Die Echokardiographie ist eine der wichtigsten und am häufigsten eingesetzten Untersuchungsmethoden in der modernen Kardiologie. Diese nicht-invasive Herzultraschalluntersuchung ermöglicht es Ärzten, die Struktur und Funktion des Herzens detailliert zu beurteilen, ohne den Patienten zu belasten. Mit Hilfe von Ultraschallwellen können Herzkammern, Herzklappen, Herzmuskel und Blutfluss in Echtzeit dargestellt werden.
In der heutigen Medizin ist das Herzecho unverzichtbar geworden – sei es für die Diagnose von Herzerkrankungen, die Verlaufskontrolle bei bekannten Herzproblemen oder für Routineuntersuchungen bei Risikopatienten. Die Methode ist schmerzfrei, sicher und liefert sofortige Ergebnisse, was sie zu einem wertvollen Werkzeug für Kardiologen und Hausärzte macht.
Dieser umfassende Ratgeber erklärt Ihnen alles Wissenswerte über die verschiedenen Arten der Echokardiographie, den genauen Ablauf der Untersuchung und welche Herzerkrankungen damit diagnostiziert werden können. Sie erfahren auch, wann eine solche Untersuchung notwendig ist und was Sie als Patient erwarten können.
Was ist Echokardiographie?
Grundlagen der Herzecho-Untersuchung
Die Echokardiographie ist ein bildgebendes Verfahren, das hochfrequente Schallwellen (Ultraschall) verwendet, um das Herz darzustellen. Ähnlich wie bei einer Ultraschalluntersuchung während der Schwangerschaft werden Schallwellen vom Herzen reflektiert und von einem speziellen Gerät in Bilder umgewandelt. Diese Technik wird auch als Herzultraschall oder Ultraschall Herz bezeichnet.
Das entstehende Echokardiogramm zeigt die Herzstrukturen in Bewegung und ermöglicht eine genaue Beurteilung der Herzfunktion. Die Methode wurde bereits in den 1950er Jahren entwickelt und hat sich seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. Heute stehen verschiedene moderne Techniken zur Verfügung, die eine immer präzisere Diagnostik ermöglichen.
Der größte Vorteil der Echokardiographie liegt in ihrer Nicht-Invasivität: Es sind keine Nadeln, Katheter oder andere Eingriffe erforderlich. Die Untersuchung kann beliebig oft wiederholt werden, da keine Strahlenbelastung entsteht. Dies macht sie besonders wertvoll für Verlaufskontrollen und Therapieüberwachung.
Wann wird eine Echokardiographie durchgeführt?
Eine Herz Ultraschalluntersuchung wird aus verschiedenen Gründen durchgeführt. Häufige Symptome, die eine Echokardiographie erforderlich machen, sind:
- Brustschmerzen oder Engegefühl in der Brust
- Luftnot (Dyspnoe) bei Belastung oder in Ruhe
- Herzrhythmusstörungen oder Herzstolpern
- Herzgeräusche beim Abhören
- Schwellungen (Ödeme) an Beinen oder Knöcheln
- Leistungsminderung und schnelle Ermüdbarkeit
Darüber hinaus wird die Echokardiographie für Routineuntersuchungen bei Patienten mit bekannten Herzerkrankungen eingesetzt. Besonders wichtig ist sie bei der Überwachung von Herzklappenfehlern, Herzinsuffizienz oder nach einem Herzinfarkt. Auch bei Risikopatienten mit Bluthochdruck, Diabetes oder familiärer Vorbelastung kann eine regelmäßige Herzecho-Kontrolle sinnvoll sein.
Arten der Echokardiographie
Transthorakale Echokardiographie (TTE)
Die transthorakale Echokardiographie ist die häufigste und standardmäßig durchgeführte Form des Herzechos. Bei dieser Methode wird der Ultraschallkopf von außen auf den Brustkorb aufgesetzt – daher der Name „transthorakal“ (durch den Brustkorb hindurch).
Die TTE ist völlig schmerzfrei und dauert in der Regel 15 bis 30 Minuten. Sie ermöglicht eine gute Beurteilung der wichtigsten Herzstrukturen wie Herzkammern, Herzklappen und Herzmuskel. Die Bildqualität ist bei den meisten Patienten ausreichend für eine zuverlässige Diagnostik.
Anwendungsbereiche der transthorakalen Echokardiographie umfassen die Diagnose von Herzklappenfehlern, Herzmuskelerkrankungen, die Beurteilung der Pumpfunktion und die Suche nach strukturellen Herzfehlern. Sie ist auch ideal für Verlaufskontrollen und Routineuntersuchungen geeignet.
Die Grenzen der TTE zeigen sich bei Patienten mit eingeschränkter Schallbarkeit, beispielsweise bei starkem Übergewicht, Lungenerkrankungen oder nach Herzoperationen. In solchen Fällen kann die Bildqualität beeinträchtigt sein.
Transösophageale Echokardiographie (TEE)
Die transösophageale Echokardiographie ist ein spezielleres Verfahren, bei dem eine kleine Ultraschallsonde über die Speiseröhre eingeführt wird. Da die Speiseröhre direkt hinter dem Herzen liegt, können so besonders detaillierte Bilder erstellt werden.
TEE wird eingesetzt, wenn die transthorakale Echokardiographie nicht ausreichend ist oder wenn spezielle Fragestellungen geklärt werden müssen. Typische Indikationen sind die Suche nach Blutgerinnseln im Herzen, die Beurteilung von Herzklappen vor geplanten Operationen oder die Diagnose einer Herzinnenhautentzündung (Endokarditis).
Die Vorbereitung auf eine TEE erfordert eine Nüchternheit von mindestens 6 Stunden. Die Untersuchung wird meist unter leichter Sedierung durchgeführt, um das Einführen der Sonde angenehmer zu gestalten. Nach der Untersuchung sollten Patienten für einige Stunden nicht Auto fahren.
Stress-Echokardiographie
Die Stress-Echokardiographie kombiniert das Herzecho mit einer körperlichen oder medikamentösen Belastung. Dadurch können Herzprobleme sichtbar gemacht werden, die nur unter Belastung auftreten.
Bei der körperlichen Belastung wird meist ein Fahrradergometer verwendet, während das Herz gleichzeitig mittels Ultraschall überwacht wird. Alternativ können Medikamente verabreicht werden, die das Herz belasten und den Sauerstoffbedarf erhöhen.
Das Belastungsecho ist besonders wertvoll bei der Diagnose der koronaren Herzkrankheit. Durchblutungsstörungen des Herzens, die in Ruhe nicht erkennbar sind, können so aufgedeckt werden. Auch die Beurteilung von Herzklappen unter Belastung ist möglich.
Doppler-Echokardiographie
Die Doppler-Echokardiographie nutzt den Doppler-Effekt, um Blutflussgeschwindigkeiten im Herzen zu messen. Mit Farbdoppler können Blutströmungen farbkodiert dargestellt werden – rote Farbtöne zeigen Blutfluss zum Ultraschallkopf hin, blaue Farbtöne Fluss vom Kopf weg.
Diese Technik ist unverzichtbar für die Beurteilung von Herzklappenfehlern. Verengungen (Stenosen) und Undichtigkeiten (Insuffizienzen) der Klappen können genau quantifiziert werden. Auch Druckverhältnisse im Herzen lassen sich berechnen.
3D-Echokardiographie
Die 3D-Echokardiographie ist eine moderne Weiterentwicklung, die dreidimensionale Bilder des Herzens erstellt. Im Vergleich zu den herkömmlichen zweidimensionalen Bildern bietet sie eine noch detailliertere Darstellung der Herzstrukturen.
Besonders wertvoll ist die 3D-Technik bei der Planung von Herzklappenoperationen, da sie eine exakte anatomische Darstellung ermöglicht. Auch komplexe angeborene Herzfehler können besser beurteilt werden.
Kontrastmittel-Echokardiographie
Bei der Kontrastmittel-Echokardiographie werden spezielle Ultraschall-Kontrastmittel verwendet, die die Bildqualität verbessern. Diese Mikrobläschen reflektieren die Ultraschallwellen besonders stark und können die Darstellung der Herzstrukturen optimieren.
Kontrastmittel werden vor allem eingesetzt, wenn die normale Echokardiographie nicht ausreichend ist, beispielsweise bei schlechter Bildqualität oder bei speziellen Fragestellungen wie der Suche nach Herzwanddefekten.
Ablauf der Echokardiographie
Vorbereitung auf die Untersuchung
Für eine transthorakale Echokardiographie ist normalerweise keine besondere Vorbereitung erforderlich. Sie können normal essen und trinken und Ihre gewohnten Medikamente einnehmen. Es empfiehlt sich, bequeme Kleidung zu tragen, die sich leicht ausziehen lässt, da der Oberkörper frei gemacht werden muss.
Bei einer transösophagealen Echokardiographie müssen Sie mindestens 6 Stunden vor der Untersuchung nüchtern bleiben. Das bedeutet: keine Nahrung, keine Getränke (auch kein Wasser), kein Kaugummi und keine Bonbons. Wichtige Medikamente können meist mit einem kleinen Schluck Wasser eingenommen werden – besprechen Sie dies vorher mit Ihrem Arzt.
Informieren Sie das medizinische Personal über alle Medikamente, die Sie einnehmen, sowie über eventuelle Allergien oder Schluckbeschwerden. Herausnehmbarer Zahnersatz sollte vor der TEE entfernt werden.
Durchführung der transthorakalen Echokardiographie
Die Herz Ultraschalluntersuchung findet in einem ruhigen Untersuchungsraum statt. Sie liegen dabei auf einer Untersuchungsliege, meist in Seitenlage oder auf dem Rücken. Der Oberkörper wird frei gemacht und ein spezielles Ultraschallgel auf die Haut aufgetragen.
Der Arzt setzt den Ultraschallkopf an verschiedenen Stellen des Brustkorbs auf und bewegt ihn langsam, um unterschiedliche Ansichten des Herzens zu erhalten. Sie werden gebeten, ruhig zu atmen oder zeitweise die Luft anzuhalten, damit optimale Bilder entstehen.
Während der Untersuchung können Sie die Herzbilder auf dem Monitor verfolgen und der Arzt erklärt Ihnen gerne, was zu sehen ist. Die gesamte Untersuchung dauert etwa 15 bis 30 Minuten und ist völlig schmerzfrei. Lediglich der Druck des Ultraschallkopfs kann als leicht unangenehm empfunden werden.
Durchführung der transösophagealen Echokardiographie
Die TEE wird meist unter leichter Sedierung durchgeführt. Sie erhalten über eine Armvene ein beruhigendes Medikament, bleiben aber bei Bewusstsein. Zusätzlich wird der Rachen mit einem Lokalanästhetikum betäubt, um das Einführen der Sonde zu erleichtern.
Die flexible Ultraschallsonde wird vorsichtig über den Mund in die Speiseröhre eingeführt. Dies kann zunächst unangenehm sein, wird aber durch die Sedierung und Betäubung gut toleriert. Die Sonde blverbt etwa 20 bis 40 Minuten in der Speiseröhre, während die Untersuchung durchgeführt wird.
Während der gesamten Untersuchung werden Ihr Herzrhythmus, Blutdruck und die Sauerstoffsättigung überwacht. Nach Abschluss wird die Sonde vorsichtig entfernt.
Nach der Untersuchung
Nach einer transthorakalen Echokardiographie können Sie sofort wieder normal essen, trinken und Ihren gewohnten Aktivitäten nachgehen. Das Ultraschallgel wird abgewischt und Sie können sich wieder anziehen.
Nach einer TEE sollten Sie etwa 2 bis 4 Stunden nicht essen oder trinken, bis die Wirkung der Rachenbetäubung vollständig abgeklungen ist. Dies verhindert ein Verschlucken. Sie dürfen am Untersuchungstag nicht selbst Auto fahren oder Maschinen bedienen. Lassen Sie sich von einer Begleitperson abholen.
Die Ergebnisse der Echokardiographie werden meist direkt nach der Untersuchung mit Ihnen besprochen. Ein schriftlicher Befund wird erstellt und an den überweisenden Arzt gesendet.
Was kann man im Echokardiogramm sehen?
Beurteilung der Herzstruktur
Das Echokardiogramm ermöglicht eine detaillierte Darstellung aller wichtigen Herzstrukturen. Die vier Herzkammern – rechter und linker Vorhof sowie rechte und linke Herzkammer – können in ihrer Größe und Form beurteilt werden. Vergrößerungen oder Formveränderungen können auf verschiedene Herzerkrankungen hinweisen.
Die Wanddicke des Herzmuskels ist ein wichtiger Parameter. Eine verdickte Herzwand kann auf Bluthochdruck oder eine Herzmuskelerkrankung hindeuten, während eine dünne Wand nach einem Herzinfarkt auftreten kann. Auch die Anatomie aller vier Herzklappen – Aorten-, Mitral-, Trikuspidal- und Pulmonalklappe – kann genau dargestellt werden.
Der Herzbeutel (Perikard), der das Herz umgibt, wird ebenfalls beurteilt. Flüssigkeitsansammlungen oder Verdickungen können wichtige Hinweise auf Erkrankungen liefern.
Beurteilung der Herzfunktion
Die Pumpfunktion des Herzens ist ein zentraler Aspekt jeder Echokardiographie. Die Ejektionsfraktion (EF) gibt an, welcher Anteil des Blutes aus der linken Herzkammer gepumpt wird. Normalerweise liegt dieser Wert bei 55-70%. Eine verminderte Ejektionsfraktion weist auf eine Herzschwäche hin.
Die Kontraktilität, also die Kraft des Herzmuskels beim Zusammenziehen, kann an allen Herzwänden beurteilt werden. Bereiche mit schlechter Beweglichkeit können auf einen durchgemachten Herzinfarkt oder eine Durchblutungsstörung hinweisen.
Auch die diastolische Funktion – die Entspannung und Füllung des Herzens zwischen den Herzschlägen – wird untersucht. Störungen der diastolischen Funktion können zu einer Herzschwäche führen, auch wenn die Pumpfunktion noch normal ist.
Messwerte und Parameter
Bei jeder Herzultraschalluntersuchung werden verschiedene Messwerte erhoben. Dazu gehören die Größe der Herzkammern, die Wanddicke, die Klappenöffnungsflächen und Geschwindigkeiten des Blutflusses. Diese Werte werden mit Normalwerten verglichen und helfen bei der Diagnosestellung.
Besonders wichtig ist die Ejektionsfraktion als Maß für die Pumpkraft des Herzens. Auch die Abmessungen der Herzkammern und die Druckverhältnisse im Herzen werden berechnet und dokumentiert.
Diagnose von Herzerkrankungen
Herzklappenerkrankungen
Die Echokardiographie ist das wichtigste Verfahren zur Diagnose und Verlaufskontrolle von Herzklappenerkrankungen. Bei einer Aortenklappenstenose ist die Klappe verengt und kann nicht vollständig öffnen. Im Herzecho zeigt sich ein verstärkter Blutfluss durch die verengte Stelle.
Eine Aortenklappeninsuffizienz bedeutet, dass die Klappe nicht richtig schließt und Blut zurückfließt. Dies kann im Farbdoppler als Rückfluss dargestellt werden. Ähnliche Probleme können auch an der Mitralklappe, Trikuspidalklappe und Pulmonalklappe auftreten.
Der Schweregrad von Klappenfehlern kann präzise bestimmt werden. Dies ist entscheidend für die Entscheidung, ob und wann eine Operation oder ein Klappenersatz notwendig ist.
Kardiomyopathien
Herzmuskelerkrankungen (Kardiomyopathien) können mit dem Herzecho gut diagnostiziert werden. Bei der dilatativen Kardiomyopathie ist das Herz vergrößert und die Pumpfunktion vermindert. Die hypertrophe Kardiomyopathie zeigt sich durch eine abnorme Verdickung des Herzmuskels.
Die restriktive Kardiomyopathie führt zu einer steifen Herzwand, die sich schlecht entspannen kann. Die arrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie betrifft hauptsächlich die rechte Herzkammer und kann zu gefährlichen Herzrhythmusstörungen führen.
Jede Form der Kardiomyopathie hat charakteristische echokardiographische Merkmale, die eine genaue Diagnose ermöglichen.
Koronare Herzkrankheit und Herzinfarkt
Nach einem Herzinfarkt können Wandbewegungsstörungen in den betroffenen Herzarealen nachgewiesen werden. Diese Bereiche bewegen sich schlechter oder gar nicht mehr. Die Herz Ultraschalluntersuchung kann auch Komplikationen nach einem Herzinfarkt wie einen Wandriss oder die Bildung eines Blutgerinnsels aufdecken.
Die Stress-Echokardiographie ist besonders wertvoll bei der Diagnose einer koronaren Herzkrankheit. Unter Belastung zeigen sich Durchblutungsstörungen als vorübergehende Wandbewegungsstörungen.
Herzinsuffizienz
Die Herzschwäche ist eine der häufigsten Diagnosen in der Kardiologie. Die Echokardiographie unterscheidet zwischen systolischer Herzinsuffizienz (verminderte Pumpfunktion) und diastolischer Herzinsuffizienz (gestörte Entspannung).
Die Quantifizierung der Pumpfunktion mittels Ejektionsfraktion ist entscheidend für die Therapieplanung. Verlaufskontrollen zeigen, ob die Behandlung erfolgreich ist.
Angeborene Herzfehler
Viele angeborene Herzfehler können mittels Ultraschall Herz diagnostiziert werden. Septumdefekte sind Löcher in der Herzscheidewand zwischen den Kammern oder Vorhöfen. Ein persistierender Ductus arteriosus ist ein offener Gefäßgang, der sich nach der Geburt nicht geschlossen hat.
Komplexe Herzfehler erfordern oft eine detaillierte echokardiographische Untersuchung, manchmal ergänzt durch eine TEE oder 3D-Echokardiographie.
Endokarditis
Die Herzinnenhautentzündung (Endokarditis) ist eine schwerwiegende Erkrankung, die unbehandelt lebensbedrohlich sein kann. Im Herzecho können Vegetationen – das sind bakterielle Auflagerungen an den Herzklappen – nachgewiesen werden.
Die transösophageale Echokardiographie ist bei Verdacht auf Endokarditis oft der transthorakalen überlegen, da sie eine detailliertere Darstellung der Herzklappen ermöglicht.
Perikarderkrankungen
Erkrankungen des Herzbeutels können verschiedene Formen annehmen. Ein Perikarderguss ist eine Flüssigkeitsansammlung um das Herz. Kleinere Ergüsse sind meist harmlos, große können jedoch zu einer Herzbeuteltamponade führen, die einen Notfall darstellt.
Die konstriktive Perikarditis ist eine Verdickung und Verhärtung des Herzbeutels, die das Herz in seiner Funktion einschränkt. Beide Erkrankungen können echokardiographisch diagnostiziert werden.
Herzthromben und Emboliequellen
Blutgerinnsel im Herzen können zu Schlaganfällen oder anderen Embolien führen. Die transösophageale Echokardiographie ist besonders geeignet, um Thromben im linken Vorhof nachzuweisen.
Ein offenes Foramen ovale (PFO) ist eine Verbindung zwischen den Vorhöfen, die normalerweise nach der Geburt verschließt. Bei manchen Menschen bleibt sie offen und kann eine Emboliequelle darstellen.
Aortendissektion und Aortenerkrankungen
Eine Aortendissektion ist ein Einriss in der Aortenwand und stellt einen medizinischen Notfall dar. Die TEE kann schnell und zuverlässig eine Dissektion nachweisen oder ausschließen.
Auch Erweiterungen der Aorta (Aneurysmen) können echokardiographisch beurteilt werden, wobei die TEE oft bessere Bilder liefert als die transthorakale Untersuchung.
Lungenembolie und pulmonale Hypertonie
Bei einer Lungenembolie zeigt das Echokardiogramm typische Zeichen der Rechtsherzbelastung. Die rechte Herzkammer ist erweitert und die Funktion eingeschränkt. Der Druck in der Lungenarterie kann abgeschätzt werden.
Eine pulmonale Hypertonie (Lungenhochdruck) führt ebenfalls zu charakteristischen Veränderungen im Herzecho, die bei der Diagnose und Verlaufskontrolle hilfreich sind.
Vorteile der Echokardiographie
Die Echokardiographie bietet zahlreiche Vorteile gegenüber anderen bildgebenden Verfahren. Als nicht-invasive Methode ist sie völlig schmerzfrei und belastet den Patienten nicht. Im Gegensatz zu Röntgen- oder CT-Untersuchungen gibt es keine Strahlenbelastung, weshalb die Untersuchung beliebig oft wiederholt werden kann.
Ein großer Vorteil ist die Echtzeitdarstellung – das Herz wird in seiner Bewegung gezeigt, nicht nur als statisches Bild. Die Ergebnisse sind sofort verfügbar und können direkt mit dem Patienten besprochen werden. Dies ermöglicht eine unmittelbare Therapieplanung.
Die hohe Verfügbarkeit der Herzultraschalluntersuchung in Praxen und Kliniken macht sie zu einem wichtigen Werkzeug in der Notfalldiagnostik. Moderne portable Geräte ermöglichen sogar Untersuchungen am Krankenbett oder im Rettungswagen.
Das gute Kosten-Nutzen-Verhältnis macht die Echokardiographie zu einer wirtschaftlichen Untersuchungsmethode. Viele teure und invasive Untersuchungen können vermieden werden, wenn das Herzecho bereits ausreichende Informationen liefert.
Grenzen und Einschränkungen
Trotz ihrer vielen Vorteile hat die Echokardiographie auch Grenzen. Die Bildqualität ist stark von der „Schallbarkeit“ des Patienten abhängig. Bei starkem Übergewicht, Lungenerkrankungen mit aufgeblähten Lungen oder nach Herzoperationen kann die transthorakale Echokardiographie eingeschränkt sein.
Die Untersuchung ist untersucherabhängig – ein erfahrener Kardiologe wird mehr Details erkennen als ein weniger geübter Untersucher. Auch die Interpretation der Bilder erfordert spezielle Kenntnisse.
Für bestimmte Fragestellungen sind andere Bildgebungsverfahren überlegen. Das Herz-MRT bietet eine bessere Gewebecharakterisierung, das Kardio-CT kann die Herzkranzgefäße direkt darstellen. In solchen Fällen wird die Echokardiographie durch andere Methoden ergänzt oder ersetzt.
Risiken und Nebenwirkungen
Transthorakale Echokardiographie
Die transthorakale Echokardiographie ist praktisch risikofrei. Sehr selten können Hautreaktionen auf das verwendete Ultraschallgel auftreten, diese sind jedoch meist harmlos und verschwinden schnell.
Es gibt keine Strahlenbelastung und keine bekannten Langzeitfolgen der Ultraschallwellen in den verwendeten Intensitäten.
Transösophageale Echokardiographie
Die TEE birgt mehr Risiken als die transthorakale Untersuchung, ist aber dennoch sehr sicher. Die Sedierung kann in seltenen Fällen zu Kreislaufproblemen führen. Das Einführen der Sonde kann theoretisch zu Verletzungen der Speiseröhre führen, dies ist jedoch extrem selten.
Gelegentlich können Zahnschäden auftreten, wenn der Patient trotz Sedierung auf die Sonde beißt. Kontraindikationen für eine TEE sind schwere Speiseröhrenerkrankungen, Schluckstörungen oder instabile Herzkrankheiten.
Kosten und Kostenübernahme
Die Echokardiographie wird von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, wenn eine medizinische Indikation vorliegt. Dies ist bei Beschwerden oder zur Kontrolle bekannter Herzerkrankungen der Fall.
Private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten in der Regel vollständig. Die Abrechnung erfolgt über spezielle Ziffern im EBM (Einheitlicher Bewertungsmaßstab) für gesetzlich versicherte oder nach der GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) für privatversicherte Patienten.
Eine Überweisung vom Hausarzt ist normalerweise erforderlich, es sei denn, Sie gehen direkt zu einem Kardiologen. Reine Vorsorgeuntersuchungen ohne Beschwerden werden manchmal als IGeL-Leistung (Individuelle Gesundheitsleistung) angeboten und müssen selbst bezahlt werden.
Alternative Untersuchungsmethoden
Neben der Echokardiographie stehen weitere bildgebende Verfahren für die Herzdiagnostik zur Verfügung. Das Herz-MRT (Kardio-MRT) bietet eine exzellente Gewebecharakterisierung und ist überlegen bei der Diagnose von Herzmuskelentzündungen oder speziellen Kardiomyopathien.
Die Kardio-CT kann die Herzkranzgefäße direkt darstellen und ist wertvoll bei der Diagnose der koronaren Herzkrankheit. Allerdings ist eine Strahlenbelastung vorhanden.
Die Herzkatheteruntersuchung ist invasiv, bietet aber die Möglichkeit, Engstellen in den Herzkranzgefäßen gleichzeitig zu behandeln. Nuklearmedizinische Verfahren können die Durchblutung des Herzmuskels beurteilen.
Die Wahl des geeigneten Verfahrens hängt von der konkreten Fragestellung ab. Oft ergänzen sich die verschiedenen Methoden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie lange dauert eine Echokardiographie?
Eine transthorakale Echokardiographie dauert meist 15 bis 30 Minuten, eine TEE etwa 20 bis 40 Minuten.
Ist die Untersuchung schmerzhaft?
Die transthorakale Echokardiographie ist völlig schmerzfrei. Bei der TEE kann das Einführen der Sonde zunächst unangenehm sein, wird aber durch Sedierung und Betäubung gut toleriert.
Muss ich nüchtern sein?
Für die transthorakale Untersuchung müssen Sie nicht nüchtern sein. Bei einer TEE sollten Sie mindestens 6 Stunden vorher nichts essen und trinken.
Wie oft sollte ein Herzecho gemacht werden?
Das hängt von Ihrer individuellen Situation ab. Bei gesunden Menschen ohne Beschwerden ist meist keine regelmäßige Kontrolle nötig. Bei bekannten Herzerkrankungen können regelmäßige Kontrollen sinnvoll sein.
Kann ich nach einer TEE Auto fahren?
Nein, nach einer TEE mit Sedierung dürfen Sie am gleichen Tag nicht Auto fahren. Lassen Sie sich von einer Begleitperson abholen.
Ist Echokardiographie auch für Schwangere geeignet?
Ja, die Echokardiographie ist für Schwangere vollkommen sicher, da keine Strahlenbelastung entsteht.
Was bedeutet eine verminderte Ejektionsfraktion?
Eine verminderte Ejektionsfraktion bedeutet, dass das Herz weniger Blut pumpt als normal. Dies kann auf eine Herzschwäche hinweisen.
Kann man mit Echokardiographie einen Herzinfarkt erkennen?
Ein akuter Herzinfarkt kann manchmal im Herzecho erkannt werden, aber das EKG und Blutuntersuchungen sind wichtiger. Nach einem Herzinfarkt zeigen sich oft Wandbewegungsstörungen.
Wie zuverlässig ist die Untersuchung?
Die Echokardiographie ist sehr zuverlässig, die Genauigkeit hängt aber von der Bildqualität und der Erfahrung des Untersuchers ab.
Was ist der Unterschied zwischen Echokardiographie und EKG?
Das EKG zeigt die elektrische Aktivität des Herzens, die Echokardiographie zeigt die Struktur und Bewegung. Beide Untersuchungen ergänzen sich.
Fazit
Die Echokardiographie ist eine unverzichtbare Methode in der modernen Herzdiagnostik. Als sichere, schmerzfreie und aussagekräftige Untersuchung hat sie sich seit Jahrzehnten bewährt. Die verschiedenen Techniken – von der standardmäßigen transthorakalen bis zur speziellen transösophagealen Echokardiographie – ermöglichen eine umfassende Beurteilung des Herzens.
Besonders wertvoll ist die sofortige Verfügbarkeit der Ergebnisse, die eine unmittelbare Therapieplanung ermöglicht. Ob zur Diagnose von Herzklappenfehlern, Herzmuskelerkrankungen oder zur Verlaufskontrolle bei Herzinsuffizienz – das Herzecho liefert entscheidende Informationen.
Wenn Sie Herzbeschwerden wie Brustschmerzen, Luftnot oder Leistungsminderung haben, sollten Sie nicht zögern, einen Arzt aufzusuchen. Eine Herzultraschalluntersuchung kann schnell Klarheit schaffen und ist der erste Schritt zu einer erfolgreichen Behandlung.
Die Zukunft der Echokardiographie liegt in weiteren technischen Verbesserungen wie der künstlichen Intelligenz zur Bildauswertung und tragbaren Geräten für den Hausgebrauch. Diese Entwicklungen werden die Herzdiagnostik noch weiter verbessern.
Fuente de referencia:
- Deutsche Gesellschaft für Kardiologie
- Deutsche Herzstiftung
- Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften
- Robert Koch Institut
- Deutsches Ärzteblatt
Wichtiger medizinischer Hinweis
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Herausgeber: XIM., JSC | Zuletzt aktualisiert:
