Vaginalzysten, auch als Scheidenzysten bekannt, sind flüssigkeitsgefüllte Geschwulste, die an oder in der Nähe der Scheide auftreten können. Diese meist gutartigen Veränderungen betreffen Frauen aller Altersgruppen und entstehen häufig durch Geburtsverletzungen, Traumata oder verstopfte Drüsen. Während viele vaginale Zysten keine Beschwerden verursachen, können größere oder ungünstig gelegene Zysten zu Symptomen führen, die eine ärztliche Behandlung erforderlich machen.
Was sind Vaginalzysten genau?
Medizinisch betrachtet sind Vaginalzysten abgekapselte, mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume im Gewebe der Vagina oder ihrer unmittelbaren Umgebung. Sie können verschiedene Größen haben – von wenigen Millimetern bis hin zu mehreren Zentimetern im Durchmesser. Die meisten Scheidenzysten sind gutartig und entwickeln sich langsam über Monate oder Jahre.
Im Gegensatz zu anderen vaginalen Beschwerden wie Infektionen oder Tumoren handelt es sich bei Zysten um abgegrenzte Strukturen mit einer eigenen Kapsel. Während manche Frauen ihre vaginalen Zysten deutlich spüren können, bleiben andere völlig symptomfrei und die Zyste wird nur zufällig bei einer gynäkologischen Routineuntersuchung entdeckt.
Arten von Vaginalzysten
Inklusionszysten
Inklusionszysten sind die häufigste Form der Vaginalzysten. Sie entstehen typischerweise nach Geburtsverletzungen, Episiotomien oder anderen chirurgischen Eingriffen im Vaginalbereich. Dabei wird Oberflächengewebe unter die Haut eingeschlossen, wo es weiter Zellen produziert und eine Zyste bildet. Diese Zysten finden sich meist an der hinteren Vaginalwand und können unterschiedliche Größen erreichen.
Bartholin-Zysten
Die Bartholin-Drüsen befinden sich beiderseits des Scheideneingangs und produzieren Sekret zur Befeuchtung. Wenn die Ausführungsgänge dieser Drüsen verstopfen, kann sich eine Bartholin-Zyste entwickeln. Diese Zysten können besonders schmerzhaft werden, wenn sie sich infizieren und zu einem Abszess entwickeln.
Gartner-Gang-Zysten
Diese angeborenen Zysten entstehen aus Überresten embryonaler Strukturen, die normalerweise während der Entwicklung verschwinden. Gartner-Gang-Zysten befinden sich typischerweise an den seitlichen Vaginalwänden und werden oft erst im Erwachsenenalter entdeckt.
Müller-Gang-Zysten
Auch diese Zysten haben ihren Ursprung in der embryonalen Entwicklung. Sie entstehen aus Überresten der Müller-Gänge, aus denen sich normalerweise die weiblichen Fortpflanzungsorgane entwickeln. Diese Zysten können an verschiedenen Stellen der Vagina auftreten.
Endometriose-Zysten
Bei Frauen mit Endometriose kann sich Gebärmutterschleimhaut auch in der Vaginalwand ansiedeln und dort zyklisch bluten. Dies kann zur Bildung von blutgefüllten Zysten führen, die oft schmerzhaft sind und besondere Behandlung erfordern.
Ursachen und Risikofaktoren
Die Entstehung von Vaginalzysten kann verschiedene Ursachen haben. Geburtsverletzungen und Episiotomien gehören zu den häufigsten Auslösern, da dabei Gewebe beschädigt und falsch verheilt werden kann. Auch andere Traumata der Vagina, etwa durch Unfälle oder unsachgemäße medizinische Eingriffe, können zur Zystenbildung führen.
Verstopfte Drüsen, insbesondere der Bartholin-Drüsen, sind eine weitere wichtige Ursache. Hormonelle Faktoren können ebenfalls eine Rolle spielen, besonders bei der Entstehung von Endometriose-Zysten. Chirurgische Eingriffe im Vaginalbereich erhöhen das Risiko für die Entwicklung von Inklusionszysten.
Angeborene Faktoren sind bei Gartner-Gang-Zysten und Müller-Gang-Zysten relevant, da diese aus embryonalen Strukturen entstehen, die sich nicht vollständig zurückgebildet haben.
Symptome und Beschwerden
Asymptomatische Zysten
Viele Vaginalzysten verursachen keinerlei Beschwerden und werden nur zufällig bei gynäkologischen Routineuntersuchungen entdeckt. Kleine Zysten bleiben oft jahrelang unbemerkt und beeinträchtigen das tägliche Leben nicht.
Mögliche Symptome
Größere oder ungünstig gelegene vaginale Zysten können verschiedene Symptome verursachen. Dazu gehört das Ertasten einer Schwellung oder eines Knotens in der Vagina. Viele Frauen verspüren ein Druckgefühl oder Fremdkörpergefühl in der Scheide.
Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie) sind ein häufiges Symptom größerer Zysten. Auch das Sitzen kann unangenehm werden, und das Einführen von Tampons kann erschwert sein oder Schmerzen verursachen.
Wenn sich eine Zyste infiziert und zu einem Abszess wird, können zusätzliche Symptome wie starke Schmerzen, Schwellung, Rötung, Fieber und eitriger Ausfluss auftreten.
Diagnose von Vaginalzysten
Anamnese
Die Diagnose beginnt mit einer ausführlichen Erhebung der Krankengeschichte. Der Gynäkologe erfragt dabei Symptome, deren Beginn und Verlauf, sowie mögliche auslösende Faktoren wie vorangegangene Geburten oder Operationen.
Körperliche Untersuchung
Die gynäkologische Untersuchung ist der wichtigste Baustein der Diagnose. Dabei kann der Arzt die Zyste meist durch Palpation und Inspektion erkennen. Er beurteilt Größe, Lage, Konsistenz und mögliche Entzündungszeichen der Zyste.
Bildgebende Verfahren
In unklaren Fällen oder bei größeren Zysten kann eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) hilfreich sein. Sie ermöglicht es, die genaue Größe und Struktur der Zyste zu beurteilen und sie von anderen Gewebeveränderungen zu unterscheiden. Bei komplexen Befunden kann auch eine Magnetresonanztomographie (MRT) erforderlich werden.
Weitere diagnostische Maßnahmen
Bei Verdacht auf bösartige Veränderungen kann eine Gewebeentnahme (Biopsie) notwendig sein. Bei infizierten Zysten werden oft Laboruntersuchungen durchgeführt, um den Erreger zu identifizieren. Wichtig ist auch der Ausschluss anderer Erkrankungen, die ähnliche Symptome verursachen können.
Behandlungsmöglichkeiten
Abwarten und Beobachten
Kleine, symptomlose Vaginalzysten bedürfen oft keiner aktiven Behandlung. Stattdessen wird eine regelmäßige Kontrolle empfohlen, um Veränderungen rechtzeitig zu erkennen. Die betroffenen Frauen sollten auf neue Symptome achten und bei Veränderungen ihren Gynäkologen aufsuchen.
Sitzbäder
Bei kleineren Zysten, insbesondere Bartholin-Zysten, können warme Sitzbäder helfen. Diese fördern die Durchblutung und können dazu beitragen, dass sich verstopfte Drüsengänge öffnen. Sitzbäder sollten mehrmals täglich für 10-15 Minuten durchgeführt werden.
Medikamentöse Behandlung
Bei infizierten Zysten kann eine antibiotische Behandlung notwendig werden. Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente können zur Symptomlinderung eingesetzt werden. Jede medikamentöse Therapie sollte jedoch nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.
Drainage und Marsupialisation
Bei größeren oder wiederkehrenden Zysten kann eine Drainage durchgeführt werden. Dabei wird die Zyste punktiert und der Inhalt abgelassen. Die Marsupialisation ist ein chirurgisches Verfahren, bei dem die Zystenwand an die Hautoberfläche genäht wird, um einen dauerhaften Abfluss zu gewährleisten.
Chirurgische Entfernung
Eine vollständige operative Entfernung der Zyste (Exstirpation) wird bei großen, wiederkehrenden oder symptomatischen Zysten empfohlen. Der Eingriff erfolgt meist ambulant unter örtlicher Betäubung oder kurzer Vollnarkose. Die Risiken sind gering, umfassen aber mögliche Blutungen, Infektionen oder eine Verletzung umliegender Strukturen.
Laser- und alternative Verfahren
Moderne Laserverfahren können bei bestimmten Zystenarten eingesetzt werden. Diese Methoden sind oft schonender und führen zu weniger Narbenbildung. Die Verfügbarkeit solcher Verfahren ist jedoch noch nicht flächendeckend gegeben.
Nachsorge und Heilungsverlauf
Nach der Behandlung einer Vaginalzyste ist meist eine gute Heilung zu erwarten. Bei konservativen Behandlungen können sich die Beschwerden innerhalb weniger Wochen bessern. Nach chirurgischen Eingriffen beträgt die Heilungsdauer typischerweise 2-6 Wochen.
Kontrolluntersuchungen sind wichtig, um den Heilungsverlauf zu überwachen und eventuelle Komplikationen frühzeitig zu erkennen. In den ersten Wochen nach einem Eingriff sollten körperliche Anstrengungen, Geschlechtsverkehr und die Verwendung von Tampons vermieden werden.
Das Risiko für ein Wiederkehren der Zyste (Rezidiv) ist bei vollständiger Entfernung gering, kann aber bei unvollständiger Behandlung auftreten.
Komplikationen
Obwohl die meisten Vaginalzysten harmlos sind, können verschiedene Komplikationen auftreten. Die häufigste ist die Infektion einer Zyste mit nachfolgender Abszessbildung, die starke Schmerzen und Fieber verursachen kann.
Große Zysten können kontinuierlich wachsen und zunehmend Beschwerden verursachen. Sie können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen, insbesondere durch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder beim Sitzen.
Sehr selten können Zysten bösartig entarten, weshalb unklare oder schnell wachsende Befunde immer ärztlich abgeklärt werden sollten. Bei schwangeren Frauen können große Zysten den Geburtsvorgang erschweren.
Prävention
Eine vollständige Vorbeugung von Vaginalzysten ist nicht möglich, da viele angeboren sind oder durch unvermeidbare Ereignisse wie Geburten entstehen. Dennoch können einige Maßnahmen das Risiko verringern.
Eine gute Intimhygiene ist wichtig, um Infektionen zu vermeiden, die zu Drüsenverstopfungen führen können. Bei gynäkologischen Eingriffen sollten erfahrene Ärzte gewählt werden, um Traumata zu minimieren.
Regelmäßige gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen helfen dabei, Zysten frühzeitig zu entdecken und zu behandeln, bevor sie größer werden oder Komplikationen verursachen.
Wann zum Arzt?
Ein Arztbesuch ist dringend erforderlich bei neu aufgetretenen oder wachsenden Schwellungen im Vaginalbereich. Auch bei Schmerzen, die das tägliche Leben beeinträchtigen, sollte gynäkologischer Rat gesucht werden.
Warnsignale, die eine sofortige ärztliche Behandlung erfordern, sind Fieber, starke Schmerzen, eitriger Ausfluss oder Rötung und Schwellung im Genitalbereich. Diese können auf eine Infektion oder einen Abszess hinweisen.
Grundsätzlich sollten alle Veränderungen im Genitalbereich ärztlich abgeklärt werden, auch wenn sie zunächst harmlos erscheinen. Frühe Diagnose und Behandlung können Komplikationen verhindern.
Leben mit Vaginalzysten
Viele Frauen leben problemlos mit kleinen, symptomlosen Vaginalzysten. Wichtig ist eine offene Kommunikation mit dem Partner über eventuelle Beschwerden beim Geschlechtsverkehr. Oft können durch Positionswechsel oder langsameres Vorgehen Schmerzen vermieden werden.
Psychologisch kann die Diagnose einer Vaginalzyste zunächst beunruhigend sein. Es ist wichtig zu wissen, dass diese Veränderungen meist gutartig sind und gut behandelt werden können. Bei Ängsten oder Unsicherheiten sollte das Gespräch mit dem Gynäkologen gesucht werden.
Schwangerschaft und Geburt sind bei den meisten Vaginalzysten problemlos möglich. In seltenen Fällen können große Zysten den Geburtskanal blockieren, weshalb eine ärztliche Überwachung wichtig ist.
Häufig gestellte Fragen
Sind Vaginalzysten gefährlich?
Die meisten Vaginalzysten sind gutartig und nicht gefährlich. Komplikationen sind selten, können aber bei Infektionen oder sehr großen Zysten auftreten.
Können Vaginalzysten von selbst verschwinden?
Kleine Zysten können sich manchmal spontan zurückbilden, besonders bei Bartholin-Zysten. Größere Zysten verschwinden jedoch selten von allein.
Beeinflussen Zysten die Fruchtbarkeit?
In der Regel haben Vaginalzysten keinen Einfluss auf die Fruchtbarkeit. Sehr große Zysten können theoretisch den Geschlechtsverkehr erschweren.
Sind Vaginalzysten ansteckend?
Nein, Zysten sind nicht ansteckend. Sie können nicht von Frau zu Frau oder auf den Partner übertragen werden.
Können Zysten nach Entfernung wiederkommen?
Bei vollständiger Entfernung ist das Risiko für ein Wiederauftreten gering. Unvollständig entfernte Zysten können jedoch nachwachsen.
Was ist der Unterschied zwischen Zyste und Abszess?
Eine Zyste ist eine mit Flüssigkeit gefüllte Kapsel, während ein Abszess eine eitergefüllte Infektion darstellt. Abszesse sind meist schmerzhafter und können Fieber verursachen.
Zusammenfassung und Fazit
Vaginalzysten sind häufige, meist gutartige Veränderungen im weiblichen Genitalbereich. Sie entstehen durch verschiedene Ursachen wie Geburtsverletzungen, verstopfte Drüsen oder angeborene Faktoren. Während viele Scheidenzysten keine Beschwerden verursachen, können größere oder ungünstig gelegene Zysten Symptome wie Schmerzen oder ein Druckgefühl hervorrufen.
Die Diagnose erfolgt meist durch eine gynäkologische Untersuchung, ergänzt durch bildgebende Verfahren bei unklaren Befunden. Die Behandlungsoptionen reichen von abwartender Beobachtung über konservative Maßnahmen bis hin zu chirurgischen Eingriffen, je nach Größe und Symptomatik der Zyste.
Wichtig ist, dass Frauen bei Veränderungen im Genitalbereich frühzeitig ärztlichen Rat suchen. Mit der richtigen Diagnose und Behandlung können vaginale Zysten erfolgreich therapiert werden, sodass die Betroffenen ein beschwerdefreies Leben führen können. Die Prognose ist bei den meisten Arten von Vaginalzysten sehr gut.
Fuente de referencia:
- Berufsverband der Frauenärzte
- Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe
- Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften
- Robert Koch-Institut
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen
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