Hidradenitis suppurativa, auch als Acne inversa oder Akne inversa bekannt, ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die Millionen von Menschen weltweit betrifft. Diese oft missverstandene Erkrankung verursacht schmerzhafte Abszesse und Entzündungen in den Hautfalten des Körpers. In Deutschland sind schätzungsweise 1-2% der Bevölkerung von dieser belastenden Hauterkrankung betroffen, wobei Frauen häufiger erkranken als Männer. Dieser umfassende Artikel bietet Ihnen alle wichtigen Informationen über Hidradenitis suppurativa Symptome, Ursachen und moderne Behandlungsmöglichkeiten.
Was ist Hidradenitis Suppurativa?
Medizinische Definition
Hidradenitis suppurativa ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die hauptsächlich die apokrinen schweißdrüsenreichen Hautregionen betrifft. Die Erkrankung ist charakterisiert durch wiederkehrende, schmerzhafte Entzündungen in den Hautfalten, die zu Abszessen, Fisteln und Vernarbungen führen können. Anders als oft angenommen, handelt es sich nicht um eine Infektion durch mangelnde Hygiene, sondern um eine komplexe Autoimmunreaktion.
Die betroffenen Körperstellen umfassen typischerweise Achselhöhlen, Leistenregion, den Bereich unter den Brüsten bei Frauen, das Gesäß und seltener den Nacken. Diese Regionen sind besonders anfällig, da sie reich an apokrinen Drüsen sind und häufig mechanischer Reibung ausgesetzt werden.
Alternative Bezeichnungen
Die Erkrankung ist unter verschiedenen Namen bekannt. Der Begriff „Acne inversa“ oder „Akne inversa“ wurde verwendet, da die Symptome in umgekehrter Verteilung zur gewöhnlichen Akne auftreten. Während normale Akne hauptsächlich das Gesicht, den Rücken und die Brust betrifft, tritt Hidradenitis suppurativa in den Hautfalten auf. Weitere medizinische Bezeichnungen sind Verneuil-Krankheit oder chronische Perifolliculitis suppurativa.
Hidradenitis Suppurativa Symptome
Frühe Symptome
Die ersten Anzeichen von Hidradenitis suppurativa können subtil sein und werden oft mit anderen Hautproblemen verwechselt. Zu den frühen Symptomen gehören:
- Kleine, schmerzhafte Knoten unter der Haut (Komedonen-artige Läsionen)
- Rötungen und Schwellungen in den betroffenen Bereichen
- Spannungsgefühl und Druckempfindlichkeit
- Juckreiz oder brennende Empfindungen
Fortgeschrittene Symptome
Mit dem Fortschreiten der Erkrankung entwickeln sich schwerwiegendere Symptome:
- Schmerzhafte Abszesse, die sich mit Eiter füllen
- Bildung von Fisteln (Verbindungsgänge zwischen den Entzündungsherden)
- Chronische Wundheilung und wiederkehrende Entzündungen
- Keloidartige Vernarbungen
- Übel riechende Absonderungen
- Einschränkung der Beweglichkeit durch Schmerzen und Verhärtungen
Typische betroffene Körperregionen
Die Hidradenitis suppurativa Symptome treten bevorzugt in bestimmten Körperregionen auf:
- Achselhöhlen: Bei etwa 90% der Patienten betroffen
- Leistenregion: Häufig bilateral auftretend
- Unter den Brüsten: Besonders bei Frauen mit größerer Oberweite
- Gesäßbereich und Analregion: Kann zu erheblichen Beschwerden beim Sitzen führen
- Nacken: Seltener betroffen, meist in Verbindung mit anderen Lokalisationen
Schweregrade nach Hurley-Klassifikation
Die Hidradenitis suppurativa wird in drei Schweregrade eingeteilt:
- Stadium I (leicht): Einzelne oder mehrere Abszesse ohne Fistelbildung oder Vernarbung
- Stadium II (mittelschwer): Wiederkehrende Abszesse mit beginnender Fistelbildung und lokalen Vernarbungen
- Stadium III (schwer): Ausgedehnte Vernarbungen mit multiplen Fisteln und diffusen Entzündungsarealen
Ursachen von Hidradenitis Suppurativa
Hauptursachen
Die genauen Ursachen der Hidradenitis suppurativa sind noch nicht vollständig verstanden. Die aktuelle medizinische Forschung deutet auf folgende Faktoren hin:
Der Krankheitsprozess beginnt mit einer Verstopfung der Haarfollikel durch überschüssige Keratin-Produktion. Dies führt zu einer Entzündungsreaktion des umgebenden Gewebes. Wichtig zu verstehen ist, dass es sich nicht um eine bakterielle Infektion handelt, obwohl sekundäre bakterielle Besiedlung auftreten kann.
Genetische Faktoren
Genetische Komponenten spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Hidradenitis suppurativa. Etwa 30-40% der Patienten berichten über familiäre Häufung der Erkrankung. Mutationen in bestimmten Genen, die für die Regulierung des Immunsystems verantwortlich sind, können die Anfälligkeit für die Erkrankung erhöhen.
Hormonelle Einflüsse
Hormone, insbesondere Androgene, scheinen eine wichtige Rolle zu spielen. Dies erklärt, warum:
- Frauen etwa dreimal häufiger betroffen sind als Männer
- Die Erkrankung oft nach der Pubertät auftritt
- Symptome sich während der Menstruation verschlechtern können
- Eine Besserung während der Schwangerschaft möglich ist
Was NICHT die Ursache ist
Es ist wichtig zu betonen, was Hidradenitis suppurativa NICHT verursacht:
- Mangelnde Hygiene
- Ansteckung durch andere Personen
- Übermäßiges Schwitzen allein
- Bestimmte Lebensmittel (obwohl diese Verschlechterungen auslösen können)
Risikofaktoren und Auslöser
Nicht beeinflussbare Faktoren
Einige Risikofaktoren können nicht verändert werden:
- Geschlecht: Frauen sind häufiger betroffen
- Genetische Veranlagung: Familiäre Vorbelastung erhöht das Risiko
- Alter: Typisches Erkrankungsalter liegt zwischen 20-40 Jahren
- Ethnizität: Höhere Prävalenz bei Menschen afrikanischer Abstammung
Beeinflussbare Faktoren
Diese Faktoren können das Risiko oder die Schwere der Erkrankung beeinflussen:
- Übergewicht: Erhöht das Risiko durch verstärkte Reibung und hormonelle Veränderungen
- Rauchen: Verstärkt Entzündungsprozesse und verschlechtert den Heilungsverlauf
- Mechanische Reibung: Enge Kleidung oder wiederholte Irritation
- Stress: Kann Schübe auslösen oder verstärken
- Bestimmte Lebensmittel: Milchprodukte oder stark verarbeitete Lebensmittel werden diskutiert
Diagnose von Hidradenitis Suppurativa
Wann zum Arzt?
Ein Arztbesuch ist dringend empfohlen bei:
- Wiederkehrenden schmerzhaften Knoten in Hautfalten
- Abszessen, die nicht von selbst abheilen
- Chronischen Wunden oder übel riechenden Absonderungen
- Einschränkung der Beweglichkeit durch Schmerzen
- Psychischer Belastung durch die Symptome
Diagnostischer Prozess
Die Diagnose von Hidradenitis suppurativa basiert hauptsächlich auf der klinischen Untersuchung und der Anamnese. Der Arzt wird:
- Die charakteristischen Hautveränderungen untersuchen
- Nach der Familiengeschichte fragen
- Andere Hauterkrankungen ausschließen
- Bei Bedarf bildgebende Verfahren wie Ultraschall einsetzen
- Mikrobiologische Untersuchungen zum Ausschluss von Infektionen durchführen
Welcher Arzt ist zuständig?
Die Erstdiagnose kann durch den Hausarzt gestellt werden, die spezialisierte Behandlung erfolgt meist durch:
- Dermatologen (Hautärzte)
- Spezialzentren für Hidradenitis suppurativa
- Universitätskliniken mit dermatologischen Abteilungen
Hidradenitis Suppurativa Behandlung
Behandlungsziele
Die Hidradenitis suppurativa Behandlung verfolgt mehrere Ziele:
- Linderung von Schmerzen und Entzündungen
- Verhinderung neuer Läsionen
- Vermeidung von Komplikationen und Vernarbungen
- Verbesserung der Lebensqualität
- Psychosoziale Unterstützung
Konservative Behandlungsansätze
Bei milderen Formen der Erkrankung kommen zunächst konservative Behandlungsmethoden zum Einsatz:
Lokale Behandlung:
- Antiseptische Waschlösungen zur Keimreduktion
- Lokale entzündungshemmende Präparate
- Warme Kompressen zur Schmerzlinderung
Wichtiger Hinweis: Alle medikamentösen Behandlungen sollten ausschließlich nach Rücksprache und unter Anleitung eines Arztes erfolgen. Selbstbehandlung kann zu Verschlechterungen führen.
Moderne medikamentöse Therapie
Für fortgeschrittene Fälle stehen verschiedene systemische Behandlungsoptionen zur Verfügung:
Biologische Therapien: Diese modernen Medikamente greifen gezielt in das Immunsystem ein und können bei schweren Verläufen sehr wirksam sein. Die Behandlung erfolgt durch Injektionen und erfordert eine intensive ärztliche Überwachung.
Hormonelle Behandlungsansätze: Bei Frauen mit hormonell bedingten Verschlechterungen können spezielle Hormontherapien erwogen werden.
Chirurgische Behandlungsmöglichkeiten
Bei ausgeprägten Befunden oder therapieresistenten Fällen können chirurgische Eingriffe notwendig werden:
- Drainage: Entleerung von Abszessen zur akuten Schmerzlinderung
- Exzision: Operative Entfernung betroffener Hautareale
- Laserbehandlung: Moderne Lasertherapien zur gezielten Behandlung
- Hauttransplantation: Bei ausgedehnten Defekten nach operativer Entfernung
Neue und experimentelle Therapieansätze
Die Forschung arbeitet kontinuierlich an neuen Behandlungsmöglichkeiten. Vielversprechende Ansätze umfassen neue biologische Medikamente, innovative Wirkstoffkombinationen und modernste chirurgische Techniken.
Selbsthilfe und Lebensstiländerungen
Optimale Hautpflege
Die richtige Hautpflege ist ein wesentlicher Baustein der Behandlung:
- Tägliche Reinigung mit pH-neutralen, parfümfreien Produkten
- Sanftes Trocknen ohne Reiben
- Verwendung von atmungsaktiven, lockeren Kleidungsstücken
- Vermeidung von stark parfümierten Deodorants oder Cremes
Lifestyle-Anpassungen
Bestimmte Lebensgewohnheiten können den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen:
- Gewichtsreduktion: Bei Übergewicht kann eine Gewichtsabnahme die Symptome deutlich verbessern
- Rauchstopp: Verzicht auf Nikotin ist einer der wichtigsten Faktoren für eine erfolgreiche Behandlung
- Kleidungswahl: Weite, atmungsaktive Kleidung aus Naturfasern bevorzugen
- Reibung vermeiden: Aktivitäten minimieren, die zu mechanischer Irritation führen
Ernährung und Hidradenitis Suppurativa
Obwohl die Rolle der Ernährung noch erforscht wird, berichten einige Patienten von Verbesserungen durch:
- Reduzierung von Milchprodukten
- Vermeidung stark verarbeiteter Lebensmittel
- Entzündungshemmende Ernährung mit viel Omega-3-Fettsäuren
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
Stressmanagement
Da Stress Schübe auslösen kann, sind Entspannungstechniken wichtig:
- Regelmäßige Entspannungsübungen
- Achtsamkeitstraining oder Meditation
- Ausreichend Schlaf
- Professionelle psychologische Unterstützung bei Bedarf
Leben mit Hidradenitis Suppurativa
Psychosoziale Auswirkungen
Hidradenitis suppurativa kann erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität haben:
- Soziale Isolation durch Scham und Geruchsbildung
- Beeinträchtigung der Sexualität und Partnerschaft
- Einschränkungen im Berufsleben
- Entwicklung von Depressionen oder Angststörungen
Unterstützungsangebote
In Deutschland gibt es verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten:
- Selbsthilfegruppen für Betroffene und Angehörige
- Online-Communities und Foren
- Psychologische Beratung und Therapie
- Patientenorganisationen mit Informationsmaterial
Beruf und Alltag
Mit der richtigen Behandlung und Anpassungen können viele Patienten ein normales Leben führen:
- Offene Kommunikation mit dem Arbeitgeber über notwendige Anpassungen
- Möglichkeit der Beantragung eines Schwerbehindertenausweises bei schweren Verläufen
- Arbeitsplatzgestaltung zur Vermeidung von Reibung und Stress
Prognose und Verlauf
Hidradenitis suppurativa ist eine chronische Erkrankung mit individuell sehr unterschiedlichem Verlauf. Während einige Patienten nur milde Symptome entwickeln, leiden andere unter schweren, progressiven Formen. Die Prognose hängt von verschiedenen Faktoren ab:
- Frühzeitige Diagnose und Behandlung verbessern die Langzeitprognose erheblich
- Konsequente Lebensstiländerungen können den Verlauf positiv beeinflussen
- Moderne Therapieoptionen ermöglichen auch bei schweren Fällen eine deutliche Besserung
- Die Erkrankung kann in seltenen Fällen spontan zum Stillstand kommen
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Ist Hidradenitis suppurativa ansteckend?
Nein, Hidradenitis suppurativa ist nicht ansteckend. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, die nicht durch Bakterien oder Viren übertragen wird. Enger körperlicher Kontakt oder gemeinsame Nutzung von Handtüchern bergen kein Ansteckungsrisiko.
Kann Acne inversa geheilt werden?
Eine vollständige Heilung ist derzeit nicht möglich, da es sich um eine chronische Erkrankung handelt. Mit modernen Behandlungsmethoden kann jedoch eine deutliche Besserung der Symptome erreicht und ein normales Leben ermöglicht werden.
Hilft bessere Hygiene gegen die Erkrankung?
Mangelnde Hygiene ist nicht die Ursache von Hidradenitis suppurativa. Übermäßiges Waschen oder Schrubben kann die Symptome sogar verschlechtern. Eine sanfte, regelmäßige Reinigung mit milden Produkten ist ausreichend.
Welche Krankenkassenleistungen gibt es?
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten für die Standardbehandlung. Bei modernen Biologika ist manchmal eine besondere Genehmigung erforderlich. Private Zusatzleistungen können in Einzelfällen sinnvoll sein.
Kann ich mit Hidradenitis suppurativa schwanger werden?
Ja, eine Schwangerschaft ist möglich. Viele Frauen berichten sogar von einer Besserung der Symptome während der Schwangerschaft. Die Behandlung muss jedoch angepasst werden, da nicht alle Medikamente in der Schwangerschaft sicher sind.
Verschlimmert sich die Erkrankung im Sommer?
Das kann individuell unterschiedlich sein. Während verstärktes Schwitzen bei einigen Patienten zu Verschlechterungen führt, profitieren andere von der UV-Strahlung und weniger einengender Winterkleidung.
Gibt es eine Verbindung zu anderen Erkrankungen?
Hidradenitis suppurativa kann mit anderen Autoimmunerkrankungen wie entzündlichen Darmerkrankungen, Diabetes oder metabolischem Syndrom vergesellschaftet sein. Eine regelmäßige ärztliche Kontrolle ist daher wichtig.
Fazit
Hidradenitis suppurativa (Acne inversa) ist eine komplexe, chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die das Leben der Betroffenen erheblich beeinträchtigen kann. Die wichtigste Botschaft ist jedoch: Sie sind nicht allein, und es gibt wirksame Behandlungsmöglichkeiten.
Eine frühzeitige Diagnose und konsequente Behandlung sind entscheidend für eine gute Prognose. Moderne Therapieansätze, kombiniert mit angepassten Lebensgewohnheiten, können auch bei schweren Verläufen zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität führen.
Wenn Sie Symptome bemerken, die auf Hidradenitis suppurativa hindeuten könnten, zögern Sie nicht, einen Dermatologen aufzusuchen. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind die Aussichten auf eine erfolgreiche Kontrolle der Erkrankung.
Denken Sie daran: Hidradenitis suppurativa ist eine medizinisch anerkannte Erkrankung, für die Sie sich nicht schämen müssen. Mit der richtigen Behandlung und Unterstützung können Sie ein erfülltes Leben führen.
Fuente de referencia:
- Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) – AWMF Leitlinien
- DermNet New Zealand – Medical Dermatology Resource
- American Academy of Dermatology
- PubMed – National Center for Biotechnology Information
- Mayo Clinic – Medical Information
- Robert Koch Institut – Gesundheitsberichterstattung
Wichtiger medizinischer Hinweis
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