In Deutschland leiden etwa 400.000 Menschen an chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED), wobei Morbus Crohn eine der häufigsten Formen darstellt. Diese komplexe Erkrankung betrifft Menschen aller Altersgruppen, wobei die meisten Diagnosen zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr gestellt werden. Morbus Crohn ist eine chronische Entzündung des Verdauungstrakts, die sich von anderen Darmerkrankungen wie der Colitis ulcerosa durch ihre charakteristischen Merkmale unterscheidet.
Dieser umfassende Ratgeber erklärt Ihnen alles Wichtige über Morbus Crohn: von den ersten Warnzeichen über moderne Diagnoseverfahren bis hin zu wirksamen Behandlungsmöglichkeiten. Sie erfahren, wie Sie die Symptome richtig deuten, welche Ursachen der Erkrankung zugrunde liegen und wie ein erfülltes Leben mit dieser chronisch entzündlichen Darmerkrankung möglich ist.
Was ist Morbus Crohn? – Grundlagen verstehen
Morbus Crohn, auch als Crohn-Krankheit bezeichnet, ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED), die prinzipiell jeden Abschnitt des Verdauungstrakts befallen kann – vom Mund bis zum After. Im Gegensatz zu anderen Darmerkrankungen ist die Entzündung bei Morbus Crohn diskontinuierlich, das bedeutet, zwischen entzündeten Bereichen liegen gesunde Darmabschnitte.
Medizinische Definition und Charakteristika
Die chronisch entzündliche Darmerkrankung Morbus Crohn zeichnet sich durch eine transmurale Entzündung aus, die alle Wandschichten des Darms betrifft. Am häufigsten sind das terminale Ileum (Endabschnitt des Dünndarms) und der Dickdarm betroffen. Die Erkrankung verläuft typischerweise schubweise – Phasen mit aktiver Entzündung wechseln sich mit beschwerdefreien oder beschwerdeärmeren Intervallen ab.
Ein charakteristisches Merkmal der Crohn-Krankheit ist das segmentale Befallsmuster: Entzündete Darmabschnitte werden von gesunden Bereichen unterbrochen, was als „Skip Lesions“ bezeichnet wird. Diese Eigenschaft hilft Ärzten bei der Abgrenzung zu anderen chronisch entzündlichen Darmerkrankungen.
Epidemiologie und Häufigkeit
In Deutschland erkranken jährlich etwa 5-10 von 100.000 Einwohnern neu an Morbus Crohn. Die Prävalenz, also die Gesamtzahl der Betroffenen, liegt bei etwa 100-200 Fällen pro 100.000 Einwohner. Auffällig ist eine Zunahme der Neuerkrankungen in den letzten Jahrzehnten, besonders in industrialisierten Ländern.
Die meisten Patienten erkranken zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr, wobei es einen zweiten, kleineren Erkrankungsgipfel zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr gibt. Frauen und Männer sind etwa gleich häufig betroffen, wobei regionale Unterschiede beobachtet werden können.
Unterschied zu anderen Darmerkrankungen
Die Abgrenzung von Morbus Crohn zu anderen chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, insbesondere zur Colitis ulcerosa, ist für die richtige Behandlung entscheidend. Während bei Colitis ulcerosa nur der Dickdarm betroffen ist und die Entzündung kontinuierlich verläuft, kann Morbus Crohn den gesamten Verdauungstrakt befallen.
Auch vom Reizdarmsyndrom lässt sich die Crohn-Krankheit klar unterscheiden: Bei Morbus Crohn liegen echte entzündliche Veränderungen vor, die durch bildgebende Verfahren und Laboruntersuchungen nachweisbar sind, während beim Reizdarm keine strukturellen Veränderungen feststellbar sind.
Symptome von Morbus Crohn – Warnzeichen erkennen
Die Symptome von Morbus Crohn können vielfältig sein und variieren stark zwischen den Patienten. Da die chronisch entzündliche Darmerkrankung jeden Bereich des Verdauungstrakts betreffen kann, hängen die Beschwerden stark vom Ort und Ausmaß der Entzündung ab.
Hauptsymptome der Crohn-Krankheit
Bauchschmerzen und Krämpfe gehören zu den häufigsten und belastendsten Symptomen. Diese treten typischerweise im rechten Unterbauch auf, können aber je nach Befallsmuster auch andere Bauchregionen betreffen. Die Schmerzen verstärken sich oft nach dem Essen und können krampfartig auftreten.
Chronischer Durchfall ist ein weiteres Leitsymptom der chronisch entzündlichen Darmerkrankung. Betroffene leiden oft unter wässrigen bis breiigen Stühlen, die manchmal Blut oder Schleim enthalten. Die Häufigkeit kann von wenigen bis zu über zehn Stuhlgängen pro Tag variieren.
Ungewollter Gewichtsverlust entwickelt sich bei vielen Patienten durch die verminderte Nährstoffaufnahme und den oft reduzierten Appetit. Besonders bei jüngeren Patienten kann dies auch zu Wachstumsverzögerungen führen.
Weitere häufige Symptome umfassen Fieber, Erschöpfung, Appetitlosigkeit und ein allgemeines Krankheitsgefühl, besonders während akuter Krankheitsschübe.
Zusätzliche intestinale Beschwerden
Neben den Hauptsymptomen können weitere Darmbeschwerden auftreten: Blähungen, Übelkeit und Erbrechen sind häufig, ebenso wie Veränderungen der Stuhlkonsistenz und -farbe. Bei Befall des Enddarms oder Afters können perianale Beschwerden wie Fisteln, Abszesse oder Fissuren entstehen, die zusätzliche Schmerzen und Komplikationen verursachen.
Extraintestinale Manifestationen
Morbus Crohn kann auch Symptome außerhalb des Darms verursachen. Diese extraintestinalen Manifestationen betreffen etwa 25-40% der Patienten und können verschiedene Organsysteme einbeziehen:
Gelenkbeschwerden wie Arthritis treten bei etwa 20% der Patienten auf und können sowohl die großen als auch die kleinen Gelenke betreffen. Hautveränderungen wie Erythema nodosum oder Pyoderma gangraenosum sind seltener, aber charakteristisch für CED. Augenentzündungen, insbesondere die Uveitis, sowie Leberbeteiligung und Osteoporose können ebenfalls auftreten.
Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?
Bestimmte Symptome sollten Sie veranlassen, zeitnah einen Arzt zu konsultieren:
- Anhaltende Bauchschmerzen über mehrere Tage
- Durchfall mit Blut oder Schleim
- Ungewollter Gewichtsverlust von mehr als 5% des Körpergewichts
- Fieber in Kombination mit Bauchbeschwerden
- Symptome, die die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen
Als Notfallsymptome gelten starke, plötzlich einsetzende Bauchschmerzen, hohes Fieber, starke Blutungen oder Zeichen eines Darmverschlusses.
Ursachen und Risikofaktoren von Morbus Crohn
Die genauen Ursachen von Morbus Crohn sind bis heute nicht vollständig verstanden. Die Forschung zeigt jedoch, dass es sich um eine multifaktorielle Erkrankung handelt, bei der genetische Veranlagung, Umweltfaktoren und eine Fehlregulation des Immunsystems zusammenwirken.
Genetische Faktoren und familiäre Häufung
Eine genetische Veranlagung spielt bei der Entstehung der chronisch entzündlichen Darmerkrankung eine wichtige Rolle. Etwa 10-25% der Patienten haben Verwandte ersten Grades, die ebenfalls an einer CED leiden. Wenn ein Elternteil betroffen ist, liegt das Risiko für Kinder bei etwa 2-5%.
Wissenschaftler haben mittlerweile über 200 Genregionen identifiziert, die mit Morbus Crohn in Verbindung stehen. Diese Gene beeinflussen vor allem die Immunantwort und die Barrierefunktion der Darmwand.
Immunsystem und Entzündungsreaktion
Bei Morbus Crohn liegt eine Fehlregulation des Immunsystems vor. Das Immunsystem reagiert überschießend auf normalerweise harmlose Darmbakterien und körpereigenes Gewebe. Diese Autoimmunreaktion führt zu einer chronischen Entzündung der Darmwand.
Die Darmflora (Mikrobiom) spielt dabei eine zentrale Rolle. Bei Patienten mit Crohn-Krankheit ist die Zusammensetzung der Darmbakterien verändert – eine sogenannte Dysbiose liegt vor. Diese kann sowohl Ursache als auch Folge der Entzündung sein.
Umweltfaktoren und Lebensstil
Rauchen ist der stärkste bekannte Umweltrisikofaktor für Morbus Crohn. Raucher haben ein 2-4fach erhöhtes Risiko, an der Crohn-Krankheit zu erkranken, und erleiden häufiger schwere Verläufe mit Komplikationen. Besonders bemerkenswert ist, dass bei der verwandten Colitis ulcerosa das Rauchen eher protektiv wirkt.
Weitere Umweltfaktoren umfassen bestimmte Ernährungsgewohnheiten (ballaststoffarme, zuckerreiche Ernährung), die Einnahme von Antibiotika in der Kindheit, und psychischer Stress. Die sogenannte Hygiene-Hypothese besagt, dass eine zu sterile Umgebung in der Kindheit das Immunsystem nicht ausreichend „trainiert“, was später zu Autoimmunerkrankungen beitragen kann.
Diagnose von Morbus Crohn – Der Weg zur Gewissheit
Die Diagnose von Morbus Crohn erfordert eine sorgfältige Untersuchung und den Einsatz verschiedener diagnostischer Verfahren. Da es keinen einzelnen Test gibt, der die Erkrankung zweifelsfrei nachweist, stützt sich die Diagnose auf eine Kombination aus Anamnese, körperlicher Untersuchung, Laborwerten und bildgebenden Verfahren.
Anamnese und körperliche Untersuchung
Das ausführliche Arzt-Patienten-Gespräch ist der erste und wichtigste Schritt. Der Arzt erfragt systematisch alle Symptome, deren Dauer und Intensität, sowie mögliche Auslöser. Besonders wichtig sind Informationen über Familiengeschichte, Rauchgewohnheiten und vorhergehende Erkrankungen.
Ein Symptomtagebuch kann dabei helfen, Muster zu erkennen und den Verlauf zu dokumentieren. Bei der körperlichen Untersuchung tastet der Arzt den Bauch ab, um druckschmerzhafte Bereiche, Schwellungen oder tastbare Darmabschnitte zu identifizieren.
Laboruntersuchungen
Verschiedene Laborwerte können Hinweise auf eine chronisch entzündliche Darmerkrankung geben. Entzündungsmarker wie CRP (C-reaktives Protein) und BSG (Blutsenkungsgeschwindigkeit) sind oft erhöht. Das Blutbild kann eine Anämie oder erhöhte Entzündungszellen zeigen.
Ein besonders wichtiger Test ist die Bestimmung von Calprotectin im Stuhl. Dieser Marker zeigt eine Darmentzündung an und ist bei Morbus Crohn typischerweise stark erhöht. Gleichzeitig werden Stuhlproben auf Infektionserreger untersucht, um andere Ursachen auszuschließen.
Bildgebende Verfahren
Die Koloskopie (Darmspiegelung) gilt als Goldstandard der CED-Diagnostik. Sie ermöglicht die direkte Betrachtung der Darmschleimhaut und die Entnahme von Gewebeproben. Bei Morbus Crohn zeigen sich charakteristische Veränderungen wie diskontinuierlicher Befall, tiefe Geschwüre und ein „Kopfsteinpflaster“-ähnliches Aussehen der Schleimhaut.
Die MRT-Enterographie (MR-Sellink) hat sich als wichtiges Verfahren zur Beurteilung des Dünndarms etabliert. Sie kann Entzündungen, Verdickungen der Darmwand und Komplikationen wie Stenosen oder Fisteln darstellen, ohne den Patienten Röntgenstrahlung auszusetzen.
Weitere bildgebende Verfahren wie Ultraschall, CT-Abdomen oder Kapselendoskopie kommen je nach Fragestellung zum Einsatz.
Histologische Untersuchung
Die feingewebliche Untersuchung von Gewebeproben, die während der Endoskopie entnommen werden, bestätigt die Diagnose. Typische histologische Merkmale von Morbus Crohn sind granulomatöse Entzündungen, die alle Wandschichten betreffen können.
Behandlung von Morbus Crohn – Moderne Therapieansätze
Die Behandlung von Morbus Crohn hat sich in den letzten Jahren erheblich verbessert. Moderne Therapiekonzepte zielen darauf ab, die Entzündung zu kontrollieren, Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Wichtig ist es zu verstehen, dass jede Behandlung individuell an den Patienten angepasst werden muss.
Therapieziele und Grundprinzipien
Die Hauptziele der Morbus Crohn-Behandlung umfassen das Erreichen und Erhalten einer Remission, die Verbesserung der Lebensqualität und die Vermeidung von Komplikationen. Moderne Therapiekonzepte unterscheiden zwischen der Behandlung akuter Schübe und der langfristigen Erhaltungstherapie.
Medikamentöse Therapieoptionen
Wichtiger Hinweis: Alle medikamentösen Behandlungen müssen mit einem Facharzt für Gastroenterologie besprochen und überwacht werden. Niemals sollten Sie Medikamente eigenständig einnehmen oder absetzen, ohne vorher Ihren Arzt zu konsultieren.
Die medikamentöse Therapie der chronisch entzündlichen Darmerkrankung umfasst verschiedene Wirkstoffklassen, die je nach Schweregrad und individuellem Verlauf eingesetzt werden. Zur akuten Schubtherapie werden oft entzündungshemmende Medikamente verwendet, während für die Langzeitbehandlung immunmodulierende Substanzen zum Einsatz kommen.
Moderne biologische Therapeutika haben die Behandlungsmöglichkeiten erheblich erweitert und können bei schweren Verläufen eingesetzt werden. Diese gezielten Therapien greifen spezifisch in Entzündungsprozesse ein und können auch bei Patienten wirksam sein, die auf herkömmliche Behandlungen nicht ansprechen.
Ernährungstherapie bei Morbus Crohn
Die Ernährung spielt eine zentrale Rolle im Management der Crohn-Krankheit. Während akuter Schübe kann eine angepasste Ernährung die Symptome lindern und den Darm entlasten. In beschwerdefreien Phasen sollte eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung angestrebt werden.
Bei schweren Schüben kann eine enterale Ernährung mit speziellen Trinknahrungen sinnvoll sein. Diese kann den Darm entlasten und gleichzeitig eine ausreichende Nährstoffversorgung sicherstellen. Viele Patienten profitieren davon, ein Ernährungstagebuch zu führen, um individuelle Trigger-Lebensmittel zu identifizieren.
Besondere Aufmerksamkeit sollte der Vermeidung von Mangelernährung gelten. Patienten mit Morbus Crohn haben ein erhöhtes Risiko für Vitamin- und Mineralstoffmängel, insbesondere Vitamin B12, Vitamin D, Folsäure und Eisen. Eine regelmäßige Kontrolle und gegebenenfalls Supplementierung ist wichtig.
Chirurgische Behandlungsoptionen
Etwa 70-80% aller Morbus Crohn-Patienten benötigen im Verlauf ihrer Erkrankung mindestens eine Operation. Chirurgische Eingriffe kommen bei Komplikationen wie Stenosen, Fisteln, Abszessen oder bei Therapieresistenz in Betracht.
Moderne chirurgische Verfahren sind minimal-invasiv und darmsparend. Das Ziel ist immer, so wenig Darm wie möglich zu entfernen und die Funktion zu erhalten. Nach operativen Eingriffen ist eine medikamentöse Rezidivprophylaxe meist erforderlich.
Leben mit Morbus Crohn – Alltag und Lebensqualität
Eine Diagnose von Morbus Crohn bedeutet nicht das Ende eines erfüllten Lebens. Mit der richtigen Behandlung und Anpassungen im Alltag können die meisten Patienten eine gute Lebensqualität erreichen und ihre gewohnten Aktivitäten fortsetzen.
Krankheitsbewältigung und psychische Gesundheit
Die Diagnose einer chronischen Erkrankung kann emotional belastend sein. Gefühle wie Angst, Trauer oder Wut sind normal und Teil des Anpassungsprozesses. Professionelle psychologische Unterstützung kann dabei helfen, mit der Erkrankung umzugehen und Bewältigungsstrategien zu entwickeln.
Entspannungstechniken, Stressmanagement und regelmäßige körperliche Aktivität können nicht nur das allgemeine Wohlbefinden verbessern, sondern möglicherweise auch den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.
Ernährung im Alltag
Eine ausgewogene Ernährung ist besonders wichtig für Menschen mit Morbus Crohn. Während es keine universelle „Morbus Crohn-Diät“ gibt, können individuelle Ernährungsanpassungen helfen, Symptome zu reduzieren und Mangelernährung vorzubeugen.
Viele Patienten vertragen kleinere, häufigere Mahlzeiten besser als große Portionen. Ballaststoffreiche Lebensmittel können während akuter Schübe problematisch sein, sind aber in Remissionsphasen meist gut verträglich. Ein Ernährungstagebuch hilft dabei, persönliche Trigger zu identifizieren.
Beruf und soziale Aspekte
Morbus Crohn muss nicht zwangsläufig zu Einschränkungen im Berufsleben führen. Viele Patienten können in ihrem gewohnten Arbeitsfeld tätig bleiben. Wichtig ist eine offene Kommunikation mit dem Arbeitgeber über mögliche Anpassungen, wie flexible Arbeitszeiten oder die Nähe zu sanitären Anlagen.
Je nach Schweregrad der Erkrankung kann ein Schwerbehindertenausweis beantragt werden, der verschiedene Vorteile und Schutzrechte bietet. Sozialberatungsstellen können bei Fragen zu finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten helfen.
Reisen und Mobilität
Reisen ist auch mit Morbus Crohn möglich, erfordert aber eine sorgfältige Planung. Eine ausreichende Medikamentenversorgung, Informationen über medizinische Versorgung am Reiseziel und eventuell eine ärztliche Bescheinigung in der Landessprache sind wichtige Vorbereitungen.
Die „Toilettenkarte“ der Deutschen Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung kann unterwegs hilfreich sein, um schnell Zugang zu sanitären Anlagen zu finden.
Komplikationen und Langzeitfolgen
Obwohl die moderne Behandlung von Morbus Crohn sehr effektiv ist, können im Verlauf der Erkrankung verschiedene Komplikationen auftreten. Das frühzeitige Erkennen und Behandeln dieser Komplikationen ist entscheidend für den langfristigen Therapieerfolg.
Häufige Komplikationen
Fisteln gehören zu den charakteristischen Komplikationen der Crohn-Krankheit. Diese abnormen Verbindungen können zwischen verschiedenen Darmabschnitten, zum Genitalbereich oder zur Haut entstehen. Perianale Fisteln sind besonders häufig und oft schmerzhaft.
Stenosen (Darmverengungen) entwickeln sich durch chronische Entzündung und Narbenbildung. Sie können zu Darmverschlüssen führen und erfordern oft operative Behandlung. Abszesse können sich im Bauchraum oder perianal bilden und müssen meist chirurgisch drainiert werden.
Langzeitfolgen und Begleiterkrankungen
Patienten mit Morbus Crohn haben ein erhöhtes Risiko für Mangelernährung aufgrund der chronischen Entzündung und möglichen Darmresektionen. Osteoporose tritt häufiger auf, sowohl durch die Erkrankung selbst als auch durch bestimmte Medikamente.
Das Darmkrebsrisiko ist bei langjährigem Morbus Crohn leicht erhöht, weshalb regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wichtig sind. Bei Kindern und Jugendlichen kann die chronisch entzündliche Darmerkrankung zu Wachstumsstörungen führen.
Prognose und Langzeitverlauf
Die Prognose bei Morbus Crohn hat sich durch moderne Therapien erheblich verbessert. Die meisten Patienten können heute ein nahezu normales Leben führen, auch wenn die Erkrankung chronisch verläuft und nicht heilbar ist.
Die Lebenserwartung von Morbus Crohn-Patienten ist nur minimal verkürzt und entspricht bei guter medizinischer Betreuung weitgehend der der Allgemeinbevölkerung. Entscheidend für einen günstigen Verlauf sind frühe Diagnose, konsequente Therapie und regelmäßige ärztliche Kontrollen.
Etwa 50-70% der Patienten erreichen unter moderner Therapie eine anhaltende Remission. Faktoren für einen günstigen Verlauf sind junges Erkrankungsalter ohne Komplikationen, Nichtrauchen und gute Therapieadhärenz.
Forschung und Zukunftsperspektiven
Die Forschung zu chronisch entzündlichen Darmerkrankungen ist sehr aktiv und bringt kontinuierlich neue Erkenntnisse hervor. Aktuelle Forschungsschwerpunkte umfassen die Entwicklung neuer Medikamente, die Erforschung des Mikrobioms und die Personalisierung der Therapie.
Besonders vielversprechend sind Ansätze der personalisierten Medizin, bei denen Therapien anhand genetischer Marker und individueller Krankheitscharakteristika ausgewählt werden. Die Stammzellforschung und Gentherapie bieten langfristig weitere Hoffnung auf neue Behandlungsmöglichkeiten.
Hilfreiche Ressourcen und Anlaufstellen
Für Patienten mit Morbus Crohn stehen verschiedene Unterstützungsangebote zur Verfügung. Die Deutsche Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV e.V.) ist die größte Patientenorganisation und bietet umfassende Informationen, Beratung und Selbsthilfegruppen.
Zertifizierte CED-Kompetenzzentren gewährleisten eine spezialisierte medizinische Betreuung nach neuesten Standards. Viele Kliniken und Praxen bieten spezielle CED-Sprechstunden an, in denen sich Ärzte ausschließlich auf die Behandlung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen konzentrieren.
Online-Plattformen, Apps für CED-Patienten und Foren ermöglichen den Austausch mit anderen Betroffenen und bieten praktische Hilfen für den Alltag.
Häufig gestellte Fragen zu Morbus Crohn
Ist Morbus Crohn heilbar? Morbus Crohn ist nicht heilbar, aber mit modernen Therapien sehr gut behandelbar. Viele Patienten erreichen eine lang anhaltende Remission ohne Symptome.
Ist die Crohn-Krankheit vererbbar? Es gibt eine genetische Veranlagung, aber Morbus Crohn wird nicht direkt vererbt. Das Risiko für Kinder betroffener Eltern ist nur leicht erhöht.
Kann man mit Morbus Crohn normal leben? Ja, mit der richtigen Behandlung können die meisten Patienten ein erfülltes Leben führen, arbeiten und reisen.
Welche Ernährung ist am besten? Es gibt keine spezielle Morbus Crohn-Diät. Eine ausgewogene, individuell angepasste Ernährung ist am besten.
Ist Morbus Crohn ansteckend? Nein, die chronisch entzündliche Darmerkrankung ist nicht ansteckend.
Fazit: Ein Leben mit Morbus Crohn ist möglich
Morbus Crohn ist eine komplexe chronisch entzündliche Darmerkrankung, die mit den richtigen Therapieansätzen gut kontrolliert werden kann. Die wichtigsten Symptome wie Bauchschmerzen, Durchfall und Gewichtsverlust lassen sich durch moderne Behandlungsmethoden effektiv behandeln.
Entscheidend für den Erfolg ist eine frühe Diagnose, eine individuell angepasste Therapie und eine gute Zusammenarbeit zwischen Patient und Behandlungsteam. Mit der heutigen medizinischen Versorgung können die meisten Menschen mit Morbus Crohn ein erfülltes Leben führen.
Falls Sie Symptome bemerken, die auf eine chronisch entzündliche Darmerkrankung hindeuten könnten, zögern Sie nicht, einen Arzt zu konsultieren. Je früher die Diagnose gestellt und eine geeignete Behandlung eingeleitet wird, desto besser sind die Aussichten für einen milden Krankheitsverlauf und eine hohe Lebensqualität.
Fuente de referencia:
- Robert Koch-Institut (RKI)
- Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS)
- Deutsche Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV e.V.)
- Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF)
- Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Krankheiten von Magen, Darm und Leber sowie von Störungen des Stoffwechsels und der Ernährung (Gastro-Liga) e.V.
Wichtiger medizinischer Hinweis
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