Eine Nierenbeckenentzündung, medizinisch als Pyelonephritis bezeichnet, ist eine ernste bakterielle Infektion der oberen Harnwege, die das Nierenbecken und häufig auch das umliegende Nierengewebe betrifft. Diese Nierenentzündung entsteht meist durch eine aufsteigende Harnwegsinfektion, bei der Bakterien von der Blase über die Harnleiter zu den Nieren gelangen.
Frauen sind deutlich häufiger von einer Nierenbeckenentzündung betroffen als Männer – etwa vier- bis fünfmal öfter. Dies liegt hauptsächlich an der kürzeren weiblichen Harnröhre, die es Bakterien erleichtert, in die Harnwege einzudringen. Pro Jahr erkranken etwa 12-13 von 10.000 Frauen an einer akuten Pyelonephritis, während bei Männern nur etwa 3-4 von 10.000 betroffen sind.
Eine frühzeitige Behandlung ist von entscheidender Bedeutung, da ein unbehandelter Niereninfekt zu schwerwiegenden Komplikationen wie Blutvergiftung, Nierenabszessen oder chronischen Nierenschäden führen kann. In diesem umfassenden Artikel erfahren Sie alles Wichtige über die Symptome, Ursachen, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten der Nierenbeckenentzündung sowie wertvolle Tipps zur Vorbeugung.
Was ist Pyelonephritis?
Medizinische Definition
Die Pyelonephritis ist eine entzündliche Erkrankung des Nierenbeckens (Pyelon) und des angrenzenden Nierengewebes (Nephros), die in den meisten Fällen durch bakterielle Erreger verursacht wird. Das Nierenbecken ist der trichterförmige Hohlraum in der Niere, in dem sich der Urin sammelt, bevor er über den Harnleiter zur Blase weitergeleitet wird.
Man unterscheidet zwischen der akuten und der chronischen Pyelonephritis:
- Akute Pyelonephritis: Plötzlich auftretende, heftige Entzündung mit ausgeprägten Symptomen wie hohem Fieber, Schüttelfrost und starken Flankenschmerzen
- Chronische Pyelonephritis: Schleichend verlaufende, wiederkehrende oder lang anhaltende Entzündung, die oft zu dauerhaften Nierenschäden führt
Die Nierenbeckenentzündung grenzt sich von anderen Nierenerkrankungen wie der Glomerulonephritis (Entzündung der Nierenkörperchen) oder der interstitiellen Nephritis ab, da sie primär das Sammelrohrsystem der Niere betrifft.
Typen der Nierenbeckenentzündung
Mediziner unterscheiden verschiedene Formen der Pyelonephritis:
Unkomplizierte Pyelonephritis: Tritt bei gesunden Personen ohne Harnwegsanomalien oder andere Risikofaktoren auf. Diese Form spricht meist gut auf eine antibiotische Behandlung an.
Komplizierte Pyelonephritis: Entwickelt sich bei Patienten mit anatomischen Anomalien der Harnwege, Harnstau, geschwächtem Immunsystem oder anderen Risikofaktoren. Diese Form ist schwerer zu behandeln und birgt ein höheres Komplikationsrisiko.
Ursachen und Risikofaktoren
Hauptursachen
Die häufigste Ursache einer Nierenbeckenentzündung ist eine bakterielle Infektion. In etwa 85% der Fälle ist das Bakterium Escherichia coli (E. coli) der Auslöser, das normalerweise im Darm vorkommt. Weitere häufige Erreger sind:
- Klebsiella pneumoniae
- Enterococcus faecalis
- Proteus mirabilis
- Pseudomonas aeruginosa
- Staphylococcus saprophyticus
Es gibt zwei Hauptwege, über die Bakterien zu den Nieren gelangen:
Aufsteigende Infektion (häufigster Weg): Die Bakterien wandern von der Harnröhre über die Blase und die Harnleiter aufwärts zum Nierenbecken. Dies erklärt, warum eine Blasenentzündung unbehandelt zu einer Nierenbeckenentzündung führen kann.
Hämatogene Ausbreitung: Seltener gelangen die Bakterien über den Blutkreislauf zu den Nieren, meist bei einer bereits bestehenden Blutvergiftung (Sepsis).
Risikofaktoren
Bestimmte Faktoren erhöhen das Risiko für die Entwicklung einer Pyelonephritis:
Weibliches Geschlecht: Die kürzere weibliche Harnröhre (etwa 4 cm gegenüber 20 cm beim Mann) erleichtert Bakterien den Aufstieg zu den oberen Harnwegen.
Schwangerschaft: Hormonelle Veränderungen und der Druck des wachsenden Kindes auf die Harnwege begünstigen Harnwegsinfektionen. Etwa 2-4% aller Schwangeren entwickeln eine Pyelonephritis.
Harnstau und Abflussstörungen:
- Nierensteine
- Tumore im Harntrakt
- Vergrößerte Prostata (bei Männern)
- Harnröhrenverengungen
Vesikoureteraler Reflux: Rückfluss von Urin aus der Blase in die Harnleiter, besonders häufig bei Kindern.
Geschwächtes Immunsystem:
- Diabetes mellitus
- HIV/AIDS
- Immunsuppressive Medikamente
- Chemotherapie
Weitere Risikofaktoren:
- Dauerkatheter oder häufige Blasenkatheter
- Anatomische Anomalien der Harnwege
- Neurologische Erkrankungen mit Blasenentleerungsstörungen
- Häufiger Geschlechtsverkehr
- Unzureichende Intimhygiene
Symptome erkennen
Typische Symptome
Die Symptome einer Nierenbeckenentzündung entwickeln sich meist rasch und können sehr ausgeprägt sein. Die häufigsten Anzeichen sind:
Fieber und Schüttelfrost: Hohes Fieber über 38,5°C ist eines der charakteristischsten Symptome. Es tritt oft plötzlich auf und wird von starkem Schüttelfrost begleitet. Das Fieber kann auch über 40°C steigen.
Flankenschmerzen: Starke, meist einseitige Schmerzen in der Flanke oder im seitlichen Rückenbereich, oft unterhalb der Rippen. Die Schmerzen können in den Unterbauch oder die Leistengegend ausstrahlen und werden durch Bewegung oder Berührung verstärkt.
Schmerzen beim Wasserlassen (Dysurie): Brennende oder stechende Schmerzen beim Urinieren, ähnlich wie bei einer Blasenentzündung.
Häufiger Harndrang: Das Gefühl, ständig zur Toilette zu müssen, auch wenn nur kleine Mengen Urin ausgeschieden werden.
Übelkeit und Erbrechen: Begleitende Magen-Darm-Beschwerden sind häufig, besonders bei hohem Fieber.
Allgemeines Krankheitsgefühl: Starke Schwäche, Abgeschlagenheit und ein ausgeprägtes Gefühl, schwer krank zu sein.
Weitere mögliche Symptome:
- Kopfschmerzen
- Trüber, übelriechender Urin
- Blut im Urin (Hämaturie)
- Nächtliches Schwitzen
- Appetitlosigkeit
Unterschiede: Akute vs. chronische Symptome
Bei der akuten Pyelonephritis treten die Symptome plötzlich und heftig auf. Die Patienten fühlen sich innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen schwer krank.
Die chronische Pyelonephritis verläuft dagegen oft schleichend mit milderen, wiederkehrenden Symptomen:
- Leichtes, wiederkehrendes Fieber
- Dumpfe Flankenschmerzen
- Müdigkeit und Schwäche
- Häufige Harnwegsinfekte
- Gewichtsverlust
- Bluthochdruck (in späteren Stadien)
Symptome bei Kindern und älteren Menschen
Bei Säuglingen und Kleinkindern können die Symptome unspezifisch sein:
- Hohes Fieber ohne erkennbare Ursache
- Trinkschwäche und Erbrechen
- Unruhe oder Teilnahmslosigkeit
- Gedeihstörungen
Bei älteren Menschen können typische Symptome fehlen oder schwächer ausgeprägt sein:
- Verwirrtheit oder Wesensveränderung
- Schwäche und Stürze
- Nur leichtes Fieber oder sogar Unterkühlung
- Unspezifische Bauchschmerzen
Warnzeichen für Komplikationen
Bestimmte Symptome deuten auf schwerwiegende Komplikationen hin und erfordern sofortige medizinische Behandlung:
Anzeichen einer Sepsis:
- Sehr hohes Fieber (über 40°C) oder auffällig niedrige Temperatur
- Starker Schüttelfrost
- Niedriger Blutdruck
- Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörungen
- Schnelle Atmung und erhöhter Herzschlag
- Bläuliche Verfärbung der Haut
Hinweise auf Nierenversagen:
- Deutlich verminderte Urinproduktion
- Wassereinlagerungen (Ödeme)
- Atemnot
- Übelkeit und metallischer Geschmack
Diagnose
Anamnese und körperliche Untersuchung
Die Diagnose einer Nierenbeckenentzündung beginnt mit einem ausführlichen Gespräch (Anamnese), in dem der Arzt nach typischen Symptomen, dem zeitlichen Verlauf und möglichen Risikofaktoren fragt. Wichtige Fragen betreffen:
- Art und Dauer der Beschwerden
- Fieberverlauf
- Vorherige Harnwegsinfekte
- Einnahme von Medikamenten
- Grunderkrankungen
- Sexuelle Aktivität
Bei der körperlichen Untersuchung testet der Arzt den charakteristischen Klopfschmerz im Nierenlager. Dabei klopft er sanft auf die Flanken des Patienten – bei einer Pyelonephritis löst dies typischerweise starke Schmerzen aus. Zusätzlich werden Blutdruck, Puls, Temperatur und Atmung kontrolliert.
Laboruntersuchungen
Urinuntersuchung (Urinstatus): Dies ist die wichtigste Untersuchung bei Verdacht auf eine Harnwegsinfektion. Typische Befunde bei Pyelonephritis sind:
- Leukozyten (weiße Blutkörperchen): Erhöhte Anzahl deutet auf eine Entzündung hin
- Nitrit: Viele Bakterien wandeln Nitrat zu Nitrit um – ein positiver Test spricht für eine bakterielle Infektion
- Bakterien: Nachweis von Bakterien im Urin (Bakteriurie)
- Erythrozyten: Rote Blutkörperchen können bei schweren Entzündungen auftreten
- Proteine: Erhöhte Eiweißausscheidung
Urinkultur: Eine Urinprobe wird im Labor angezüchtet, um den genauen Erreger zu identifizieren und seine Empfindlichkeit gegenüber verschiedenen Antibiotika zu testen. Dies dauert 24-48 Stunden, ist aber wichtig für die gezielte Behandlung.
Blutuntersuchung: Verschiedene Blutwerte geben Aufschluss über den Schweregrad der Infektion:
- C-reaktives Protein (CRP): Stark erhöht bei Entzündungen
- Leukozyten: Erhöhte Anzahl weißer Blutkörperchen
- Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG): Beschleunigt bei Entzündungen
- Kreatinin und Harnstoff: Nierenwerte zur Beurteilung der Nierenfunktion
- Blutkulturen: Bei hohem Fieber zum Ausschluss einer Blutvergiftung
Bildgebende Verfahren
Ultraschall (Sonographie): Dies ist meist die erste bildgebende Untersuchung. Sie kann zeigen:
- Vergrößerte oder geschwollene Nieren
- Harnstau durch Steine oder andere Hindernisse
- Abszesse oder andere Komplikationen
- Anatomische Besonderheiten
Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT): Diese werden bei schweren Verläufen, Komplikationen oder unklaren Befunden eingesetzt:
- Nachweis von Nierenabszessen
- Ausschluss von Nierensteinen
- Beurteilung der Nierenstruktur
- Darstellung von Harnwegsanomalien
Behandlung der Nierenbeckenentzündung
Antibiotika-Therapie
Die wichtigste Behandlung einer bakteriellen Pyelonephritis ist die Gabe von Antibiotika. Da es sich um eine ernste Infektion handelt, muss die Therapie umgehend begonnen werden – oft noch bevor die Ergebnisse der Urinkultur vorliegen.
Wichtiger Hinweis: Antibiotika sind verschreibungspflichtige Medikamente. Die Auswahl, Dosierung und Behandlungsdauer sollten immer von einem Arzt festgelegt werden. Eine Selbstmedikation ist bei einer Nierenbeckenentzündung nicht zu empfehlen und kann gefährlich sein.
Der Arzt wird je nach Schweregrad der Erkrankung entscheiden, ob die Antibiotika als Tabletten (oral) oder als Infusion (intravenös) gegeben werden. Bei schweren Verläufen oder Komplikationen ist oft eine stationäre Behandlung erforderlich.
Die Behandlungsdauer beträgt in der Regel 10-14 Tage, manchmal auch länger. Es ist wichtig, die Antibiotika auch dann weiterzunehmen, wenn sich die Symptome bereits gebessert haben, um einen Rückfall zu verhindern.
Stationäre vs. ambulante Behandlung
Ein Krankenhausaufenthalt ist in folgenden Fällen notwendig:
- Schwere Symptome mit hohem Fieber über 39°C
- Anzeichen einer Sepsis
- Komplizierte Pyelonephritis
- Schwangerschaft
- Nierenversagen
- Starke Übelkeit und Erbrechen, die eine orale Medikamenteneinnahme verhindern
- Unzureichendes Ansprechen auf die ambulante Therapie
- Immunschwäche oder schwere Grunderkrankungen
Ambulante Behandlung ist bei leichteren Formen und stabilen Patienten möglich, die:
- Nur mäßiges Fieber haben
- Flüssigkeit und Medikamente oral zu sich nehmen können
- Keine Komplikationszeichen aufweisen
- Eine gute häusliche Betreuung haben
Begleitende Maßnahmen
Ausreichend trinken: Eine hohe Flüssigkeitszufuhr von 2-3 Litern täglich (wenn nicht medizinisch anders verordnet) hilft dabei, die Bakterien aus den Harnwegen zu spülen. Geeignet sind Wasser, ungesüßte Tees oder verdünnte Fruchtsäfte.
Bettruhe: Bei hohem Fieber und starken Beschwerden sollten sich Patienten schonen und im Bett bleiben, bis das Fieber sinkt.
Schmerzbehandlung: Gegen die oft starken Flankenschmerzen und das Fieber können Schmerzmittel und fiebersenkende Medikamente helfen. Welche Präparate geeignet sind, sollte mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.
Wärme: Eine Wärmflasche oder ein warmes Körnerkissen auf die betroffene Flanke kann die Schmerzen lindern.
Behandlung von Komplikationen
Bei schwerwiegenden Komplikationen sind zusätzliche Behandlungsmaßnahmen erforderlich:
Nierenabszess: Größere Abszesse müssen oft durch eine Punktion entleert oder operativ behandelt werden.
Harnsteine: Wenn Nierensteine die Ursache für den Harnstau sind, müssen diese entfernt werden – je nach Größe und Lage durch Zertrümmerung, endoskopische Verfahren oder Operation.
Sepsis: Bei einer Blutvergiftung ist eine intensivmedizinische Behandlung mit hochdosierten Antibiotika und unterstützenden Maßnahmen notwendig.
Was tun bei wiederkehrenden Infektionen?
Wenn Harnwegsinfekte und Nierenbeckenentzündungen häufig auftreten, ist eine weiterführende Diagnostik wichtig:
- Suche nach anatomischen Anomalien
- Untersuchung auf Harnsteine
- Überprüfung der Immunfunktion
- Evtl. langfristige vorbeugende Antibiotikabehandlung (nach ärztlicher Anweisung)
Hausmittel und unterstützende Maßnahmen
Wichtiger Hinweis: Hausmittel können eine ärztliche Behandlung niemals ersetzen! Bei Verdacht auf eine Nierenbeckenentzündung sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Hausmittel können höchstens unterstützend zur medizinischen Therapie eingesetzt werden.
Wärmeanwendungen: Wärmflaschen, warme Körnerkissen oder ein warmes Bad können die Schmerzen lindern und die Durchblutung fördern. Die Wärme sollte nicht zu heiß sein und maximal 20-30 Minuten angewendet werden.
Viel trinken: Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützt das „Ausspülen“ der Bakterien. Besonders geeignet sind:
- Stilles Wasser
- Ungesüßte Kräutertees
- Blasen- und Nierentees aus der Apotheke
- Cranberry-Saft (in Maßen)
Cranberry-Produkte: Studien zeigen gemischte Ergebnisse zur Wirksamkeit von Cranberries bei Harnwegsinfekten. Einige Inhaltsstoffe können verhindern, dass sich Bakterien an den Harnwegswänden festsetzen. Cranberry-Produkte sind jedoch kein Ersatz für eine Antibiotikatherapie.
Blasen- und Nierentees: Spezielle Teemischungen aus der Apotheke mit Inhaltsstoffen wie:
- Bärentraubenblätter
- Birkenblätter
- Brennnesselblätter
- Schachtelhalm
Diese können harntreibend und leicht entzündungshemmend wirken, ersetzen aber keine medizinische Behandlung.
Prävention und Vorbeugung
Allgemeine Tipps
Die beste Behandlung einer Nierenbeckenentzündung ist ihre Vorbeugung. Viele Maßnahmen können das Risiko für Harnwegsinfekte und damit auch für eine Pyelonephritis deutlich senken:
Ausreichend trinken: Mindestens 1,5-2 Liter Flüssigkeit täglich sorgen für eine regelmäßige Spülung der Harnwege. Bei warmem Wetter oder körperlicher Anstrengung sollte entsprechend mehr getrunken werden.
Regelmäßige Blasenentleerung: Die Blase sollte vollständig und regelmäßig entleert werden. Langes „Anhalten“ begünstigt die Vermehrung von Bakterien.
Nach dem Geschlechtsverkehr: Innerhalb von 10-15 Minuten nach dem Geschlechtsverkehr sollten Sie zur Toilette gehen. Dies spült eventuell eingedrungene Bakterien aus der Harnröhre.
Richtige Intimhygiene:
- Von vorne nach hinten reinigen (besonders nach dem Stuhlgang)
- Tägliches Waschen mit warmem Wasser
- Vermeidung von parfümierten Seifen oder Intimsprays
- pH-neutrale Waschlotionen verwenden
Nicht zu lange warten: Bei Harndrang sollten Sie nicht unnötig lange warten, sondern zeitnah zur Toilette gehen.
Spezielle Risikogruppen
Schwangere: Regelmäßige Urinkontrollen während der Schwangerschaftsvorsorge können asymptomatische Harnwegsinfekte früh erkennen und behandeln, bevor sie zu einer Pyelonephritis werden.
Diabetiker: Eine gute Blutzuckereinstellung reduziert das Risiko für Harnwegsinfekte erheblich. Hohe Blutzuckerwerte im Urin begünstigen das Bakterienwachstum.
Katheterträger: Bei dauerhaften Blasenkathetern ist eine sterile Pflege und regelmäßige Kontrolle durch medizinisches Fachpersonal wichtig.
Vermeidung von Harnwegsinfektionen
Unterkühlung vermeiden: Nasse Badekleidung sollte schnell gewechselt werden. Kalte Füße und langes Sitzen auf kalten Oberflächen können die Immunabwehr schwächen.
Atmungsaktive Unterwäsche: Baumwollunterwäsche ist besser als synthetische Materialien. Zu enge Kleidung im Intimbereich sollte vermieden werden.
Immunsystem stärken:
- Ausgewogene Ernährung
- Ausreichend Schlaf
- Regelmäßige Bewegung
- Stressreduktion
- Vermeidung von übermäßigem Alkohol- und Nikotinkonsum
Komplikationen und Folgen
Eine unbehandelte oder nicht ausreichend behandelte Nierenbeckenentzündung kann zu schwerwiegenden Komplikationen führen, die lebensbedrohlich sein können.
Urosepsis: Dies ist die gefährlichste Komplikation – eine Blutvergiftung, die durch die Ausbreitung der Bakterien aus den Harnwegen ins Blut entsteht. Anzeichen sind sehr hohes Fieber, Schüttelfrost, niedriger Blutdruck und Bewusstseinsstörungen. Eine Sepsis ist ein medizinischer Notfall.
Nierenabszess: In seltenen Fällen kann sich in der Niere ein mit Eiter gefüllter Hohlraum bilden. Dies erfordert meist eine operative Behandlung.
Chronische Nierenschädigung: Wiederholte oder schlecht behandelte Nierenbeckenentzündungen können zu dauerhaften Nierenschäden und Narbenbildung führen. Im schlimmsten Fall kann dies in einem chronischen Nierenversagen enden.
Akutes Nierenversagen: Bei schweren Verläufen kann die Nierenfunktion vorübergehend stark eingeschränkt sein. Dies erfordert oft eine intensivmedizinische Behandlung.
Nierennarben: Vernarbungen können die Nierenfunktion langfristig beeinträchtigen und zu Bluthochdruck führen.
Besondere Risiken in der Schwangerschaft: Eine Pyelonephritis während der Schwangerschaft kann zu vorzeitigen Wehen, Frühgeburt oder einem niedrigen Geburtsgewicht des Kindes führen.
Nierenbeckenentzündung in der Schwangerschaft
Schwangere haben ein erhöhtes Risiko für Harnwegsinfekte und damit auch für eine Pyelonephritis. Dies liegt an mehreren Faktoren:
- Hormonelle Veränderungen entspannen die Harnwege
- Das wachsende Kind drückt auf die Harnleiter
- Die Immunabwehr ist verändert
- Die Blase wird oft nicht vollständig entleert
Besondere Symptome in der Schwangerschaft: Zusätzlich zu den typischen Symptomen können auftreten:
- Vorzeitige Wehen
- Verstärkte Rückenschmerzen
- Verschlechterung des Allgemeinzustands
Folgen für Mutter und Kind: Eine unbehandelte Pyelonephritis kann schwerwiegende Auswirkungen haben:
- Frühgeburt
- Niedriges Geburtsgewicht
- Sepsis bei der Mutter
- Nierenversagen
Behandlung in der Schwangerschaft: Die Behandlung erfolgt meist stationär mit sorgfältig ausgewählten Antibiotika, die für das ungeborene Kind sicher sind. Die Auswahl der Medikamente obliegt dem behandelnden Arzt.
Vorbeugende Maßnahmen:
- Regelmäßige Urinkontrollen bei der Schwangerschaftsvorsorge
- Sofortige Behandlung von Blasenentzündungen
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
- Gute Intimhygiene
Chronische Pyelonephritis
Die chronische Pyelonephritis ist eine langfristige, oft schleichend verlaufende Entzündung der Nieren, die zu dauerhaften Schäden führen kann.
Ursachen und Entstehung:
- Wiederholte akute Nierenbeckenentzündungen
- Vesikoureteraler Reflux (besonders bei Kindern)
- Chronische Harnabflussstörungen
- Anatomische Anomalien
- Unvollständig behandelte akute Infektionen
Symptome der chronischen Form: Die Symptome sind oft mild und unspezifisch:
- Wiederkehrende Harnwegsinfekte
- Dumpfe Flankenschmerzen
- Müdigkeit und Schwäche
- Leichtes, wiederkehrendes Fieber
- Bluthochdruck
- Verschlechterung der Nierenfunktion
Langzeitfolgen:
- Niereninsuffizienz
- Bluthochdruck
- Schrumpfniere
- Im Extremfall: Nierenversagen mit Dialysepflichtigkeit
Behandlungsansätze: Die Behandlung konzentriert sich auf:
- Behandlung akuter Schübe
- Beseitigung zugrunde liegender Ursachen
- Langfristige Überwachung der Nierenfunktion
- Blutdruckkontrolle
- Evtl. langfristige Antibiotikaprophylaxe (nach ärztlicher Anweisung)
Unterschied: Blasenentzündung vs. Nierenbeckenentzündung
Oft beginnt eine Nierenbeckenentzündung als einfache Blasenentzündung (Zystitis), die dann auf die Nieren übergreift. Es ist wichtig, die Unterschiede zu kennen:
| Merkmal | Blasenentzündung | Nierenbeckenentzündung |
|---|---|---|
| Fieber | Selten oder nur leicht | Meist hohes Fieber >38,5°C |
| Allgemeinzustand | Wenig beeinträchtigt | Stark beeinträchtigt, schweres Krankheitsgefühl |
| Schmerzen | Beim Wasserlassen, Unterbauch | Flanke/Rücken, zusätzlich beim Wasserlassen |
| Schüttelfrost | Nein | Häufig |
| Übelkeit/Erbrechen | Selten | Häufig |
| Behandlungsdauer | 3-7 Tage | 10-14 Tage |
| Komplikationsrisiko | Gering | Hoch |
Wie eine Zystitis zur Pyelonephritis werden kann: Bakterien aus der Blase können über die Harnleiter aufsteigen und die Nieren erreichen. Dies passiert besonders leicht bei:
- Unbehandelten Blasenentzündungen
- Geschwächtem Immunsystem
- Harnabflussstörungen
- Anatomischen Besonderheiten
Wann zum Arzt? Bei einer Blasenentzündung sollten Sie einen Arzt aufsuchen, wenn:
- Fieber auftritt
- Die Beschwerden nach 2-3 Tagen nicht besser werden
- Blut im Urin sichtbar ist
- Flankenschmerzen hinzukommen
- Der Allgemeinzustand sich verschlechtert
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie lange dauert die Heilung einer Nierenbeckenentzündung?
Bei rechtzeitiger und angemessener Behandlung bessern sich die Symptome meist innerhalb von 24-48 Stunden. Die vollständige Heilung dauert in der Regel 10-14 Tage. Die Antibiotika sollten immer über den gesamten verordneten Zeitraum eingenommen werden.
Kann eine Nierenbeckenentzündung von selbst heilen?
Nein, eine bakterielle Pyelonephritis heilt nicht von selbst und muss mit Antibiotika behandelt werden. Ohne Behandlung kann sie zu schwerwiegenden Komplikationen führen.
Ist Pyelonephritis ansteckend?
Eine Nierenbeckenentzündung ist nicht direkt ansteckend. Die verursachenden Bakterien kommen oft aus der körpereigenen Darmflora und gelangen über die Harnwege zu den Nieren.
Darf ich bei Nierenbeckenentzündung arbeiten oder Sport treiben?
Während der akuten Phase mit Fieber und starken Beschwerden sollten Sie sich schonen und im Bett bleiben. Arbeiten und Sport sind erst wieder möglich, wenn Sie fieberfrei sind und sich deutlich besser fühlen. Fragen Sie Ihren Arzt nach einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung.
Welcher Arzt ist zuständig?
Erste Anlaufstelle ist Ihr Hausarzt. Bei komplizierten Verläufen kann eine Überweisung zum Urologen oder Nephrologen (Nierenspezialist) notwendig sein.
Wie unterscheidet sich die Behandlung bei Kindern?
Bei Kindern werden andere Antibiotika und Dosierungen verwendet. Kinder werden häufiger stationär behandelt, da Komplikationen schneller auftreten können.
Können Männer auch betroffen sein?
Ja, aber deutlich seltener als Frauen. Bei Männern ist oft eine anatomische Ursache wie eine vergrößerte Prostata beteiligt.
Was essen und trinken bei Nierenbeckenentzündung?
Trinken Sie viel Wasser und ungesüßte Tees. Vermeiden Sie Alkohol und koffeinhaltige Getränke. Bei der Ernährung sind keine speziellen Einschränkungen nötig, außer Sie vertragen aufgrund der Übelkeit bestimmte Speisen nicht.
Wann zum Arzt?
Sofort zum Arzt oder in die Notaufnahme bei:
- Hohem Fieber über 38,5°C zusammen mit Flankenschmerzen
- Starkem Schüttelfrost
- Blutigem Urin
- Anzeichen einer Sepsis (Bewusstseinsstörungen, sehr niedriger Blutdruck)
- Starken Schmerzen, die sich durch Schmerzmittel nicht lindern lassen
- Anhaltender Übelkeit und Erbrechen
- Ausbleibender Urinproduktion
Zeitnah zum Hausarzt bei:
- Ersten Anzeichen einer Harnwegsinfektion
- Brennen beim Wasserlassen mit Fieber
- Häufigen Harnwegsinfekten
- Verdacht auf eine Blasenentzündung, die sich verschlechtert
Notfallsituationen erkennen: Eine Nierenbeckenentzündung wird zum medizinischen Notfall, wenn Anzeichen einer Sepsis auftreten. Rufen Sie sofort den Notarzt (112), wenn Sie zusätzlich zu den typischen Symptomen bemerken:
- Verwirrtheit oder Bewusstseinseintrübung
- Sehr niedriger Blutdruck
- Schnelle, flache Atmung
- Bläuliche Verfärbung von Lippen oder Fingern
- Sehr hohes Fieber über 40°C
Zusammenfassung und Fazit
Eine Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) ist eine ernste bakterielle Infektion der oberen Harnwege, die umgehend behandelt werden muss. Die typischen Symptome – hohes Fieber, Flankenschmerzen und Beschwerden beim Wasserlassen – sollten als Warnsignale ernst genommen werden.
Die wichtigsten Punkte im Überblick:
- Frauen sind häufiger betroffen als Männer
- Die Infektion entsteht meist durch aufsteigende Bakterien aus der Blase
- Unbehandelt kann sie zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen
- Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika unter ärztlicher Aufsicht
- Vorbeugende Maßnahmen können das Risiko deutlich senken
Besonders wichtig ist die frühzeitige Behandlung, da eine verschleppte Pyelonephritis zu dauerhaften Nierenschäden führen kann. Eine einfache Blasenentzündung sollte daher immer ernst genommen und angemessen behandelt werden, um ein Übergreifen auf die Nieren zu verhindern.
Die Prävention spielt eine zentrale Rolle: Ausreichendes Trinken, gute Intimhygiene und die Vermeidung von Risikofaktoren können viele Harnwegsinfekte und damit auch Nierenbeckenentzündungen verhindern.
Bei ersten Anzeichen einer Harnwegsinfektion, besonders wenn Fieber hinzukommt, sollten Sie nicht zögern und umgehend ärztlichen Rat einholen. Eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung sind der Schlüssel für eine vollständige Heilung ohne Komplikationen.
Fuente de referencia:
- Robert Koch Institut – Infektionskrankheiten
- Deutsche Gesellschaft für Nephrologie
- Deutsche Gesellschaft für Urologie
- AWMF – Leitlinien zu Harnwegsinfektionen
- Deutsches Ärzteblatt – Pyelonephritis
Wichtiger medizinischer Hinweis
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