Der eGFR-Wert (geschätzte glomeruläre Filtrationsrate) ist einer der wichtigsten Nierenwerte zur Beurteilung der Nierenfunktion. Er gibt Aufschluss darüber, wie effektiv Ihre Nieren das Blut filtern und schädliche Substanzen aus dem Körper entfernen. Da Nierenerkrankungen oft lange unbemerkt bleiben, spielt die regelmäßige Kontrolle der glomerulären Filtrationsrate eine entscheidende Rolle bei der Früherkennung von Nierenproblemen.
In Deutschland leiden etwa 8-10% der Bevölkerung an einer chronischen Nierenerkrankung, oft ohne es zu wissen. Die rechtzeitige Erkennung durch den eGFR-Test kann helfen, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden. In diesem umfassenden Artikel erfahren Sie alles Wichtige über eGFR-Normwerte, die verschiedenen Stadien der Niereninsuffizienz und was Sie für Ihre Nierengesundheit tun können.
Was ist die glomeruläre Filtrationsrate (GFR)?
Die glomeruläre Filtrationsrate ist ein medizinischer Wert, der angibt, wie viel Blut pro Minute von den Nieren gefiltert wird. Die Nieren sind lebenswichtige Organe, die täglich etwa 1.700 Liter Blut filtern und dabei Abfallprodukte, überschüssiges Wasser und Giftstoffe aus dem Körper entfernen.
Der Begriff „glomerulär“ bezieht sich auf die Glomeruli – winzige Filtereinheiten in den Nieren, die aus feinen Blutgefäßen bestehen. Jede Niere enthält etwa eine Million dieser Glomeruli, die zusammen die Filterfunktion der Nieren ausmachen.
Unterschied zwischen GFR und eGFR
Während die GFR die tatsächliche Filtrationsrate darstellt, ist die eGFR (geschätzte glomeruläre Filtrationsrate) ein berechneter Wert. Da die direkte Messung der GFR aufwendig und für die Routinediagnostik unpraktisch ist, wird stattdessen die eGFR anhand von Blutparametern und persönlichen Daten berechnet.
Warum wird die eGFR gemessen?
Der eGFR-Wert dient mehreren wichtigen medizinischen Zwecken:
- Beurteilung der Nierenfunktion: Ermittlung, wie gut die Nieren arbeiten
- Früherkennung: Aufdeckung von Nierenerkrankungen in frühen Stadien
- Überwachung: Kontrolle bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck
- Medikamentendosierung: Anpassung der Dosierung nierengängiger Medikamente
- Verlaufskontrolle: Überwachung bekannter Nierenprobleme
Der eGFR-Test: Wie funktioniert er?
Der eGFR-Test ist ein einfacher Bluttest, der keine besondere Vorbereitung erfordert. Die Durchführung ist unkompliziert und kann in jeder Arztpraxis oder im Labor erfolgen.
Testdurchführung
Für die Bestimmung der geschätzten glomerulären Filtrationsrate wird lediglich eine Blutprobe benötigt. Dabei wird hauptsächlich der Kreatinin-Wert im Blut gemessen – ein Stoffwechselprodukt, das normalerweise vollständig über die Nieren ausgeschieden wird.
Der Test erfordert:
- Keine Nüchternheit
- Keine spezielle Vorbereitung
- Nur eine einfache Blutabnahme
- Etwa 15 Minuten Zeit für die Durchführung
Berechnungsformeln
Zur Berechnung des eGFR-Werts werden verschiedene Formeln verwendet:
CKD-EPI-Formel: Die derzeit am häufigsten verwendete und genaueste Formel, die folgende Faktoren berücksichtigt:
- Kreatinin-Wert im Blut
- Alter der Person
- Geschlecht
- Ethnische Herkunft
MDRD-Formel: Eine ältere, aber immer noch verwendete Berechnungsmethode, die ähnliche Parameter einbezieht.
Wann wird der Test empfohlen?
Der eGFR-Test wird empfohlen bei:
- Risikopatienten (Diabetes, Bluthochdruck)
- Verdacht auf Nierenerkrankung
- Regelmäßigen Kontrollen bei bekannten Nierenproblemen
- Vor der Gabe bestimmter Medikamente
- Routineuntersuchungen ab dem 60. Lebensjahr
eGFR Normwerte und Interpretation
Die eGFR-Normwerte werden in ml/min/1,73 m² angegeben und variieren je nach Alter und Geschlecht. Die Werte geben Auskunft über den Grad der Nierenfunktion.
Normwerte-Tabelle
Interpretation der eGFR-Werte:
| eGFR-Wert (ml/min/1,73 m²) | Bewertung | Bedeutung |
|---|---|---|
| ≥ 90 | Normal | Normale oder erhöhte Nierenfunktion |
| 60-89 | Leicht reduziert | Geringe Einschränkung der Nierenfunktion |
| 45-59 | Mäßig reduziert | Mäßige Einschränkung |
| 30-44 | Mäßig bis schwer reduziert | Deutliche Funktionseinschränkung |
| 15-29 | Schwer reduziert | Starke Nierenfunktionsstörung |
| < 15 | Nierenversagen | Terminales Nierenversagen |
Altersabhängige Unterschiede
Mit zunehmendem Alter nimmt die Nierenfunktion natürlicherweise ab. Pro Lebensjahr reduziert sich die eGFR um etwa 1 ml/min/1,73 m². Daher gelten für verschiedene Altersgruppen angepasste Referenzwerte:
- 20-29 Jahre: 116 ml/min/1,73 m² (durchschnittlich)
- 30-39 Jahre: 107 ml/min/1,73 m²
- 40-49 Jahre: 99 ml/min/1,73 m²
- 50-59 Jahre: 93 ml/min/1,73 m²
- 60-69 Jahre: 85 ml/min/1,73 m²
- 70+ Jahre: 75 ml/min/1,73 m²
Geschlechtsspezifische Unterschiede
Frauen haben in der Regel etwas niedrigere eGFR-Werte als Männer, was auf Unterschiede in der Muskelmasse und damit der Kreatinin-Produktion zurückzuführen ist. Diese Unterschiede werden in den Berechnungsformeln berücksichtigt.
Stadien der Nierenerkrankung (CKD-Stadien)
Die chronische Nierenerkrankung wird in fünf Stadien eingeteilt, die sich nach der eGFR und dem Vorhandensein von Nierenschäden richten. Diese Klassifikation hilft Ärzten bei der Behandlungsplanung.
Stadium 1: Nierenschädigung mit normaler Funktion
eGFR: ≥ 90 ml/min/1,73 m²
In diesem Stadium liegt bereits eine Nierenschädigung vor (nachweisbar durch Protein im Urin, Bildgebung oder Biopsie), aber die Filterfunktion ist noch normal oder erhöht. Symptome treten meist nicht auf.
Behandlungsansätze:
- Behandlung der Grunderkrankung
- Blutdruck- und Blutzuckerkontrolle
- Lebensstilmodifikation
- Regelmäßige Kontrollen
Stadium 2: Leichte Einschränkung
eGFR: 60-89 ml/min/1,73 m²
Die Nierenfunktion ist leicht eingeschränkt, aber die meisten Patienten haben noch keine Symptome. Eine Nierenschädigung muss nachweisbar sein.
Präventionsmaßnahmen:
- Optimierung der Risikofaktoren
- Nephroprotektive Therapie
- Aufklärung über Nierengesundheit
- Halbjährliche Kontrollen
Stadium 3a und 3b: Moderate Einschränkung
eGFR: 30-59 ml/min/1,73 m²
Stadium 3a: 45-59 ml/min/1,73 m²
Stadium 3b: 30-44 ml/min/1,73 m²
In diesen Stadien beginnen oft die ersten Symptome einer Niereninsuffizienz:
- Müdigkeit und Schwäche
- Leichte Schwellungen
- Veränderungen beim Wasserlassen
- Erhöhte Infektanfälligkeit
Therapieoptionen:
- Behandlung von Komplikationen (Anämie, Knochenstoffwechselstörungen)
- Ernährungsberatung
- Vorbereitung auf fortgeschrittene Stadien
- Vierteljährliche Kontrollen
Stadium 4: Schwere Einschränkung
eGFR: 15-29 ml/min/1,73 m²
Die Nierenfunktion ist stark eingeschränkt. Symptome werden deutlicher und Komplikationen häufiger.
Typische Beschwerden:
- Ausgeprägte Müdigkeit
- Übelkeit und Erbrechen
- Ödeme (Wassereinlagerungen)
- Luftnot
- Juckreiz
Vorbereitung auf Nierenersatztherapie:
- Aufklärung über Dialyse und Transplantation
- Anlage eines Gefäßzugangs
- Evaluation für Nierentransplantation
- Monatliche Kontrollen
Stadium 5: Nierenversagen
eGFR: < 15 ml/min/1,73 m²
Terminales Nierenversagen mit der Notwendigkeit einer Nierenersatztherapie (Dialyse oder Transplantation) zum Überleben.
Behandlungsoptionen:
- Hämodialyse
- Peritonealdialyse
- Nierentransplantation
- Konservative Therapie (in ausgewählten Fällen)
Was bedeuten niedrige eGFR-Werte?
Niedrige eGFR-Werte zeigen eine eingeschränkte Nierenfunktion an. Je niedriger der Wert, desto schlechter arbeiten die Nieren bei der Filterung des Blutes.
Ursachen für erniedrigte Werte
Chronische Ursachen:
- Diabetes mellitus: Häufigste Ursache chronischer Nierenerkrankungen
- Bluthochdruck: Schädigt langfristig die Nierengefäße
- Glomerulonephritis: Entzündung der Nierenkörperchen
- Polyzystische Nierenerkrankung: Erbliche Zystenbildung
- Medikamentennebenwirkungen: Langfristige Einnahme bestimmter Medikamente
Akute Ursachen:
- Dehydration
- Akutes Nierenversagen
- Harnwegsinfekte
- Herzinsuffizienz
- Schock oder schwere Erkrankungen
Symptome bei eingeschränkter Nierenfunktion
Bei fortschreitender Niereninsuffizienz können folgende Beschwerden auftreten:
- Müdigkeit und Schwäche: Durch Ansammlung von Giftstoffen
- Ödeme: Schwellungen an Beinen, Füßen oder im Gesicht
- Veränderte Urinausscheidung: Mehr oder weniger Wasserlassen
- Appetitlosigkeit und Übelkeit: Durch Harnstoffanstieg
- Atemnot: Bei Flüssigkeitsansammlung in der Lunge
- Hautjucken: Durch Ansammlung von Phosphat
- Metallischer Geschmack: Im Mund
Gesundheitsrisiken
Eine eingeschränkte Nierenfunktion bringt verschiedene Risiken mit sich:
- Erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko: Patienten mit Nierenerkrankungen haben ein deutlich höheres Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall
- Elektrolytstörungen: Ungleichgewicht von Kalium, Phosphat und anderen Mineralien
- Anämie: Mangel an roten Blutkörperchen
- Knochenschwäche: Störungen des Calcium-Phosphat-Stoffwechsels
- Metabolische Azidose: Übersäuerung des Blutes
Was bedeuten erhöhte eGFR-Werte?
Erhöhte eGFR-Werte über 120 ml/min/1,73 m² können in bestimmten Situationen auftreten und sind nicht immer als normal zu bewerten.
Ursachen erhöhter Werte
- Hyperfiltration bei Diabetes: In frühen Stadien kompensieren die Nieren durch verstärkte Filtration
- Schwangerschaft: Physiologisch erhöhte Nierenfunktion
- Proteinreiche Ernährung: Kann vorübergehend die Filtration steigern
- Jüngere Menschen: Haben natürlicherweise höhere Werte
- Große Körperoberfläche: Bei sehr großen oder muskulösen Personen
Klinische Relevanz
Während normale erhöhte Werte meist unbedenklich sind, kann eine Hyperfiltration bei Diabetikern ein Warnsignal für beginnende Nierenschäden sein und sollte regelmäßig kontrolliert werden.
Weitere wichtige Nierenwerte
Neben der eGFR gibt es weitere Nierenwerte, die für eine umfassende Beurteilung der Nierenfunktion wichtig sind.
Kreatinin
Kreatinin ist ein Abfallprodukt des Muskelstoffwechsels und wird hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden.
Normwerte:
- Männer: 0,7-1,3 mg/dl (62-115 μmol/l)
- Frauen: 0,6-1,1 mg/dl (53-97 μmol/l)
Bedeutung: Erhöhte Kreatininwerte deuten auf eine eingeschränkte Nierenfunktion hin, allerdings steigen sie erst an, wenn bereits 50% der Nierenfunktion verloren gegangen ist.
Harnstoff (BUN)
Harnstoff ist ein Endprodukt des Eiweißstoffwechsels und wird über die Nieren eliminiert.
Normwerte: 17-43 mg/dl (2,9-7,1 mmol/l)
Was sagt der Wert aus: Erhöhte Harnstoffwerte können auf eine Nierenfunktionsstörung hinweisen, werden aber auch von der Ernährung und anderen Faktoren beeinflusst.
Albumin im Urin (Mikroalbuminurie)
Die Ausscheidung von Albumin im Urin ist ein früher Marker für Nierenschäden, besonders bei Diabetikern.
Normwerte:
- Normal: < 30 mg/g Kreatinin
- Mikroalbuminurie: 30-300 mg/g Kreatinin
- Makroalbuminurie: > 300 mg/g Kreatinin
Bedeutung: Albumin im Urin kann Jahre vor einem Anstieg des Kreatinins oder einem Abfall der eGFR nachweisbar sein.
Cystatin C
Cystatin C ist ein alternatives Maß für die Nierenfunktion und wird weniger von Muskelmasse, Alter und Geschlecht beeinflusst als Kreatinin.
Vorteile:
- Frühere Erkennung von Nierenfunktionsstörungen
- Unabhängig von der Muskelmasse
- Genauere Einschätzung bei älteren Patienten
Albumin-Kreatinin-Verhältnis (ACR)
Das Verhältnis von Albumin zu Kreatinin im Urin gibt Aufschluss über Proteinverluste und ist ein wichtiger Prognosefaktor.
Normwerte: < 30 mg/g (< 3 mg/mmol)
Faktoren, die den eGFR-Wert beeinflussen
Verschiedene Faktoren können die eGFR-Werte vorübergehend oder dauerhaft beeinflussen, ohne dass eine echte Nierenerkrankung vorliegt.
Temporäre Faktoren
Dehydration: Flüssigkeitsmangel kann zu einer Überschätzung der Nierenfunktionsstörung führen.
Intensive körperliche Aktivität: Kann das Kreatinin vorübergehend erhöhen und damit die eGFR senken.
Proteinreiche Mahlzeiten: Können die Kreatininwerte kurzfristig beeinflussen.
Fieber und Entzündungen: Können die Nierenfunktion vorübergehend beeinträchtigen.
Langfristige Faktoren
Alter: Die natürliche Abnahme der Nierenfunktion mit dem Alter.
Muskelmasse: Personen mit geringer Muskelmasse haben niedrigere Kreatininwerte und dadurch höhere eGFR-Werte.
Ethnische Herkunft: Unterschiedliche Muskelmasseverteilung bei verschiedenen Ethnien.
Medikamente, die Werte beeinflussen können
Bestimmte Medikamente können die Nierenwerte beeinflussen, ohne die tatsächliche Nierenfunktion zu schädigen:
- Schmerzmittel (NSAIDs): Können die Nierenfunktion vorübergehend reduzieren
- Bestimmte Blutdruckmedikamente: Können Kreatinin erhöhen, ohne die Nieren zu schädigen
- Antibiotika: Einige können die Kreatininwerte beeinflussen
- Kontrastmittel: Können eine vorübergehende Nierenfunktionsstörung verursachen
Wie kann man die Nierenfunktion verbessern?
Obwohl bereits geschädigte Nieren sich meist nicht vollständig regenerieren, gibt es viele Maßnahmen, um die verbleibende Nierenfunktion zu schützen und das Fortschreiten einer Erkrankung zu verlangsamen.
Lebensstil-Anpassungen
Ernährung für die Nierengesundheit:
- Salzreduktion: Weniger als 6g pro Tag, um den Blutdruck zu senken
- Eiweißanpassung: Bei fortgeschrittener Nierenerkrankung moderate Proteinzufuhr
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: 1,5-2 Liter täglich, außer bei ärztlicher Einschränkung
- Kaliumreiche Kost: Obst und Gemüse, außer bei hohen Kaliumwerten
- Phosphatarme Ernährung: Bei fortgeschrittenen Stadien
Körperliche Aktivität:
- Regelmäßige moderate Bewegung (150 Minuten pro Woche)
- Gewichtskontrolle und Normalgewicht anstreben
- Vermeidung von extremen Belastungen
Risikofaktoren kontrollieren
Blutdruckkontrolle:
- Zielwerte unter 130/80 mmHg
- Bei Proteinurie noch niedrigere Werte anstreben
- Regelmäßige Selbstmessung
Blutzuckerkontrolle bei Diabetes:
- HbA1c-Wert unter 7%
- Regelmäßige Kontrollen
- Schulung zur Selbstkontrolle
Cholesterinsenkung:
- Gesunde Ernährung
- Bei Bedarf medikamentöse Therapie nach ärztlicher Rücksprache
Medikamentöse Therapie
Bei der medikamentösen Behandlung von Nierenerkrankungen sollten Sie immer Ihren Arzt konsultieren. Moderne Therapieansätze können das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen, müssen aber individuell angepasst werden.
Wichtige Therapieprinzipien:
- Behandlung der Grunderkrankung
- Schutz der verbleibenden Nierenfunktion
- Behandlung von Komplikationen
- Regelmäßige Kontrollen und Anpassungen
Was vermeiden?
Schädliche Faktoren für die Nieren:
- Rauchen: Verschlechtert die Nierenfunktion und erhöht das Herz-Kreislauf-Risiko
- Übermäßiger Alkoholkonsum: Kann die Nieren belasten
- Nephrotoxische Substanzen: Bestimmte Medikamente und Giftstoffe
- Unkontrollierte Einnahme von Schmerzmitteln: Besonders NSAIDs
- Extreme Diäten: Können die Nieren belasten
Wann zum Arzt?
Bei verdächtigen Symptomen oder Risikofaktoren sollten Sie nicht zögern, einen Arzt aufzusuchen. Eine frühzeitige Diagnose kann entscheidend für den Verlauf einer Nierenerkrankung sein.
Warnsignale
Akute Warnsignale, die sofortiges Handeln erfordern:
- Plötzliche Änderung der Urinmenge: Deutlich mehr oder weniger als gewöhnlich
- Blut im Urin: Rötliche oder bräunliche Verfärbung
- Schaumiger Urin: Kann auf Protein hindeuten
- Starke Schwellungen: Besonders im Gesicht oder an den Beinen
- Anhaltende Müdigkeit: Ungewöhnliche Erschöpfung ohne erkennbare Ursache
- Übelkeit und Erbrechen: Besonders in Verbindung mit anderen Symptomen
- Atemnot: Insbesondere bei gleichzeitigen Schwellungen
Regelmäßige Kontrollen
Empfohlene Untersuchungsintervalle für Risikogruppen:
- Diabetes: Jährliche Kontrolle der Nierenwerte
- Bluthochdruck: Kontrolle alle 1-2 Jahre
- Familiäre Belastung: Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen
- Ab 60 Jahren: Jährliche Kontrolle empfohlen
- Bekannte Nierenerkrankung: Je nach Stadium alle 3-12 Monate
Spezialistenüberweisung
Wann ist ein Nephrologe (Nierenspezialist) nötig?
- eGFR unter 60 ml/min/1,73 m² bei zwei Messungen im Abstand von 3 Monaten
- Proteinausscheidung über 300 mg/g Kreatinin
- Rasche Verschlechterung der Nierenfunktion
- Verdacht auf seltene Nierenerkrankungen
- Komplizierte Verläufe oder Therapieresistenz
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Wie oft sollte der eGFR-Wert kontrolliert werden?
Dies hängt von Ihren Risikofaktoren ab. Gesunde Erwachsene sollten ab 50 Jahren alle 2-3 Jahre kontrollieren lassen, Risikopatienten (Diabetes, Bluthochdruck) jährlich oder häufiger.
Kann sich die Nierenfunktion wieder verbessern?
Bei akuten Nierenschäden ist eine Erholung möglich. Bei chronischen Nierenerkrankungen kann das Fortschreiten verlangsamt, aber meist nicht rückgängig gemacht werden.
Ist ein eGFR-Wert von 60 gefährlich?
Ein Wert von 60 ml/min/1,73 m² entspricht Stadium 3a der Nierenerkrankung. Dies ist noch nicht akut gefährlich, aber eine engmaschige Überwachung und Behandlung ist wichtig.
Welche Lebensmittel sind gut für die Nieren?
Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und mageres Eiweiß sind nierenfreundlich. Reduzieren Sie Salz, verarbeitete Lebensmittel und bei fortgeschrittener Erkrankung auch Phosphat.
Kann man mit einer Niere normal leben?
Ja, eine gesunde Niere kann die Funktion vollständig übernehmen. Menschen mit einer Niere können ein normales Leben führen, sollten aber ihre Nierengesundheit besonders schützen.
Wie schnell verschlechtert sich die Nierenfunktion?
Dies ist sehr individuell. Ohne Behandlung können einige Erkrankungen schnell fortschreiten, während andere Jahre oder Jahrzehnte brauchen. Eine gute Kontrolle der Risikofaktoren kann das Fortschreiten deutlich verlangsamen.
Wird der eGFR-Test von der Krankenkasse übernommen?
Ja, der Test ist Teil der regulären Labordiagnostik und wird bei medizinischer Indikation von allen Krankenkassen übernommen.
Gibt es Hausmittel zur Verbesserung der Nierenwerte?
Eine gesunde Lebensführung mit ausreichend Trinken, salzarmer Ernährung und regelmäßiger Bewegung unterstützt die Nierengesundheit. Spezifische „Hausmittel“ sind jedoch nicht wissenschaftlich belegt.
Fazit und Zusammenfassung
Der eGFR-Wert ist ein unverzichtbares Instrument zur Beurteilung der Nierengesundheit und ermöglicht die frühzeitige Erkennung von Nierenfunktionsstörungen. Eine rechtzeitige Diagnose und konsequente Behandlung können das Fortschreiten einer Nierenerkrankung erheblich verlangsamen und die Lebensqualität erhalten.
Die regelmäßige Kontrolle der glomerulären Filtrationsrate ist besonders für Risikopatienten mit Diabetes, Bluthochdruck oder familiärer Belastung von entscheidender Bedeutung. Durch einen gesunden Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, ausreichender Bewegung und Verzicht auf schädliche Faktoren können Sie aktiv zum Schutz Ihrer Nieren beitragen.
Zögern Sie nicht, bei auffälligen eGFR-Werten oder verdächtigen Symptomen ärztlichen Rat einzuholen. Eine frühzeitige Intervention kann den Unterschied zwischen einer kontrollierbaren Erkrankung und schwerwiegenden Komplikationen ausmachen. Ihre Nieren arbeiten 24 Stunden am Tag für Ihre Gesundheit – geben Sie ihnen die Aufmerksamkeit, die sie verdienen.
Fuente de referencia:
- National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases – eGFR Testing
- National Kidney Foundation – Understanding eGFR
- Deutsche Nierenstiftung – Nierenerkrankungen
- Deutsche Gesellschaft für Nephrologie – Leitlinien
- Robert Koch Institut – Nierenerkrankungen
Wichtiger medizinischer Hinweis
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Herausgeber: XIM., JSC | Zuletzt aktualisiert:
