Eine Fehlgeburt gehört zu den schmerzhaftesten Erfahrungen, die werdende Eltern durchleben können. Medizinisch als Spontanabort bezeichnet, handelt es sich um den ungewollten Verlust einer Schwangerschaft vor der 20. Schwangerschaftswoche. In Deutschland betrifft eine Fehlgeburt etwa 15-20% aller klinisch erkannten Schwangerschaften, wobei die Dunkelziffer noch höher liegt, da viele sehr frühe Fehlgeburten unbemerkt bleiben.
Besonders häufig sind frühe Fehlgeburten im ersten Trimester, die etwa 80% aller Fehlgeburten ausmachen. Während das Thema oft noch tabuisiert wird, ist es wichtig zu verstehen, dass eine Fehlgeburt meist ein natürlicher Prozess ist und die Betroffenen keine Schuld tragen.
Was ist eine Fehlgeburt?
Eine Fehlgeburt bezeichnet den spontanen Verlust einer Schwangerschaft vor der 20. Schwangerschaftswoche (SSW). Nach der 20. SSW spricht man von einer Totgeburt. Der medizinische Begriff „Abort“ unterscheidet zwischen verschiedenen Zeitpunkten:
- Frühe Fehlgeburt (Frühabort): Verlust vor der 12. SSW
- Späte Fehlgeburt (Spätabort): Verlust zwischen der 12. und 20. SSW
Die meisten Fehlgeburten ereignen sich in den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft, wenn die Organentwicklung des Embryos stattfindet.
Arten von Fehlgeburten
Frühe Fehlgeburt
Eine frühe Fehlgeburt tritt vor der 12. Schwangerschaftswoche auf und macht etwa 80% aller Fehlgeburten aus. In diesem Stadium sind chromosomale Störungen die häufigste Ursache. Oftmals bemerken Frauen eine sehr frühe Fehlgeburt gar nicht, da sie wie eine verspätete oder stärkere Menstruation erscheint.
Missed Abortion (Verhaltene Fehlgeburt)
Bei einer verhaltenen Fehlgeburt stirbt der Embryo ab, wird aber nicht aus der Gebärmutter ausgestoßen. Die Schwangerschaftszeichen können zunächst bestehen bleiben, weshalb die Diagnose oft erst bei einer Routineuntersuchung gestellt wird.
Drohende Fehlgeburt (Abortus imminens)
Leichte Blutungen und Krämpfe können auf eine drohende Fehlgeburt hinweisen. Mit entsprechender medizinischer Betreuung kann die Schwangerschaft oft erhalten werden.
Habituelle Aborte
Erleidet eine Frau drei oder mehr aufeinanderfolgende Fehlgeburten, spricht man von habituellen Aborten. Dies betrifft etwa 1% aller Paare mit Kinderwunsch.
Fehlgeburt Ursachen
Die Fehlgeburt Ursachen sind vielfältig, wobei chromosomale Störungen den größten Anteil ausmachen.
Chromosomale und genetische Störungen
Etwa 50-70% aller frühen Fehlgeburten sind auf chromosomale Anomalien zurückzuführen. Diese entstehen meist zufällig bei der Zellteilung und sind nicht vererbbar. Häufige Chromosomenstörungen sind:
- Trisomien (zusätzliches Chromosom)
- Monosomien (fehlendes Chromosom)
- Strukturelle Chromosomenveränderungen
Hormonelle Ursachen
Hormonelle Störungen können ebenfalls zu einer Fehlgeburt führen:
- Gelbkörperschwäche: Unzureichende Progesteronproduktion
- Schilddrüsenstörungen: Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse
- Diabetes mellitus: Schlecht eingestellter Blutzucker
Anatomische Ursachen
Fehlbildungen der Gebärmutter oder andere anatomische Probleme können eine Schwangerschaft gefährden:
- Gebärmutterfehlbildungen (Uterus bicornis, Uterus septus)
- Zervixinsuffizienz (Gebärmutterhalsschwäche)
- Myome oder Polypen
Immunologische Ursachen
Autoimmunerkrankungen können das Risiko für Fehlgeburten erhöhen. Das Antiphospholipid-Syndrom ist eine der bekanntesten immunologischen Ursachen für wiederholte Fehlgeburten.
Infektionen
Verschiedene Infektionen können zu einer Fehlgeburt führen:
- Bakterielle Infektionen (Streptokokken, Chlamydien)
- Virale Infektionen (Röteln, Zytomegalievirus, Toxoplasmose)
- Sexuell übertragbare Infektionen
Weitere Risikofaktoren
- Mütterliches Alter: Das Risiko steigt ab 35 Jahren deutlich an
- Lebensstil: Rauchen, Alkohol, Drogenkonsum
- Gewicht: Starkes Über- oder Untergewicht
- Umweltgifte: Exposition gegenüber Schadstoffen
- Stress: Extremer psychischer oder physischer Stress
Fehlgeburt Symptome
Die Fehlgeburt Symptome können je nach Stadium und Art der Fehlgeburt variieren. Wichtig ist zu wissen, dass nicht jede Blutung in der Schwangerschaft eine Fehlgeburt bedeutet.
Typische Anzeichen einer Fehlgeburt
Die häufigsten Symptome einer Fehlgeburt sind:
- Vaginale Blutungen: Von leichter Schmierblutung bis zu starken Blutungen
- Krampfartige Schmerzen: Ähnlich Menstruationskrämpfen, oft im Unterleib
- Rückenschmerzen: Besonders im unteren Rückenbereich
- Nachlassen der Schwangerschaftszeichen: Weniger Übelkeit, Brustspannen lässt nach
Symptome bei früher Fehlgeburt
Eine frühe Fehlgeburt kann sich durch folgende Symptome ankündigen:
- Leichte bis mäßige vaginale Blutung
- Mild krampfartige Schmerzen
- Abgang von Geweberesten
- Plötzliches Nachlassen der Schwangerschaftsübelkeit
Symptome bei später Fehlgeburt
Späte Fehlgeburten können intensivere Symptome verursachen:
- Stärkere, anhaltende Blutungen
- Intensive, wehenartige Krämpfe
- Austritt von Fruchtwasser
- Fieber (Zeichen einer Infektion)
Wann zum Arzt?
Bei folgenden Symptomen sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen:
- Starke vaginale Blutung mit großen Blutgerinnseln
- Starke Schmerzen, die nicht nachlassen
- Fieber über 38°C
- Schwindel oder Ohnmachtsgefühl
- Übelriechender Ausfluss
Diagnose einer Fehlgeburt
Die Diagnose einer Fehlgeburt erfolgt durch verschiedene Untersuchungsmethoden:
Ultraschalluntersuchung
Der Ultraschall ist die wichtigste Diagnosemethode. Dabei wird geprüft:
- Ob ein Herzschlag zu erkennen ist
- Die Größe und Entwicklung des Embryos
- Die Lage des Embryos in der Gebärmutter
HCG-Werte
Das Schwangerschaftshormon HCG wird regelmäßig gemessen. Bei einer Fehlgeburt:
- Steigen die Werte nicht entsprechend an
- Bleiben sie konstant oder fallen ab
- Zeigen sie einen unregelmäßigen Verlauf
Gynäkologische Untersuchung
Bei der körperlichen Untersuchung wird der Muttermund beurteilt und nach Anzeichen einer Infektion gesucht.
Behandlung einer Fehlgeburt
Je nach Art und Stadium der Fehlgeburt gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten:
Abwartendes Vorgehen
Bei einer unvollständigen Fehlgeburt kann abgewartet werden, bis der Körper die Schwangerschaft natürlich beendet. Dies ist oft bei sehr frühen Fehlgeburten möglich.
Medikamentöse Behandlung
In bestimmten Fällen können Medikamente verabreicht werden, um den Prozess zu unterstützen. Hierbei ist unbedingt eine ärztliche Betreuung erforderlich. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die verschiedenen Behandlungsoptionen und lassen Sie sich ausführlich beraten, bevor eine medikamentöse Therapie eingeleitet wird.
Operative Behandlung
Bei unvollständigen Fehlgeburten oder Infektionsrisiko kann eine Ausschabung (Kürettage) notwendig werden:
- Saugkürettage: Schonendere Methode für frühe Schwangerschaften
- Ausschabung: Bei späteren Schwangerschaften oder Komplikationen
Nachsorge
Nach einer Fehlgeburt ist eine medizinische Nachsorge wichtig:
- Kontrolluntersuchungen zur Überprüfung der vollständigen Heilung
- HCG-Kontrollen bis zur Normalisierung
- Beratung über den optimalen Zeitpunkt für eine neue Schwangerschaft
Risikofaktoren für Fehlgeburten
Verschiedene Faktoren können das Risiko für eine Fehlgeburt erhöhen:
Nicht beeinflussbare Risikofaktoren
- Mütterliches Alter: Ab 35 Jahren steigt das Risiko kontinuierlich
- Vorangegangene Fehlgeburten: Erhöhen das Risiko für weitere
- Genetische Faktoren: Familiäre Vorbelastung
- Chronische Erkrankungen: Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen
Beeinflussbare Risikofaktoren
- Rauchen und Alkoholkonsum
- Übergewicht oder Untergewicht
- Koffeinkonsum (mehr als 4 Tassen pro Tag)
- Bestimmte Medikamente
- Exposition gegenüber Umweltgiften
Vorbeugung von Fehlgeburten
Obwohl viele Fehlgeburten nicht verhindert werden können, gibt es Maßnahmen zur Risikoreduktion:
Gesunder Lebensstil
- Ausgewogene Ernährung: Reich an Vitaminen und Mineralstoffen
- Folsäure-Supplementierung: Bereits vor der Schwangerschaft beginnen
- Verzicht auf Nikotin und Alkohol: Vollständiger Verzicht während der Schwangerschaft
- Normalgewicht anstreben: BMI zwischen 18,5 und 25
- Regelmäßige Bewegung: Moderate sportliche Aktivität
Medizinische Vorsorge
- Behandlung chronischer Erkrankungen vor der Schwangerschaft
- Impfstatus überprüfen (besonders Röteln)
- Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen
- Vermeidung von Infektionsrisiken
Grenzen der Vorbeugung
Es ist wichtig zu verstehen, dass die meisten Fehlgeburten nicht verhindert werden können:
- Chromosomale Störungen entstehen zufällig
- Viele Ursachen sind unbekannt oder unvermeidbar
- Normaler Lebensstil ist meist nicht die Ursache
Psychologische Aspekte einer Fehlgeburt
Eine Fehlgeburt ist nicht nur ein körperlicher, sondern auch ein emotionaler Verlust.
Emotionale Verarbeitung
Typische Reaktionen auf eine Fehlgeburt sind:
- Trauer: Über den Verlust des erwarteten Kindes
- Schuldgefühle: Oft unbegründete Selbstvorwürfe
- Wut und Enttäuschung: Auf den eigenen Körper oder das Schicksal
- Angst: Vor weiteren Schwangerschaften
Unterstützungsmöglichkeiten
- Professionelle Beratung: Psychologische Unterstützung
- Selbsthilfegruppen: Austausch mit anderen Betroffenen
- Paarberatung: Gemeinsame Verarbeitung des Verlustes
- Trauerbegleitung: Hilfe bei der Bewältigung der Trauer
Leben nach einer Fehlgeburt
Körperliche Erholung
Die körperliche Heilung dauert meist 4-6 Wochen. In dieser Zeit sollten Sie:
- Körperliche Schonung einhalten
- Auf Tampons und Geschlechtsverkehr verzichten
- Bei anhaltenden Problemen den Arzt konsultieren
Wann wieder schwanger werden?
Nach einer unkomplizierten Fehlgeburt können Sie grundsätzlich wieder schwanger werden, sobald:
- Der erste normale Zyklus eingetreten ist
- Sie sich emotional bereit fühlen
- Eventuelle Ursachen abgeklärt wurden
Häufig gestellte Fragen
Kann Stress eine Fehlgeburt auslösen?
Normaler Alltagsstress löst keine Fehlgeburt aus. Extremer physischer oder psychischer Stress kann jedoch ein Risikofaktor sein.
Wie hoch ist das Risiko für weitere Fehlgeburten?
Nach einer Fehlgeburt beträgt das Risiko für eine weitere etwa 20%. Nach zwei Fehlgeburten steigt es auf 25-30%. Die meisten Frauen haben nach einer Fehlgeburt eine erfolgreiche Schwangerschaft.
Muss ich meinem Arbeitgeber eine Fehlgeburt melden?
Eine Meldepflicht besteht nicht. Sie haben jedoch Anspruch auf Krankschreibung und bei späten Fehlgeburten eventuell auf Mutterschutz.
Wann normalisiert sich der Zyklus wieder?
Der normale Zyklus setzt meist 4-6 Wochen nach der Fehlgeburt wieder ein. Bei anhaltenden Unregelmäßigkeiten sollten Sie einen Arzt konsultieren.
Fazit
Eine Fehlgeburt ist ein trauriges, aber leider häufiges Ereignis. Die meisten Fehlgeburten sind nicht vermeidbar und entstehen durch zufällige chromosomale Störungen. Wichtig ist zu wissen, dass die Betroffenen keine Schuld tragen und dass die Chancen auf eine erfolgreiche nächste Schwangerschaft meist gut sind.
Bei verdächtigen Symptomen wie Blutungen oder Schmerzen sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen. Eine professionelle medizinische Betreuung ist sowohl für die körperliche als auch für die emotionale Verarbeitung einer Fehlgeburt von großer Bedeutung.
Denken Sie daran: Eine Fehlgeburt ist kein Versagen, sondern ein natürlicher, wenn auch schmerzlicher Prozess. Mit der richtigen Unterstützung können Sie diese schwere Zeit überwinden und neue Hoffnung fassen.
Fuente de referencia:
- Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG)
- Robert Koch-Institut (RKI)
- World Health Organization (WHO)
- American College of Obstetricians and Gynecologists
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Wichtiger medizinischer Hinweis
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