Hämochromatose ist eine der häufigsten erblichen Stoffwechselerkrankungen in Deutschland. Bei dieser Eisenspeicherkrankheit nimmt der Körper übermäßig viel Eisen aus der Nahrung auf und speichert es in verschiedenen Organen. Die Eisenüberladung kann zu schwerwiegenden Schäden an Leber, Herz, Bauchspeicheldrüse und anderen Organen führen. In Deutschland ist etwa eine von 200 bis 300 Personen von der hereditären Hämochromatose betroffen, wobei Männer häufiger und früher Symptome entwickeln als Frauen.
Die frühzeitige Erkennung und Behandlung der Eisenstoffwechselstörung ist entscheidend, um irreversible Organschäden zu verhindern. Bei rechtzeitiger Diagnose und angemessener Therapie können Betroffene ein nahezu normales Leben führen. Unbehandelt kann die Eisenüberladung jedoch zu lebensbedrohlichen Komplikationen wie Leberzirrhose, Herzinsuffizienz oder Diabetes mellitus führen. Dieser Artikel erklärt Ihnen alles Wichtige über die Hämochromatose, von den ersten Symptomen bis hin zu modernen Behandlungsmöglichkeiten.
Was ist Hämochromatose?
Eisen ist ein essentieller Mineralstoff, den unser Körper für verschiedene Funktionen benötigt, insbesondere für den Sauerstofftransport im Blut und die Energieproduktion in den Zellen. Normalerweise reguliert der Körper die Eisenaufnahme aus der Nahrung sehr präzise über den Dünndarm. Bei einer Hämochromatose ist dieser Regulationsmechanismus gestört, wodurch täglich zu viel Eisen aufgenommen wird.
Bei einem gesunden Menschen beträgt der Eisengehalt des Körpers etwa 3-5 Gramm. Bei der Eisenspeicherkrankheit kann sich dieser Wert auf 20-40 Gramm oder sogar mehr erhöhen. Da der menschliche Körper über keine natürlichen Mechanismen zur aktiven Eisenausscheidung verfügt, sammelt sich das überschüssige Eisen in Form von Ferritin und Hämosiderin in verschiedenen Organen an.
Formen der Hämochromatose
Die hereditäre oder primäre Hämochromatose ist die häufigste Form und wird durch Gendefekte verursacht. Am häufigsten sind Mutationen im HFE-Gen, insbesondere die C282Y- und H63D-Varianten. Diese Erkrankung folgt einem autosomal-rezessiven Vererbungsmuster, das bedeutet, beide Elternteile müssen Träger sein, damit ein Kind erkrankt.
Die sekundäre Hämochromatose entsteht als Folge anderer Erkrankungen oder Behandlungen. Häufige Ursachen sind wiederholte Bluttransfusionen bei chronischen Anämien, bestimmte Lebererkrankungen oder andere genetische Störungen des Eisenstoffwechsels. Diese Form ist seltener als die hereditäre Variante.
Ursachen der Eisenstoffwechselstörung
Genetische Ursachen
Die hereditäre Hämochromatose wird hauptsächlich durch Mutationen im HFE-Gen auf Chromosom 6 verursacht. Dieses Gen codiert für ein Protein, das die Eisenaufnahme im Dünndarm reguliert. Die häufigste Mutation ist C282Y, die bei etwa 85% der Betroffenen mit klinischen Symptomen vorkommt. Eine weitere wichtige Mutation ist H63D, die meist zu einer milderen Form der Erkrankung führt.
Personen nordeuropäischer Abstammung, insbesondere aus dem keltischen und germanischen Raum, haben das höchste Risiko für HFE-Mutationen. In Deutschland trägt etwa jeder zehnte Bürger mindestens eine HFE-Mutation. Vollständig erkranken jedoch nur Personen, die zwei defekte Genkopien geerbt haben (homozygot) oder zwei verschiedene Mutationen tragen (compound-heterozygot).
Seltener sind Mutationen in anderen Genen wie TFR2, HJV, HAMP oder SLC40A1, die zu speziellen Formen der Eisenüberladung führen können. Diese Varianten zeigen oft unterschiedliche Vererbungsmuster und klinische Verläufe.
Erworbene Ursachen
Sekundäre Formen der Eisenüberladung entstehen durch verschiedene Faktoren. Chronische Lebererkrankungen wie Hepatitis C oder alkoholische Leberzirrhose können den Eisenstoffwechsel stören. Bei Erkrankungen wie Thalassämie oder anderen chronischen Anämien sind häufige Bluttransfusionen notwendig, die zu einer Eisenüberladung führen können.
Langzeitiger Alkoholmissbrauch verstärkt die Eisenaufnahme aus der Nahrung und kann bei gleichzeitig vorliegenden HFE-Mutationen die Entwicklung einer klinisch relevanten Hämochromatose beschleunigen. Auch die langfristige Einnahme von hochdosierten Eisenpräparaten kann zu einer Eisenüberladung beitragen.
Symptome und Krankheitsverlauf
Frühe Symptome
Die Anfangsphase der Hämochromatose verläuft oft jahrelang unbemerkt, da die Symptome sehr unspezifisch sind und häufig anderen Erkrankungen zugeschrieben werden. Zu den ersten Anzeichen gehören chronische Müdigkeit und Erschöpfung, die auch nach ausreichend Schlaf bestehen bleiben. Viele Betroffene klagen über eine verminderte Leistungsfähigkeit im Beruf oder bei alltäglichen Aktivitäten.
Gelenkschmerzen, besonders in den Händen und Fingern, treten häufig auf und werden oft als Arthritis oder altersbedingter Verschleiß fehlgedeutet. Unspezifische Bauchschmerzen und ein allgemeines Unwohlsein können ebenfalls frühe Warnzeichen sein. Bei Männern kann ein verringertes sexuelles Verlangen oder eine erektile Dysfunktion auftreten, da sich Eisen in der Hypophyse ansammelt und die Hormonproduktion beeinträchtigt.
Fortgeschrittene Symptome
Mit fortschreitender Eisenüberladung entwickeln sich charakteristische Organsymptome. Die Leber ist meist das erste Organ, das sichtbare Schäden zeigt. Eine Lebervergrößerung, erhöhte Leberwerte im Blut und später eine Leberzirrhose können auftreten. Die Haut kann eine bräunlich-graue Färbung annehmen, weshalb die Erkrankung früher auch als „Bronzediabetes“ bezeichnet wurde.
Die Eisenablagerung in der Bauchspeicheldrüse führt häufig zu Diabetes mellitus, der bei etwa 65% der unbehandelten Patienten auftritt. Herzprobleme wie Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen oder Kardiomyopathie entwickeln sich in fortgeschrittenen Stadien und können lebensbedrohlich werden.
Die Gelenkbeschwerden verstärken sich und können zu einer charakteristischen Arthropathie werden, die besonders die kleinen Gelenke der Hände betrifft. Hormonelle Störungen führen bei Männern zu Testosteronmangel und bei Frauen kann es zu Menstruationsstörungen kommen.
Unterschiede zwischen Männern und Frauen
Männer entwickeln deutlich früher und häufiger Symptome einer Hämochromatose als Frauen. Dies liegt daran, dass Frauen im gebärfähigen Alter regelmäßig Eisen durch die Menstruation verlieren, was als natürlicher Schutzfaktor wirkt. Symptome treten bei Frauen daher meist erst nach den Wechseljahren oder nach mehreren Schwangerschaften auf.
Während Männer oft bereits zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr erste Organschäden entwickeln, bleiben Frauen häufig bis zum 60. Lebensjahr symptomfrei. Diese geschlechtsspezifischen Unterschiede sind wichtig für die Planung von Screening-Programmen und Therapieentscheidungen.
Diagnose der Hämochromatose
Wann sollte man sich testen lassen?
Ein Test auf Eisenspeicherkrankheit sollte bei verdächtigen Symptomen wie chronischer Müdigkeit, Gelenkschmerzen oder erhöhten Leberwerten in Betracht gezogen werden. Besonders wichtig ist die Untersuchung bei einer positiven Familienanamnese, da die hereditäre Hämochromatose erblich ist.
Personen mit einer bekannten HFE-Mutation in der Familie sollten sich spätestens im Alter von 20-25 Jahren untersuchen lassen. Auch bei unklaren Lebererkrankungen, Diabetes unbekannter Ursache oder Herzproblemen sollte eine Eisenüberladung ausgeschlossen werden.
Labordiagnostik
Der wichtigste Screening-Test ist die Transferrinsättigung, die den Prozentsatz des eisenbindenden Proteins Transferrin angibt, der mit Eisen beladen ist. Normale Werte liegen bei Männern unter 45% und bei Frauen unter 40%. Werte über 50% sind verdächtig auf eine Eisenüberladung.
Das Serum-Ferritin gibt Auskunft über die Eisenspeicher des Körpers. Normale Ferritin-Werte liegen bei Männern zwischen 30-400 μg/l und bei Frauen zwischen 15-150 μg/l. Bei einer Hämochromatose können die Werte auf über 1000 μg/l oder sogar über 5000 μg/l ansteigen.
Wichtig ist, dass erhöhte Ferritin-Werte auch durch andere Faktoren wie Entzündungen, Infekte, Alkoholkonsum oder Lebererkrankungen verursacht werden können. Daher ist die Transferrinsättigung der zuverlässigere Screening-Parameter.
Genetische Tests
Bei erhöhten Eisenwerten wird meist ein HFE-Gentest durchgeführt, um die häufigsten Mutationen (C282Y und H63D) zu identifizieren. Dieser Test kann definitiv klären, ob eine hereditäre Hämochromatose vorliegt. Der Gentest ist besonders wichtig für das Familienscreening, da Verwandte ersten Grades ein 25%iges Risiko haben, ebenfalls betroffen zu sein.
Weiterführende Untersuchungen
Früher war eine Leberbiopsie der Goldstandard zur Bestätigung der Diagnose und Beurteilung von Leberschäden. Heute wird sie nur noch in unklaren Fällen durchgeführt. Die Magnetresonanztomographie (MRT) hat sich als nicht-invasive Alternative etabliert und kann Eisenablagerungen in verschiedenen Organen sehr präzise darstellen.
Ultraschalluntersuchungen der Leber, EKG und Echokardiographie des Herzens sowie Tests der Bauchspeicheldrüsenfunktion helfen bei der Beurteilung möglicher Organschäden. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind wichtig, um den Therapieerfolg zu überwachen.
Behandlung der Eisenüberladung
Therapieziele
Das Hauptziel der Behandlung ist die Reduktion der überschüssigen Eisenspeicher auf normale Werte und die Verhinderung weiterer Organschäden. Langfristig soll durch eine Erhaltungstherapie verhindert werden, dass sich erneut zu viel Eisen ansammelt. Bei frühzeitiger Behandlung können viele Organfunktionen wieder normalisiert werden.
Aderlass-Therapie (Phlebotomie)
Der Aderlass ist die Standardtherapie der Hämochromatose und funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Mit jedem Liter Blut werden etwa 200-250 mg Eisen aus dem Körper entfernt. Die Behandlung erfolgt in zwei Phasen.
In der Entleerungsphase werden meist wöchentlich 400-500 ml Blut entnommen, bis die Ferritin-Werte unter 50 μg/l fallen. Dies kann je nach Ausgangswerten 1-3 Jahre dauern. Während dieser Zeit werden regelmäßig die Eisenwerte und das Blutbild kontrolliert.
Die Erhaltungsphase beginnt, wenn normale Eisenwerte erreicht sind. Hier erfolgen Aderlässe in größeren Abständen (alle 2-4 Monate), um die Eisenspeicher auf einem niedrigen Niveau zu halten. Die meisten Patienten benötigen lebenslang Erhaltungstherapie.
Die Aderlass-Therapie ist gut verträglich und hat wenige Nebenwirkungen. Gelegentlich können Müdigkeit oder Kreislaufreaktionen auftreten. Das entnommene Blut kann unter bestimmten Voraussetzungen für Blutspenden verwendet werden.
Alternative Behandlungsmethoden
Wenn Aderlässe nicht möglich sind (z.B. bei Herzschwäche oder Anämie), kann eine medikamentöse Therapie in Betracht gezogen werden. Diese sollte jedoch immer in enger Absprache mit einem Facharzt erfolgen, da verschiedene Faktoren bei der Auswahl und Dosierung berücksichtigt werden müssen.
Die Behandlung von Begleiterkrankungen ist ein wichtiger Teil der Therapie. Diabetes mellitus muss entsprechend den üblichen Richtlinien behandelt werden, Herzprobleme erfordern eine kardiologische Betreuung, und Gelenkbeschwerden können mit entsprechenden Maßnahmen gelindert werden.
Prognose
Bei frühzeitiger Diagnose und konsequenter Behandlung ist die Prognose der Hämochromatose ausgezeichnet. Die meisten Organfunktionen können sich normalisieren oder deutlich verbessern. Eine bereits eingetretene Leberzirrhose oder ein Diabetes mellitus sind jedoch meist irreversibel.
Unbehandelt führt die Eisenspeicherkrankheit zu schwerwiegenden Komplikationen und kann die Lebenserwartung deutlich verkürzen. Das Risiko für Leberkrebs ist bei fortgeschrittener Leberzirrhose erhöht, weshalb regelmäßige Kontrolluntersuchungen wichtig sind.
Ernährung bei Hämochromatose
Grundprinzipien der Ernährung
Die Ernährung spielt eine wichtige unterstützende Rolle bei der Behandlung der Eisenüberladung. Das Ziel ist nicht die komplette Eisenvermeidung, da Eisen ein essentieller Nährstoff ist, sondern die Reduktion der Eisenaufnahme auf ein notwendiges Minimum. Eine ausgewogene Ernährung bleibt trotz Einschränkungen wichtig für die allgemeine Gesundheit.
Lebensmittel, die Sie einschränken sollten
Eisenreiche Lebensmittel sollten nur in Maßen konsumiert werden. Besonders rotes Fleisch wie Rind, Lamm und Wild enthalten viel gut verwertbares Häm-Eisen. Innereien, insbesondere Leber, haben extrem hohe Eisengehalte und sollten gemieden werden. Eisenangereichertes Getreide, Müsli und Brot können ebenfalls zur Eisenaufnahme beitragen.
Alkohol sollte strikt vermieden werden, da er die Eisenaufnahme verstärkt und zusätzlich die Leber schädigt. Dies ist besonders wichtig, da bei Hämochromatose bereits ein erhöhtes Risiko für Leberschäden besteht.
Vitamin-C-reiche Lebensmittel sollten nicht zusammen mit eisenreichen Mahlzeiten verzehrt werden, da Vitamin C die Eisenaufnahme stark erhöht. Rohes Fleisch und rohe Meeresfrüchte bergen ein erhöhtes Infektionsrisiko für Menschen mit Eisenüberladung.
Lebensmittel, die Sie bevorzugen sollten
Eisenaufnahmehemmer können gezielt eingesetzt werden, um die Eisenresorption zu reduzieren. Schwarzer und grüner Tee enthalten Tannine, die Eisen binden und seine Aufnahme verhindern. Ein Tee zu den Mahlzeiten kann daher hilfreich sein.
Kaffee hat ähnliche Eigenschaften und sollte zu eisenreichen Mahlzeiten getrunken werden. Kalziumreiche Lebensmittel wie Milchprodukte können die Eisenaufnahme hemmen, wenn sie gleichzeitig konsumiert werden. Vollkornprodukte enthalten Phytate, die ebenfalls als natürliche Eisenaufnahmehemmer wirken.
Fisch und Geflügel enthalten weniger Eisen als rotes Fleisch und sind daher bessere Proteinquellen. Obst und Gemüse können normal verzehrt werden, sollten aber nicht zusammen mit Vitamin-C-reichen Lebensmitteln und eisenreichen Mahlzeiten kombiniert werden.
Praktische Ernährungstipps
Trinken Sie zu jeder Mahlzeit Tee oder Kaffee, um die Eisenaufnahme zu reduzieren. Vermeiden Sie Vitamin C (Zitrusfrüchte, Paprika, Tomaten) in Kombination mit eisenreichen Speisen. Nehmen Sie kalziumreiche Lebensmittel wie Joghurt oder Käse zu den Hauptmahlzeiten.
Kleine, regelmäßige Mahlzeiten sind besser als große, eisenreiche Portionen. Prüfen Sie die Etiketten von verarbeiteten Lebensmitteln auf Eisenangereicherung. Kochen Sie in Edelstahl- oder Aluminiumpfannen statt in Eisenpfannen.
Nahrungsergänzungsmittel mit Eisen oder hochdosiertem Vitamin C sollten vermieden werden. Multivitaminpräparate ohne Eisen sind meist unbedenklich, sollten aber vor der Einnahme mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.
Beispiel-Ernährungsplan
Frühstück: Vollkornbrot mit Frischkäse, dazu schwarzer Tee oder Kaffee. Obst erst 2 Stunden später als Zwischenmahlzeit.
Mittagessen: Hähnchenbrust mit Reis und gedünstetem Gemüse, ein Glas Milch oder grüner Tee zur Mahlzeit.
Abendessen: Fisch mit Kartoffeln und Salat, Joghurt als Dessert, Kräutertee zum Trinken.
Als Getränke eignen sich Wasser, Tee (besonders zu den Mahlzeiten), Kaffee und verdünnte Fruchtsäfte ohne Vitamin-C-Zusatz. Fruchtsäfte sollten nicht zu den Mahlzeiten getrunken werden.
Leben mit Hämochromatose
Alltag und Lebensqualität
Mit der richtigen Behandlung können Menschen mit Eisenspeicherkrankheit ein weitgehend normales Leben führen. Die regelmäßigen Aderlass-Termine erfordern zwar eine langfristige Planung, lassen sich aber meist gut in den Alltag integrieren. Viele Patienten berichten von einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität nach Beginn der Therapie.
Berufliche Tätigkeit und soziale Aktivitäten sind normalerweise nicht eingeschränkt. Sport und körperliche Bewegung sind sogar empfehlenswert, da sie das allgemeine Wohlbefinden steigern und zur Gesunderhaltung beitragen. Lediglich direkt nach einem Aderlass sollte auf intensive körperliche Anstrengung verzichtet werden.
Psychologische Aspekte
Die Diagnose einer chronischen Erkrankung kann zunächst belastend sein. Viele Betroffene durchlaufen verschiedene emotionale Phasen von Verleugnung über Wut bis hin zur Akzeptanz. Wichtig ist das Verständnis, dass Hämochromatose bei rechtzeitiger Behandlung gut kontrollierbar ist und keine Einschränkung der Lebenserwartung bedeuten muss.
Selbsthilfegruppen und Patientenorganisationen bieten wertvolle Unterstützung und den Austausch mit anderen Betroffenen. Bei anhaltenden psychischen Belastungen kann professionelle psychologische Betreuung hilfreich sein.
Familienplanung
Da die hereditäre Hämochromatose erblich ist, sollten Betroffene eine genetische Beratung in Anspruch nehmen, wenn sie eine Familie gründen möchten. Das Risiko, die Erkrankung an Kinder weiterzugeben, hängt vom genetischen Status des Partners ab.
Verwandte ersten Grades (Eltern, Geschwister, Kinder) haben ein 25%iges Risiko, ebenfalls betroffen zu sein, und sollten sich untersuchen lassen. Ein Familienscreening kann helfen, die Erkrankung früh zu erkennen, bevor Symptome auftreten.
Vorbeugung und Früherkennung
Da die hereditäre Hämochromatose genetisch bedingt ist, kann sie nicht verhindert werden. Umso wichtiger ist die Früherkennung, um Organschäden zu verhindern. Das Screening von Familienangehörigen ist ein zentraler Baustein der Prävention.
Geschwister von Betroffenen sollten sich spätestens im Alter von 25 Jahren untersuchen lassen. Kinder von Patienten haben ein geringeres Risiko (meist unter 10%), sollten aber trotzdem getestet werden, wenn der andere Elternteil Träger einer HFE-Mutation ist.
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Hausarzt können helfen, verdächtige Laborwerte früh zu entdecken. Besonders bei unklaren Beschwerden wie chronischer Müdigkeit oder Gelenkschmerzen sollte auch an eine Eisenüberladung gedacht werden.
Häufig gestellte Fragen
Ist Hämochromatose heilbar?
Hämochromatose ist nicht heilbar, aber sehr gut behandelbar. Bei rechtzeitiger Therapie können die meisten Organfunktionen normalisiert werden, und Betroffene haben eine normale Lebenserwartung.
Wie oft muss ich zur Aderlass-Therapie?
In der Anfangsphase meist wöchentlich, später alle 2-4 Monate zur Erhaltung. Die genauen Abstände hängen von Ihren Eisenwerten ab und werden individuell angepasst.
Darf ich Alkohol trinken?
Alkohol sollte bei Hämochromatose komplett vermieden werden, da er die Eisenaufnahme verstärkt und die Leber zusätzlich schädigt.
Kann ich eisenhaltige Lebensmittel komplett meiden?
Nein, eine komplette Eisenvermeidung ist weder möglich noch gesund. Ziel ist die Reduktion auf das notwendige Minimum bei weiterhin ausgewogener Ernährung.
Ist die Krankheit ansteckend?
Nein, Hämochromatose ist eine genetische Erkrankung und nicht ansteckend. Sie kann aber vererbt werden.
Welche Ärzte sind zuständig?
Meist Internisten, Gastroenterologen oder Hämatologen. Ihr Hausarzt kann Sie an einen entsprechenden Spezialisten überweisen.
Übernimmt die Krankenkasse die Behandlung?
Ja, die Aderlass-Therapie und notwendigen Kontrolluntersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Kann ich mit Hämochromatose Blut spenden?
Unter bestimmten Voraussetzungen ja. Das bei der Aderlass-Therapie entnommene Blut kann oft für Transfusionen verwendet werden, wenn es den Qualitätsstandards entspricht.
Wie hoch ist das Risiko für Leberkrebs?
Bei bestehender Leberzirrhose ist das Risiko für Leberkrebs erhöht (etwa 3-5% pro Jahr). Regelmäßige Ultraschallkontrollen sind daher wichtig.
Kann ich mit Hämochromatose schwanger werden?
Ja, Schwangerschaften sind möglich. Die Aderlass-Therapie wird meist pausiert, und der Eisenverbrauch durch Schwangerschaft und Stillzeit wirkt therapeutisch.
Fazit
Die Hämochromatose ist eine der häufigsten Erbkrankheiten in Deutschland, die bei rechtzeitiger Erkennung und Behandlung eine sehr gute Prognose hat. Die Eisenüberladung kann zwar zu schwerwiegenden Organschäden führen, diese lassen sich aber durch eine einfache und effektive Aderlass-Therapie verhindern oder sogar rückgängig machen.
Besonders wichtig ist das Bewusstsein für die oft unspezifischen Frühsymptome und die Bedeutung des Familienscreenings. Je früher die Eisenspeicherkrankheit diagnostiziert wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten und die Langzeitprognose.
Wenn Sie Symptome einer Eisenstoffwechselstörung bei sich bemerken oder eine familiäre Vorbelastung haben, zögern Sie nicht, ärztlichen Rat einzuholen. Ein einfacher Bluttest kann Klarheit schaffen und den Weg zu einer erfolgreichen Behandlung ebnen.
Fuente de referencia:
- Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS)
- Robert Koch-Institut (RKI)
- Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF)
- Bundesministerium für Gesundheit
- Berufsverband Deutscher Internisten e.V.
Wichtiger medizinischer Hinweis
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