten sollte vermieden werden, da sonst der kleine Magen zu schnell gefüllt wird. Zuckerhaltige und sehr fettige Lebensmittel können Beschwerden verursachen und sollten gemieden werden.
Nahrungsergänzungsmittel
Die lebenslange Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ist nach einer Schlauchmagen-Operation unerlässlich. Ein hochwertiges Multivitaminpräparat bildet die Basis, ergänzt durch spezielle Präparate für Vitamin B12, Eisen, Kalzium und Vitamin D je nach individuellen Laborwerten.
Regelmäßige Blutkontrollen alle 3-6 Monate sind notwendig, um Mangelzustände frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Die Dosierung der Nahrungsergänzungsmittel muss entsprechend angepasst werden. Patienten sollten sich vor der Einnahme jeglicher Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel mit ihrem behandelnden Arzt beraten.
Medizinische Nachsorge
Die medizinische Nachsorge nach einer bariatrischen Operation ist ein lebenslanger Prozess. Kontrollen finden typischerweise nach 3, 6 und 12 Monaten statt, danach jährlich. Bei diesen Terminen werden Gewichtsverlauf, Laborwerte und mögliche Komplikationen überwacht.
Zur Nachsorge gehört auch die psychologische Begleitung, die Patienten bei der Bewältigung der körperlichen und psychischen Veränderungen unterstützt. Eine Bewegungstherapie hilft beim Muskelaufbau und der Verbesserung der körperlichen Fitness.
Kosten und Kostenübernahme durch die Krankenkasse
Kosten der Operation in Deutschland
Die Kosten für eine Schlauchmagen-Operation in Deutschland variieren je nach Klinik und Region zwischen 8.000 und 15.000 Euro. In diesen Kosten sind in der Regel die Voruntersuchungen, der stationäre Aufenthalt, die Operation selbst, die Nachsorge und mögliche Komplikationsbehandlungen enthalten.
Zusätzliche Kosten können für spezielle Ernährungsberatung, psychologische Betreuung oder plastisch-chirurgische Eingriffe zur Entfernung überschüssiger Haut entstehen. Diese werden meist nicht von den Krankenkassen übernommen.
Antrag bei der Krankenkasse
Für die Kostenübernahme einer Adipositas-Operation müssen umfangreiche Unterlagen bei der Krankenkasse eingereicht werden. Dazu gehören ausführliche Arztberichte, die Dokumentation erfolgloser konservativer Therapieversuche, ein psychologisches Gutachten und der Operationsantrag des Chirurgen.
Das Antragsverfahren dauert typischerweise 3-6 Monate. In dieser Zeit prüft die Krankenkasse und oft auch der Medizinische Dienst (MDK) die medizinische Notwendigkeit des Eingriffs. Eine lückenlose Dokumentation und die Erfüllung aller Kriterien sind entscheidend für eine positive Entscheidung.
Bei Ablehnung
Wenn die Krankenkasse den Antrag ablehnt, haben Patienten das Recht auf Widerspruch. Oft werden zusätzliche Gutachten oder Stellungnahmen angefordert. Bei weiterhin negativer Entscheidung ist der Weg zu den Sozialgerichten möglich, was jedoch Zeit und rechtliche Unterstützung erfordert.
Viele Patienten lassen sich von spezialisierten Rechtsanwälten für Medizinrecht beraten, um ihre Chancen auf Kostenübernahme zu verbessern.
Selbstzahler-Option
Einige Patienten entscheiden sich für eine Selbstzahlung, entweder in Deutschland oder im Ausland. Behandlungen im Ausland sind oft günstiger, bergen aber Risiken bezüglich Qualitätsstandards und Nachsorge. Vor einer Auslandsbehandlung sollten die Qualifikation der Chirurgen, die Klinikausstattung und die Möglichkeiten der Nachbehandlung in Deutschland sorgfältig geprüft werden.
Alternativen zur Schlauchmagen-Operation
Andere bariatrische Verfahren
Neben der Schlauchmagen-Operation stehen weitere bariatrische Verfahren zur Verfügung. Der Roux-en-Y-Magenbypass ist besonders bei Patienten mit starkem Reflux oder Diabetes geeignet. Der Omega-Loop-Bypass (Mini-Bypass) ist technisch einfacher, hat aber ein höheres Risiko für Gallereflux.
Das Magenband wird heute seltener verwendet, da es eine hohe Komplikationsrate und geringere Gewichtsabnahme aufweist. Der Magenballon ist eine nicht-chirurgische, temporäre Option für Patienten mit geringerem Übergewicht oder als Vorbereitung auf eine Operation.
Konservative Therapien
Konservative Therapien bleiben die erste Wahl bei der Behandlung von Übergewicht und Adipositas. Dazu gehören strukturierte Ernährungsprogramme, Verhaltenstherapie zur Änderung von Essgewohnheiten und angeleitete Bewegungstherapie. In bestimmten Fällen können auch Medikamente zur Gewichtsreduktion eingesetzt werden, wobei hier eine Beratung durch einen erfahrenen Arzt unerlässlich ist.
Moderne Ansätze wie die Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) oder strukturierte Disease-Management-Programme können die konservative Therapie unterstützen.
Wann welches Verfahren?
Die Wahl des geeigneten Verfahrens hängt von verschiedenen Faktoren ab: BMI, Begleiterkrankungen, Alter, Operationsrisiko und persönliche Präferenzen. Eine individuelle Beratung in einem zertifizierten Adipositas-Zentrum ist unerlässlich, um das optimale Verfahren für jeden Patienten zu finden.
Jedes Verfahren hat spezifische Vor- und Nachteile, die sorgfältig abgewogen werden müssen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie viel Gewicht verliere ich mit einem Schlauchmagen?
Durchschnittlich verlieren Patienten 60-70% ihres Übergewichts innerhalb der ersten 2 Jahre nach der Operation.
Wie lange dauert die Heilung nach der Operation?
Die vollständige Heilung dauert etwa 6-8 Wochen. Die meisten Patienten können nach 2-3 Wochen wieder arbeiten, je nach Beruf.
Kann ich nach der OP wieder normal essen?
Das Essen wird nie wieder „normal“ sein. Sie müssen dauerhaft kleine Portionen essen und gründlich kauen.
Ist die Operation schmerzhaft?
Die Schmerzen nach der laparoskopischen Operation sind meist gering und lassen sich gut mit Medikamenten behandeln.
Kann der Magen sich wieder ausdehnen?
Der Schlauchmagen kann sich etwas dehnen, aber nie wieder die ursprüngliche Größe erreichen.
Wie lange bin ich nach der OP krankgeschrieben?
Je nach Beruf 2-4 Wochen. Bei körperlich anstrengender Arbeit kann es länger dauern.
Kann ich nach der OP schwanger werden?
Ja, aber eine Schwangerschaft sollte frühestens 18 Monate nach der Operation geplant werden.
Spezialisierte Kliniken und Adipositas-Zentren in Deutschland
In Deutschland gibt es zahlreiche zertifizierte Adipositas-Zentren, die Schlauchmagen-Operationen durchführen. Diese Zentren müssen strenge Qualitätskriterien erfüllen und werden regelmäßig überprüft. Bei der Klinikwahl sollten Sie auf die Zertifizierung, die Erfahrung des Operationsteams und das Nachsorgekonzept achten.
Ein gutes Adipositas-Zentrum bietet ein multidisziplinäres Team aus Chirurgen, Ernährungsberatern, Psychologen und anderen Spezialisten. Die Operateure sollten jährlich mindestens 50-100 bariatrische Eingriffe durchführen, um ausreichende Erfahrung zu gewährleisten.
Fazit
Die Schlauchmagen-Operation ist eine bewährte und effektive Methode zur Behandlung krankhafter Adipositas. Sie bietet nicht nur einen bedeutsamen und nachhaltigen Gewichtsverlust, sondern kann auch viele Begleiterkrankungen verbessern oder heilen. Der Eingriff ist für Patienten geeignet, die alle konservativen Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft haben und die strengen medizinischen und psychologischen Kriterien erfüllen.
Der Erfolg einer Magenverkleinerung hängt jedoch entscheidend von der lebenslangen Bereitschaft zur Veränderung des Lebensstils ab. Die Operation ist nur ein Werkzeug – der langfristige Erfolg liegt in der Hand des Patienten. Eine konsequente Nachsorge, die Einhaltung der Ernährungsregeln und regelmäßige ärztliche Kontrollen sind unerlässlich.
Wenn Sie an einer Schlauchmagen-OP interessiert sind, sollten Sie sich von einem zertifizierten Adipositas-Zentrum beraten lassen. Dort können Sie alle Ihre Fragen klären und gemeinsam mit den Experten entscheiden, ob dieser Eingriff für Sie geeignet ist.
Fuente de referencia:
- Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV)
- Chirurgische Arbeitsgemeinschaft für Adipositastherapie (CAADIP)
- Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF)
- Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG)
- Robert Koch-Institut (RKI)
Wichtiger medizinischer Hinweis
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