Die Diagnose einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) erfordert ein systematisches und professionelles Vorgehen. Ein ADHS-Screening ist der erste wichtige Schritt, um eine zuverlässige Diagnose zu stellen und andere Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen auszuschließen. Da ADHS sowohl Kinder als auch Erwachsene betrifft und ohne angemessene Behandlung erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität haben kann, ist eine frühzeitige und korrekte Diagnostik von entscheidender Bedeutung.
In Deutschland sind etwa 5% aller Kinder und 2,5% der Erwachsenen von ADHS betroffen. Die Störung kann sich in verschiedenen Lebensbereichen manifestieren – von schulischen Schwierigkeiten bei Kindern bis hin zu beruflichen Herausforderungen im Erwachsenenalter. Ein professionelles ADHS-Screening hilft dabei, die charakteristischen Symptommuster zu erkennen und eine fundierte Diagnose zu stellen.
Dieser umfassende Artikel führt Sie durch den gesamten Prozess der ADHS-Untersuchung, erklärt die verschiedenen Testverfahren und zeigt auf, was Sie bei einem ADHS-Screening erwarten können.
Was ist ADHS? Grundlagen verstehen
Definition und Symptome
ADHS ist eine neurobiologische Entwicklungsstörung, die durch drei Kernsymptome charakterisiert wird: Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität. Diese Symptome treten bereits in der Kindheit auf und können bis ins Erwachsenenalter bestehen bleiben. Die Ausprägung der einzelnen Symptombereiche kann jedoch stark variieren.
Bei der Unaufmerksamkeit zeigen Betroffene Schwierigkeiten, sich über längere Zeit zu konzentrieren, werden leicht abgelenkt und haben Probleme bei der Organisation von Aufgaben. Hyperaktivität äußert sich durch motorische Unruhe, ständiges Zappeln oder das Gefühl, „getrieben“ zu sein. Impulsivität zeigt sich in vorschnellen Handlungen, Unterbrechungen von Gesprächen oder Schwierigkeiten beim Abwarten.
Die Symptome von ADHS können sich zwischen Kindern und Erwachsenen unterscheiden. Während bei Kindern oft die äußere Hyperaktivität im Vordergrund steht, leiden Erwachsene häufiger unter innerer Unruhe, Organisationsproblemen und Schwierigkeiten in zwischenmenschlichen Beziehungen.
ADHS-Subtypen
Die moderne Diagnostik unterscheidet drei ADHS-Subtypen:
- Vorwiegend unaufmerksamer Typ: Hauptsächlich Konzentrationsschwierigkeiten ohne ausgeprägte Hyperaktivität
- Vorwiegend hyperaktiv-impulsiver Typ: Motorische Unruhe und impulsives Verhalten stehen im Vordergrund
- Mischtyp: Alle drei Kernsymptome sind deutlich ausgeprägt
Wer ist betroffen?
ADHS betrifft Menschen aller Altersgruppen, wobei die Störung typischerweise bereits in der frühen Kindheit beginnt. Studien zeigen, dass Jungen etwa dreimal häufiger diagnostiziert werden als Mädchen, was teilweise auf unterschiedliche Symptomausprägungen zurückzuführen ist. Bei Mädchen wird ADHS oft erst später erkannt, da sie seltener durch störendes Verhalten auffallen.
Etwa 60% der Kinder mit ADHS zeigen auch im Erwachsenenalter noch Symptome, wobei sich die Ausprägung oft verändert. Die Hyperaktivität nimmt meist ab, während Aufmerksamkeitsprobleme und Organisationsschwierigkeiten bestehen bleiben können.
Wann ist ein ADHS-Screening sinnvoll?
Typische Anzeichen bei Kindern
Ein ADHS-Screening sollte in Betracht gezogen werden, wenn Kinder anhaltende Probleme in mehreren Lebensbereichen zeigen. Schulische Schwierigkeiten gehören zu den häufigsten Anzeichen: Betroffene Kinder haben Mühe, Aufgaben zu Ende zu bringen, vergessen oft Hausaufgaben oder verlieren regelmäßig Schulmaterialien.
Soziale Schwierigkeiten zeigen sich durch Probleme beim Einhalten von Regeln in Spielsituationen, häufige Konflikte mit Gleichaltrigen oder Schwierigkeiten beim Warten. Viele Kinder mit ADHS haben auch Probleme mit der motorischen Unruhe – sie können nicht stillsitzen, zappeln ständig oder haben einen übermäßigen Bewegungsdrang.
Weitere Warnsignale sind extreme Vergesslichkeit, häufige „Träumerei“, Schwierigkeiten beim Befolgen von Anweisungen oder auffällige Stimmungsschwankungen. Wichtig ist, dass diese Symptome über mindestens sechs Monate bestehen und in verschiedenen Situationen auftreten.
Typische Anzeichen bei Erwachsenen
Bei Erwachsenen äußert sich ADHS oft subtiler als bei Kindern. Berufliche Schwierigkeiten können sich durch chronische Unpünktlichkeit, Probleme bei der Prioritätensetzung oder Schwierigkeiten beim Einhalten von Terminen zeigen. Viele Betroffene haben Mühe mit der Selbstorganisation und fühlen sich oft überfordert von alltäglichen Aufgaben.
Beziehungsprobleme entstehen häufig durch impulsives Verhalten, Vergesslichkeit oder die Unfähigkeit, aufmerksam zuzuhören. Die innere Unruhe, die die äußere Hyperaktivität der Kindheit ersetzt, kann zu Schlafproblemen, ständiger Anspannung oder dem Gefühl der Ruhelosigkeit führen.
Weitere Hinweise auf ADHS im Erwachsenenalter sind chronische Prokrastination, häufige Jobwechsel, Schwierigkeiten beim Umgang mit Geld oder wiederholte Verkehrsunfälle aufgrund von Unaufmerksamkeit.
Selbsttest als erster Schritt
Online verfügbare ADHS-Fragebögen können eine erste Orientierung bieten und dabei helfen zu entscheiden, ob eine professionelle ADHS-Untersuchung sinnvoll ist. Diese Selbsttests basieren oft auf standardisierten Screening-Instrumenten und fragen nach typischen ADHS-Symptomen im Alltag.
Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass Selbsttests niemals eine professionelle Diagnose ersetzen können. Sie dienen lediglich als Hilfsmittel zur Selbsteinschätzung. Ein positives Ergebnis beim Selbsttest sollte Anlass sein, einen Termin bei einem Facharzt zu vereinbaren, während ein negatives Ergebnis eine ADHS nicht sicher ausschließt.
Der ADHS-Screening-Prozess: Schritt für Schritt
Erstkontakt und Anamnese
Der erste Schritt der ADHS-Diagnose beginnt meist beim Hausarzt, der bei Verdacht eine Überweisung an einen Facharzt ausstellt. Alternativ können sich Betroffene auch direkt an einen Kinder- und Jugendpsychiater, Psychiater oder Neurologen wenden.
Das Erstgespräch ist von entscheidender Bedeutung für die weitere Diagnostik. Der Arzt erfragt dabei detailliert die aktuellen Beschwerden und deren Auswirkungen auf verschiedene Lebensbereiche. Besonders wichtig ist die Entwicklungsgeschichte: ADHS-Symptome müssen bereits vor dem 12. Lebensjahr aufgetreten sein, auch wenn sie damals möglicherweise nicht erkannt wurden.
Die Familienanamnese spielt eine wichtige Rolle, da ADHS eine starke genetische Komponente hat. Der Arzt fragt nach ADHS oder ähnlichen Symptomen bei Eltern, Geschwistern oder anderen Verwandten. Zusätzlich werden Schwangerschaftsverlauf, Geburt und frühe Entwicklung des Kindes erfragt.
Aktuelle Alltagsprobleme werden systematisch erfasst: Wie äußern sich die Schwierigkeiten in Schule, Beruf oder Familie? Welche Situationen sind besonders problematisch? Diese Informationen helfen dabei, das Ausmaß der Beeinträchtigung zu beurteilen.
Standardisierte Testverfahren
Für eine zuverlässige ADHS-Diagnose werden standardisierte Testverfahren eingesetzt, die je nach Alter des Patienten variieren.
Testverfahren für Kinder:
Die Conners-Skalen gehören zu den weltweit am häufigsten verwendeten ADHS-Rating-Skalen. Sie erfassen das Verhalten des Kindes aus verschiedenen Perspektiven – Eltern, Lehrer und das Kind selbst beurteilen die Häufigkeit bestimmter Verhaltensweisen.
Die ADHS-Diagnostische Checkliste (DCL-ADHS) orientiert sich direkt an den diagnostischen Kriterien und hilft dabei, systematisch alle relevanten Symptome zu erfassen. Fremdbeurteilungsbögen von Eltern und Lehrern sind besonders wertvoll, da sie das Verhalten in verschiedenen Umgebungen beurteilen können.
Die direkte Verhaltensbeobachtung durch den Therapeuten während der Untersuchung liefert zusätzliche wichtige Informationen über die Symptomausprägung.
Testverfahren für Erwachsene:
Die ADHS-Selbstbeurteilungsskala (ASRS) wurde speziell für die Erwachsenen-Diagnostik entwickelt und fragt nach typischen ADHS-Symptomen im beruflichen und privaten Alltag.
Die Wender-Utah-Rating-Scale (WURS) erfasst retrospektiv die Kindheitssymptome, was für die Diagnose entscheidend ist, da ADHS bereits in der Kindheit begonnen haben muss.
Die Conners Adult ADHS Rating Scales (CAARS) bieten sowohl Selbst- als auch Fremdbeurteilungsversionen und ermöglichen eine umfassende Symptomerfassung.
Strukturierte klinische Interviews gewährleisten eine systematische und vollständige Erfassung aller relevanten Symptome und deren Auswirkungen.
Neurologische und psychologische Untersuchungen
Aufmerksamkeits- und Konzentrationstests messen objektiv die Fähigkeit, sich über längere Zeit zu konzentrieren und Ablenkungen zu widerstehen. Diese Tests können computergestützt durchgeführt werden und liefern präzise Messwerte.
Intelligenztests sind wichtig, um andere Ursachen für Konzentrationsprobleme auszuschließen. Eine Lernbehinderung oder Hochbegabung können ähnliche Symptome verursachen wie ADHS.
Computergestützte Tests wie der Continuous Performance Test (CPT) messen die Daueraufmerksamkeit unter standardisierten Bedingungen. Dabei müssen Patienten über längere Zeit auf bestimmte Signale reagieren, während ihre Reaktionszeit und Fehlerrate gemessen wird.
Körperliche Untersuchungen
Eine gründliche körperliche Untersuchung ist notwendig, um organische Ursachen für die Symptome auszuschließen. Seh- und Hörtests sind besonders wichtig, da unentdeckte Sinnesbeeinträchtigungen zu Konzentrationsproblemen führen können.
Die Schilddrüsenfunktion wird überprüft, da sowohl eine Über- als auch eine Unterfunktion der Schilddrüse ADHS-ähnliche Symptome verursachen kann. Eine neurologische Untersuchung hilft dabei, andere neurobiologische Erkrankungen auszuschließen.
ADHS-Diagnose nach ICD-11 und DSM-5
Diagnostische Kriterien
Die ADHS-Diagnose folgt international anerkannten Klassifikationssystemen. Das ICD-11 (Internationale Klassifikation der Krankheiten) der Weltgesundheitsorganisation ist in Deutschland das primäre Diagnosesystem, während das DSM-5 (Diagnostisches und Statistisches Manual) der amerikanischen psychiatrischen Gesellschaft ebenfalls weit verbreitet ist.
Beide Systeme fordern, dass mindestens sechs Symptome aus den Bereichen Unaufmerksamkeit oder Hyperaktivität/Impulsivität vorliegen müssen. Diese Symptome müssen seit mindestens sechs Monaten bestehen und vor dem 12. Lebensjahr aufgetreten sein.
Entscheidend ist auch die Beeinträchtigung in mehreren Lebensbereichen: Die Symptome müssen sich sowohl zu Hause als auch in Schule, Beruf oder anderen sozialen Situationen zeigen. Die Symptome dürfen nicht durch eine andere psychische Erkrankung besser erklärbar sein.
Diagnosesicherheit
Die Differenzialdiagnostik ist ein wichtiger Bestandteil des Diagnoseprozesses. Ärzte müssen sicherstellen, dass die Symptome tatsächlich auf ADHS zurückzuführen sind und nicht durch andere Erkrankungen verursacht werden.
ADHS wird in verschiedene Schweregrade eingeteilt: leicht (minimale Beeinträchtigung), mittel (moderate Beeinträchtigung) oder schwer (schwere Beeinträchtigung in mehreren Bereichen). Diese Einteilung hilft bei der Therapieplanung.
Die Dokumentation erfolgt in einem ausführlichen Befund, der alle durchgeführten Untersuchungen, deren Ergebnisse und die sich daraus ergebende Diagnose enthält. Dieser Befund ist wichtig für weitere Behandlungsschritte und eventuelle Anträge auf Nachteilsausgleich.
Abgrenzung zu anderen Erkrankungen
Ähnliche Symptombilder
Eine der größten Herausforderungen bei der ADHS-Diagnose ist die Abgrenzung zu anderen psychischen Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen. Angststörungen können zu Konzentrationsproblemen führen, da die Aufmerksamkeit auf die Angst gerichtet ist. Depressionen verursachen ebenfalls Konzentrationsschwierigkeiten, allerdings meist in Verbindung mit gedrückter Stimmung und Antriebslosigkeit.
Bei der bipolaren Störung können manische Phasen mit Hyperaktivität und Impulsivität verwechselt werden. Persönlichkeitsstörungen, insbesondere die emotional instabile Persönlichkeitsstörung, zeigen ebenfalls impulsives Verhalten.
Autismus-Spektrum-Störungen können mit Aufmerksamkeitsproblemen einhergehen, unterscheiden sich aber durch charakteristische soziale und kommunikative Schwierigkeiten. Schlafstörungen führen zu Tagesmüdigkeit und Konzentrationsproblemen, die ADHS-Symptomen ähneln können.
Auch organische Ursachen müssen ausgeschlossen werden: Schilddrüsenerkrankungen, bestimmte Medikamente oder Substanzmissbrauch können ADHS-ähnliche Symptome verursachen.
Komorbiditäten (Begleiterkrankungen)
ADHS tritt häufig zusammen mit anderen Erkrankungen auf. Bei Kindern sind Lernstörungen wie Legasthenie oder Dyskalkulie häufige Begleiterkrankungen. Das oppositionelle Trotzverhalten findet sich bei etwa 30% der Kinder mit ADHS.
Tic-Störungen treten bei 10-20% der ADHS-Patienten auf. Bei Erwachsenen sind Suchterkrankungen überdurchschnittlich häufig, da manche Betroffene versuchen, ihre Symptome selbst zu behandeln.
Weitere häufige Begleiterkrankungen sind Angststörungen, Depressionen und Schlafstörungen. Das Vorliegen von Komorbiditäten erschwert sowohl die Diagnose als auch die Behandlung und muss bei der Therapieplanung berücksichtigt werden.
Wie Ärzte differenzieren
Erfahrene Ärzte verwenden verschiedene Strategien zur Differenzierung: Ausschlussdiagnosen werden systematisch geprüft, wobei jede mögliche alternative Erklärung für die Symptome untersucht wird.
Spezifische Testverfahren helfen dabei, charakteristische Symptommuster zu identifizieren. Die Verlaufsbeobachtung über mehrere Termine kann wichtige Hinweise liefern, da sich verschiedene Erkrankungen unterschiedlich entwickeln.
Wo kann man sich auf ADHS testen lassen?
Anlaufstellen für Kinder und Jugendliche
Kinder- und Jugendpsychiater sind die Spezialisten für ADHS-Diagnostik im Kindes- und Jugendalter. Sie verfügen über die spezielle Ausbildung und Erfahrung in der Beurteilung entwicklungsbedingter Verhaltensauffälligkeiten.
Sozialpädiatrische Zentren (SPZ) sind spezialisierte Einrichtungen für Kinder mit Entwicklungsstörungen. Sie bieten umfassende interdisziplinäre Diagnostik und sind besonders für komplexe Fälle geeignet.
Kinder- und Jugendpsychotherapeuten mit entsprechender Zusatzqualifikation können ebenfalls ADHS-Diagnostik durchführen. Schulpsychologische Dienste bieten oft erste Beratung und können bei der Vermittlung an geeignete Fachkräfte helfen.
Anlaufstellen für Erwachsene
Psychiater und Neurologen sind die primären Ansprechpartner für Erwachsene mit ADHS-Verdacht. Viele haben sich auf ADHS spezialisiert und verfügen über entsprechende Erfahrung in der Erwachsenendiagnostik.
ADHS-Spezialambulanzen an Universitätskliniken und größeren Krankenhäusern bieten oft besonders umfassende Diagnostik. Psychotherapeuten mit ADHS-Schwerpunkt können sowohl diagnostizieren als auch behandeln.
Universitätskliniken sind oft führend in der ADHS-Forschung und bieten modernste Diagnostikverfahren, haben allerdings meist längere Wartezeiten.
Wartezeiten und Kosten
In Deutschland betragen die durchschnittlichen Wartezeiten für einen Termin zur ADHS-Diagnostik zwischen 4-12 Wochen, in ländlichen Gebieten können sie länger sein. Privatpatienten erhalten oft schneller Termine.
Die Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen ist in der Regel gewährleistet, wenn die Diagnostik von einem zugelassenen Arzt durchgeführt wird. Privatleistungen, wie bestimmte computergestützte Tests, müssen möglicherweise selbst bezahlt werden.
Dauer und Ablauf der ADHS-Untersuchung
Eine vollständige ADHS-Untersuchung erstreckt sich typischerweise über 2-4 Termine, je nach Komplexität des Falls und der gewählten Testverfahren. Der gesamte Prozess kann sich über 4-8 Wochen hinziehen.
Beim ersten Termin steht die ausführliche Anamnese im Vordergrund. Der Arzt erfragt die Symptomgeschichte, familiäre Belastungen und aktuelle Probleme. Oft werden bereits erste Fragebögen ausgegeben.
Folgeuntersuchungen umfassen psychologische Tests, Verhaltensbeobachtungen und gegebenenfalls körperliche Untersuchungen. Die Einbeziehung von Angehörigen, Lehrern oder Partnern ist oft wichtig für eine vollständige Symptomerfassung.
Die Auswertung und Diagnosemitteilung erfolgt meist im letzten Termin, wo auch der weitere Behandlungsplan besprochen wird.
Nach der Diagnose: Was kommt jetzt?
Behandlungsmöglichkeiten im Überblick
Die ADHS-Behandlung folgt einem multimodalen Therapieansatz, der verschiedene Behandlungselemente kombiniert. Psychotherapie, insbesondere die Verhaltenstherapie, hilft dabei, problematische Verhaltensmuster zu erkennen und zu ändern.
Bei der medikamentösen Behandlung kommen verschiedene Medikamente zum Einsatz. Wichtig ist, dass jede Medikation individuell angepasst und regelmäßig überwacht werden muss. Betroffene sollten sich ausführlich von ihrem behandelnden Arzt über mögliche Therapieoptionen beraten lassen, da die Auswahl des geeigneten Medikaments von verschiedenen individuellen Faktoren abhängt.
Psychoedukation vermittelt Wissen über ADHS und hilft Betroffenen und Angehörigen, die Störung besser zu verstehen. ADHS-Coaching unterstützt bei der Entwicklung von Bewältigungsstrategien für den Alltag.
Langzeitperspektive
Der Verlauf von ADHS ist individuell sehr unterschiedlich. Mit angemessener Behandlung können die meisten Betroffenen ein normales Leben führen. Ohne Behandlung besteht ein erhöhtes Risiko für Schulabbruch, Arbeitslosigkeit oder Suchterkrankungen.
Anpassungen im Alltag können die Symptome erheblich mildern: Strukturierte Tagesabläufe, regelmäßige Pausen und klare Organisationssysteme helfen vielen Betroffenen.
Regelmäßige Verlaufskontrollen sind wichtig, um die Behandlung anzupassen und neue Herausforderungen zu bewältigen.
Unterstützung und Ressourcen
Selbsthilfegruppen bieten wertvollen Austausch mit anderen Betroffenen. ADHS-Verbände in Deutschland wie ADHS Deutschland e.V. oder der Bundesverband ADHS-Hilfe e.V. informieren über aktuelle Entwicklungen und vermitteln Kontakte.
Zahlreiche Bücher und Online-Ressourcen bieten vertiefte Informationen über ADHS und Bewältigungsstrategien.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann ADHS wieder verschwinden?
ADHS ist eine neurobiologische Störung, die nicht „geheilt“ werden kann. Allerdings können sich die Symptome im Laufe des Lebens verändern und bei manchen Menschen so abschwächen, dass sie keine bedeutsame Beeinträchtigung mehr darstellen.
Ist ADHS vererbbar?
Ja, ADHS hat eine starke genetische Komponente. Das Risiko für Kinder von betroffenen Eltern ist etwa 5-8 mal höher als in der Allgemeinbevölkerung.
Wie zuverlässig sind ADHS-Tests?
Bei fachgerechter Durchführung durch erfahrene Ärzte sind ADHS-Tests sehr zuverlässig. Die Kombination verschiedener Testverfahren erhöht die Diagnosesicherheit.
Können Erwachsene erst spät ADHS entwickeln?
Nein, ADHS beginnt immer in der Kindheit. Wenn Symptome erst im Erwachsenenalter auftreten, handelt es sich um eine andere Erkrankung.
Was ist der Unterschied zwischen ADS und ADHS?
ADS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom) ist eine veraltete Bezeichnung. Heute wird einheitlich der Begriff ADHS verwendet, auch wenn keine Hyperaktivität vorliegt.
Kann man ADHS im Blut nachweisen?
Nein, es gibt keinen Bluttest für ADHS. Die Diagnose basiert auf der Beurteilung von Verhalten und Symptomen.
Wie lange dauert es bis zur Diagnose?
Von der ersten Kontaktaufnahme bis zur Diagnose vergehen typischerweise 4-8 Wochen, abhängig von Wartezeiten und Komplexität des Falls.
Brauche ich eine Überweisung?
Für Kassenpatient ist meist eine Überweisung vom Hausarzt erforderlich. Privatpatienten können sich direkt an Fachärzte wenden.
Was kostet ein ADHS-Test?
Die Kosten werden bei medizinisch notwendiger Diagnostik von den Krankenkassen übernommen. Zusätzliche Tests können Eigenanteile erfordern.
Welche Rechte habe ich mit ADHS-Diagnose?
Je nach Schweregrad können Nachteilsausgleiche in Schule oder Beruf beantragt werden. Bei erheblicher Beeinträchtigung ist auch ein Schwerbehindertenausweis möglich.
Fazit und Zusammenfassung
Ein professionelles ADHS-Screening ist der wichtigste Schritt auf dem Weg zu einer korrekten Diagnose und angemessenen Behandlung. Die standardisierten Verfahren gewährleisten eine hohe Diagnosequalität und helfen dabei, ADHS von anderen Erkrankungen zu unterscheiden.
Frühe Erkennung und Behandlung verbessern die Prognose erheblich und können langfristige negative Auswirkungen auf Bildung, Beruf und Beziehungen verhindern. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Sie oder Ihr Kind von ADHS betroffen sein könnten, zögern Sie nicht, professionelle Hilfe zu suchen.
Die moderne ADHS-Diagnostik ist ausgereift und zuverlässig. Mit der richtigen Unterstützung können Menschen mit ADHS ein erfülltes und erfolgreiches Leben führen. Wenden Sie sich bei Verdacht an einen Facharzt und lassen Sie sich ausführlich beraten.
Fuente de referencia:
- Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (DGPPN)
- Robert Koch-Institut
- Bundesärztekammer
- ADHS Infoportal
- Charité – Universitätsmedizin Berlin
Wichtiger medizinischer Hinweis
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