Infektionen der oberen Atemwege gehören zu den häufigsten Erkrankungen weltweit und betreffen Millionen von Menschen, besonders in den kälteren Monaten. Diese Atemwegsinfektionen umfassen verschiedene Krankheitsbilder wie die klassische Erkältung, grippale Infekte und andere Entzündungen der oberen Atemwege. Während die meisten dieser Infektionen harmlos verlaufen und von selbst abheilen, können sie dennoch erhebliche Beschwerden wie Schnupfen, Halsschmerzen und Kopfschmerzen verursachen.
Die oberen Atemwege umfassen alle Strukturen oberhalb der Stimmbänder, einschließlich Nase, Nasennebenhöhlen, Rachen und Kehlkopf. Im Gegensatz zu Infektionen der unteren Atemwege, die Bronchien und Lunge betreffen, sind Erkrankungen der oberen Atemwege in der Regel weniger schwerwiegend, können aber dennoch die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.
Was ist eine Infektion der oberen Atemwege?
Eine Infektion der oberen Atemwege ist eine entzündliche Erkrankung, die verschiedene Bereiche des oberen Atmungssystems betrifft. Die Anatomie der oberen Atemwege umfasst die Nase mit ihren Nasennebenhöhlen, den Rachen (Pharynx), den Kehlkopf bis zu den Stimmbändern sowie die Mandeln und das lymphatische Gewebe.
Es ist wichtig, zwischen verschiedenen Begriffen zu unterscheiden: Ein grippaler Infekt, auch Erkältung genannt, ist eine durch Viren verursachte Atemwegsinfektion der oberen Atemwege. Im Gegensatz zur echten Grippe (Influenza) verläuft ein grippaler Infekt meist milder und kürzer. Während eine Erkältung typischerweise schleichend beginnt und hauptsächlich die Nase und den Rachen betrifft, startet eine echte Grippe plötzlich mit hohem Fieber und ausgeprägten Allgemeinsymptomen.
Ursachen von Atemwegsinfektionen
Virale Erreger – die häufigste Ursache
Über 90% aller Infektionen der oberen Atemwege werden durch Viren verursacht. Die wichtigsten Vertreter sind Rhinoviren, die für etwa 30-35% aller Erkältungen verantwortlich sind. Weitere häufige virale Erreger sind Coronaviren (verschiedene Stämme, nicht COVID-19 spezifisch), Adenoviren, das Respiratory-Syncytial-Virus (RSV) und Influenzaviren.
Bakterielle Erreger
Bakterielle Infektionen der oberen Atemwege sind deutlich seltener und treten oft als Sekundärinfektionen nach einem viralen Infekt auf. Zu den häufigsten bakteriellen Erregern gehören Streptokokken und Staphylokokken.
Übertragungswege und Risikofaktoren
Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion beim Niesen, Husten oder Sprechen sowie durch Kontaktinfektion über kontaminierte Hände und Oberflächen. Die Inkubationszeit beträgt meist 1-3 Tage.
Verschiedene Faktoren erhöhen das Risiko für eine Atemwegsinfektion: ein geschwächtes Immunsystem, chronischer Stress und Schlafmangel, Kälteexposition, trockene Raumluft, Rauchen und Passivrauchen sowie enger Kontakt zu erkrankten Personen in Kindergärten, Büros oder anderen Gemeinschaftseinrichtungen.
Symptome und Beschwerden
Frühsymptome einer Atemwegsinfektion
Die ersten Anzeichen einer beginnenden Erkältung oder eines grippalen Infekts sind oft subtil: Ein Kratzen im Hals, häufiges Niesen und eine allgemeine Müdigkeit oder Abgeschlagenheit können erste Warnsignale sein.
Hauptsymptome im Verlauf
Im weiteren Verlauf entwickeln sich die charakteristischen Symptome einer Infektion der oberen Atemwege:
Schnupfen (Rhinitis) ist eines der häufigsten Symptome und äußert sich durch eine verstopfte Nase, Fließschnupfen mit zunächst wässrigem, später dickflüssigem Sekret und verstärkten Niesreiz.
Halsschmerzen (Pharyngitis) entstehen durch die Entzündung der Rachenschleimhaut und können mit Schluckbeschwerden, einem geröteten Rachen und Heiserkeit einhergehen.
Weitere typische Beschwerden sind Husten, der zunächst trocken und reizend ist, später aber produktiv werden kann, sowie Kopfschmerzen, leichte Gliederschmerzen und manchmal leichtes Fieber oder erhöhte Temperatur zwischen 37,5°C und 38,5°C.
Verlauf und Dauer der Symptome
Eine typische Erkältung oder ein grippaler Infekt entwickelt sich über 7-10 Tage. In den ersten 1-2 Tagen treten die Frühsymptome auf, gefolgt von den Hauptsymptomen am 3.-5. Tag. Ab dem 6.-7. Tag bessern sich die Beschwerden allmählich. Die Ansteckungsfähigkeit ist in den ersten 2-3 Tagen nach Symptombeginn am höchsten.
Warnsignale für ernsthafte Komplikationen
Bestimmte Symptome erfordern eine ärztliche Abklärung: hohes Fieber über 39°C, Atemnot oder Kurzatmigkeit, starke Brustschmerzen, Symptome, die länger als 10 Tage anhalten, oder eine deutliche Verschlechterung nach anfänglicher Besserung.
Diagnose von Atemwegsinfektionen
Die Diagnose einer Infektion der oberen Atemwege erfolgt meist durch eine ausführliche Anamnese und körperliche Untersuchung. Der Arzt erfragt die Symptome und deren Verlauf, inspiziert Rachen und Nase, tastet die Lymphknoten ab und hört die Lunge ab.
Weitere Untersuchungen wie Rachenabstriche, Blutuntersuchungen oder Schnelltests für Influenza oder Streptokokken sind nur in bestimmten Fällen notwendig, beispielsweise bei Verdacht auf eine bakterielle Infektion oder bei Risikopatienten.
Wichtig ist die Differenzialdiagnose zu anderen Erkrankungen wie COVID-19, echter Grippe oder bakteriellen Infektionen, die eine spezifische Behandlung erfordern könnten.
Behandlung und Therapie
Allgemeine Maßnahmen und Selbsthilfe
Da die meisten Infektionen der oberen Atemwege viral bedingt sind, steht die symptomatische Behandlung im Vordergrund. Die wichtigsten Maßnahmen sind:
Ruhe und Schonung: Ausreichend Schlaf unterstützt das Immunsystem bei der Bekämpfung der Infektion. Bei stärkeren Beschwerden sollte eine Krankschreibung in Betracht gezogen werden.
Ausreichend trinken: Mindestens 2-3 Liter Flüssigkeit täglich helfen dabei, die Schleimhäute feucht zu halten und Sekrete zu verflüssigen. Geeignet sind Wasser, warme Tees und klare Brühen.
Luftfeuchtigkeit erhöhen: Trockene Raumluft verschlimmert die Beschwerden. Luftbefeuchter oder feuchte Tücher auf der Heizung können helfen.
Inhalation: Das Einatmen von Wasserdampf oder Kochsalzlösung kann Schnupfen und Husten lindern. Ätherische Öle sollten vorsichtig und nur in geringen Mengen verwendet werden.
Medikamentöse Behandlung
Die medikamentöse Therapie konzentriert sich auf die Linderung der Symptome. Bei Schnupfen können abschwellende Nasensprays kurzfristig Erleichterung verschaffen, sollten aber nicht länger als 7 Tage verwendet werden. Meerwasser-Nasensprays und Nasenspülungen sind schonendere Alternativen.
Bei Halsschmerzen können verschiedene lokale Präparate wie Lutschtabletten oder Rachensprays helfen. Bewährt haben sich auch Gurgellösungen mit Salzwasser oder Salbeitee.
Für die Behandlung von Fieber und Schmerzen stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung. Bei Husten unterscheidet man zwischen Hustenstillern bei quälendem Reizhusten und schleimlösenden Mitteln bei produktivem Husten mit Auswurf.
Wichtiger Hinweis: Bevor Sie irgendwelche Medikamente einnehmen, sollten Sie sich immer von einem Arzt oder Apotheker beraten lassen. Dies gilt besonders für Personen mit Vorerkrankungen, Schwangere oder bei der Behandlung von Kindern.
Antibiotika – wann sind sie sinnvoll?
Da die meisten Atemwegsinfektionen viral verursacht sind, helfen Antibiotika nicht bei der Behandlung. Sie sind nur bei nachgewiesenen bakteriellen Infektionen oder bei hohem Risiko für bakterielle Komplikationen angezeigt. Die unnötige Einnahme von Antibiotika kann zu Resistenzen führen und das natürliche Gleichgewicht der Bakterienflora stören.
Hausmittel und alternative Ansätze
Viele bewährte Hausmittel können die Symptome einer Erkältung lindern: Hühnersuppe versorgt den Körper mit Flüssigkeit und Nährstoffen, warmer Ingwertee mit Honig und Zitrone kann beruhigend auf Hals und Rachen wirken. Zwiebelsaft gilt als traditionelles Hustenmittel, und Quark- oder Kartoffelwickel können bei Halsschmerzen angewendet werden.
Die wissenschaftliche Evidenz für die Wirksamkeit von Vitamin C und Zink bei Erkältungen ist gemischt. Während eine regelmäßige Einnahme möglicherweise die Dauer einer Erkältung verkürzen kann, ist der präventive Effekt umstritten.
Krankheitsdauer und Heilung
Die typische Dauer einer Infektion der oberen Atemwege beträgt 7-10 Tage. Die meisten Menschen sind nach dieser Zeit wieder arbeitsfähig, auch wenn einzelne Symptome wie ein leichter Husten noch einige Tage länger anhalten können.
Komplikationen sind selten, können aber auftreten: Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung), Otitis media (Mittelohrentzündung), Bronchitis oder in seltenen Fällen eine Pneumonie (Lungenentzündung). Diese Komplikationen erfordern meist eine spezifische ärztliche Behandlung.
Vorbeugung und Prävention
Hygienemaßnahmen
Die wichtigste präventive Maßnahme ist regelmäßiges und gründliches Händewaschen mit Seife. Beim Niesen und Husten sollte in die Armbeuge und nicht in die Hände gehustet werden. Abstand zu erkrankten Personen und das Vermeiden des Berührens von Gesicht, Nase und Mund mit ungewaschenen Händen reduzieren das Infektionsrisiko erheblich.
Stärkung des Immunsystems
Ein starkes Immunsystem ist der beste Schutz vor Atemwegsinfektionen. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, regelmäßige körperliche Bewegung, ausreichend Schlaf und Stressreduktion unterstützen die körpereigenen Abwehrkräfte. Wechselduschen und regelmäßige Saunabesuche können die Widerstandsfähigkeit gegen Erkältungen erhöhen.
Weitere präventive Maßnahmen
Rauchverzicht ist besonders wichtig, da Rauchen die Schleimhäute schädigt und anfälliger für Infektionen macht. Eine ausreichende Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen, warme Kleidung besonders an Füßen und Händen sowie das Meiden von Menschenansammlungen während der Erkältungssaison können das Infektionsrisiko weiter reduzieren.
Impfungen
Die jährliche Grippeimpfung wird besonders für Risikogruppen empfohlen und kann schwere Verläufe verhindern. Auch die COVID-19-Impfung bietet Schutz vor einer spezifischen Form der Atemwegsinfektion.
Besondere Patientengruppen
Kinder und Säuglinge
Kinder erkranken häufiger an Atemwegsinfektionen als Erwachsene, da ihr Immunsystem noch in der Entwicklung ist. Bei Säuglingen können bereits milde Symptome problematisch werden, da sie nur durch die Nase atmen können. Ein sofortiger Kinderarztbesuch ist bei hohem Fieber, Trinkverweigerung oder auffälligem Verhalten erforderlich.
Schwangere
Schwangere sollten besondere Vorsichtsmaßnahmen treffen, da ihr Immunsystem verändert ist. Nicht alle Medikamente sind in der Schwangerschaft erlaubt, daher sollte immer ärztlicher Rat eingeholt werden. Die meisten Atemwegsinfektionen stellen jedoch kein Risiko für das ungeborene Kind dar.
Senioren und chronisch Kranke
Ältere Menschen und Personen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Herz- oder Lungenleiden haben ein erhöhtes Risiko für Komplikationen. Bei ihnen ist besondere Wachsamkeit erforderlich und eine frühzeitige ärztliche Vorstellung oft ratsam.
Häufig gestellte Fragen
Wie unterscheidet sich eine Erkältung von einer Grippe?
Eine Erkältung beginnt schleichend mit milden Symptomen wie Schnupfen und Halsschmerzen. Eine echte Grippe startet plötzlich mit hohem Fieber, starken Kopf- und Gliederschmerzen und ausgeprägter Schwäche.
Kann man eine Atemwegsinfektion mehrmals hintereinander bekommen?
Ja, da es viele verschiedene Viren gibt, die Erkältungen verursachen können. Nach einer durchgemachten Infektion besteht nur Immunität gegen diesen spezifischen Erreger.
Sind Atemwegsinfektionen ansteckend?
Ja, besonders in den ersten 2-3 Tagen nach Symptombeginn ist die Ansteckungsfähigkeit am höchsten.
Helfen Vitamin C und Zink wirklich?
Die regelmäßige Einnahme kann möglicherweise die Dauer einer Erkältung verkürzen, der präventive Effekt ist jedoch wissenschaftlich umstritten.
Warum bekommt man im Winter häufiger Erkältungen?
Trockene Heizungsluft, weniger Sonnenlicht, enger Aufenthalt in geschlossenen Räumen und ein möglicherweise geschwächtes Immunsystem fördern Infektionen.
Sport bei Erkältung – ja oder nein?
Bei leichten Symptomen oberhalb des Halses kann leichter Sport möglich sein, bei Fieber, Gliederschmerzen oder Husten sollte pausiert werden.
Fazit
Infektionen der oberen Atemwege wie Erkältungen und grippale Infekte sind zwar lästig, aber meist harmlose Erkrankungen, die von selbst abheilen. Die Behandlung konzentriert sich auf die Linderung der Symptome durch Ruhe, ausreichend Flüssigkeit und bei Bedarf symptomatische Medikamente nach ärztlicher Beratung.
Die beste Vorbeugung besteht in guter Händehygiene, einem gesunden Lebensstil zur Stärkung des Immunsystems und der Vermeidung unnötiger Infektionsrisiken. Bei Warnsignalen oder bei Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe sollte jedoch immer zeitnah ärztlicher Rat eingeholt werden.
Die meisten Menschen überstehen eine Atemwegsinfektion ohne Komplikationen und sind nach etwa einer Woche wieder vollständig genesen. Mit den richtigen Maßnahmen lassen sich die Beschwerden deutlich lindern und die Heilung unterstützen.
Fuente de referencia:
- Robert Koch-Institut (RKI)
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
- Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)
- Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF)
Wichtiger medizinischer Hinweis
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