Gallensteine, medizinisch auch als Cholelithiasis bezeichnet, betreffen in Deutschland etwa 15-20% der Bevölkerung. Diese verhärteten Ablagerungen bilden sich in der Gallenblase oder den Gallenwegen und können von winzig kleinen Kristallen bis hin zu pflaumengroßen Steinen variieren. Während viele Menschen mit Gallensteinen beschwerdefrei leben, können Komplikationen auftreten, wenn die Steine die Gallenwege blockieren.
Was sind Gallensteine und wie entstehen sie?
Gallensteine sind feste Ablagerungen, die sich aus den Bestandteilen der Gallenflüssigkeit bilden. Die Gallenblase, ein kleines birnenförmiges Organ unterhalb der Leber, speichert und konzentriert die von der Leber produzierte Galle. Diese Gallenflüssigkeit spielt eine wichtige Rolle bei der Fettverdauung.
Es gibt hauptsächlich drei Arten von Gallensteinen:
- Cholesterinsteine: Machen etwa 80% aller Gallensteine aus und entstehen durch zu viel Cholesterin in der Galle
- Pigmentsteine: Entstehen aus Bilirubin, einem Abbauprodukt der roten Blutkörperchen
- Gemischte Steine: Enthalten sowohl Cholesterin als auch Pigmente
Die Anatomie von Gallenblase und Gallenwegen
Die Gallenblase liegt direkt unter der Leber im rechten Oberbauch. Sie ist über die Gallenwege mit der Leber und dem Zwölffingerdarm verbunden. Das Gallenwege-System umfasst:
- Die intrahepatischen Gallengänge in der Leber
- Den gemeinsamen Lebergang (Ductus hepaticus communis)
- Den Gallengang (Ductus choledochus)
- Den Gallenblasenhals und -gang
Bei der Nahrungsaufnahme, besonders bei fetthaltigen Speisen, zieht sich die Gallenblase zusammen und gibt konzentrierte Galle über die Gallenwege in den Dünndarm ab.
Ursachen und Risikofaktoren für Gallensteinleiden
Die Entstehung von Gallensteinen ist ein komplexer Prozess, der durch verschiedene Faktoren begünstigt wird. Die bekannteste Merkregel sind die „6 F“:
Die 6-F-Regel der Risikofaktoren
- Female (weiblich): Frauen sind 2-3 mal häufiger betroffen als Männer
- Forty (über 40): Das Risiko steigt mit dem Alter
- Fertile (fruchtbar): Schwangerschaften erhöhen das Risiko
- Fat (übergewichtig): Adipositas ist ein bedeutender Risikofaktor
- Fair (helle Hautfarbe): Genetische Veranlagung spielt eine Rolle
- Family (Familie): Familiäre Häufung ist häufig zu beobachten
Weitere Risikofaktoren
Zusätzlich zu den klassischen 6 F gibt es weitere Faktoren, die das Gallensteinrisiko erhöhen:
- Diabetes mellitus
- Schneller Gewichtsverlust
- Bewegungsmangel
- Cholesterinreiche, ballaststoffarme Ernährung
- Bestimmte Medikamente (nur nach Rücksprache mit dem Arzt)
- Chronische Darmerkrankungen wie Morbus Crohn
Gallensteine Symptome: Erkennen Sie die Anzeichen
Die Symptome von Gallensteinen können stark variieren. Viele Menschen mit Gallensteinen haben überhaupt keine Beschwerden – diese werden als „stumme Steine“ bezeichnet und werden oft nur zufällig bei Ultraschalluntersuchungen entdeckt.
Asymptomatische Gallensteine
Etwa 80% aller Gallensteine verursachen keine Symptome. Diese stummen Steine können jahrelang in der Gallenblase verbleiben, ohne Probleme zu verursachen. Nur etwa 2-4% der asymptomatischen Gallensteine werden pro Jahr symptomatisch.
Symptomatische Gallensteine
Wenn Gallensteine Beschwerden verursachen, sind die typischen Gallensteine Symptome:
Gallenkolik – das Hauptsymptom
Das charakteristischste Symptom ist die Gallenkolik mit folgenden Merkmalen:
- Schmerzlokalisation: Rechter Oberbauch, unterhalb des Rippenbogens
- Schmerzcharakter: Krampfartiger, welliger Schmerz
- Ausstrahlung: In den Rücken, rechte Schulter oder zwischen die Schulterblätter
- Dauer: 15 Minuten bis mehrere Stunden
- Auslöser: Oft nach fettreichen Mahlzeiten
Begleitsymptome
Zusätzlich zur Gallenkolik können folgende Symptome auftreten:
- Übelkeit und Erbrechen
- Blähungen und Völlegefühl
- Unverträglichkeit fettiger Speisen
- Aufstoßen
- Druckgefühl im Oberbauch
Alarmsymptome – Wann sofort zum Arzt?
Bestimmte Symptome erfordern eine sofortige ärztliche Behandlung:
- Gelbfärbung der Haut und Augen (Gelbsucht/Ikterus)
- Dunkler Urin und heller Stuhl
- Hohes Fieber und Schüttelfrost
- Anhaltende, starke Bauchschmerzen
- Erbrechen, das nicht aufhört
Mögliche Komplikationen bei Gallensteinleiden
Unbehandelte symptomatische Gallensteine können zu ernsten Komplikationen führen:
Akute Cholezystitis
Eine Entzündung der Gallenblase entsteht, wenn ein Stein den Gallenblasenhals blockiert. Symptome sind starke Schmerzen, Fieber und eine gespannte Bauchdecke.
Choledocholithiasis
Wandern Steine in die Gallengänge, können sie dort stecken bleiben und zu einem Gallenstau führen. Dies kann eine Gelbsucht verursachen.
Weitere schwerwiegende Komplikationen
- Akute Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung)
- Cholangitis (Entzündung der Gallengänge)
- Gallenblasenperforation
- Gallensteinileus (Darmverschluss durch großen Stein)
- Erhöhtes Risiko für Gallenblasenkrebs (selten)
Diagnose von Gallensteinen
Die Diagnose von Gallensteinen erfolgt durch verschiedene Untersuchungen:
Anamnese und körperliche Untersuchung
Der Arzt erfragt die Beschwerden und tastet den Bauch ab. Das Murphy-Zeichen (Schmerz beim Einatmen während des Tastens unter dem rechten Rippenbogen) kann auf eine Gallenblasenentzündung hinweisen.
Bildgebende Verfahren
Ultraschall (Sonographie) – der Goldstandard
Die Ultraschalluntersuchung ist die wichtigste Untersuchung zum Nachweis von Gallensteinen. Sie ist:
- Schmerzfrei und ungefährlich
- Sehr zuverlässig (über 95% Treffsicherheit)
- Kostengünstig und schnell verfügbar
- Kann auch Entzündungen der Gallenblase zeigen
Weitere bildgebende Verfahren
- CT (Computertomographie): Bei unklaren Befunden oder Komplikationen
- MRT/MRCP: Spezielle Darstellung der Gallenwege
- ERCP: Endoskopische Untersuchung der Gallenwege
Laboruntersuchungen
Blutuntersuchungen können Hinweise auf Komplikationen geben:
- Leberwerte (GOT, GPT, GGT, AP)
- Bilirubin-Werte
- Entzündungsparameter (CRP, Leukozyten)
- Pankreaswerte (Lipase, Amylase)
Gallensteine Behandlung: Moderne Therapieoptionen
Die Behandlung von Gallensteinen hängt davon ab, ob sie Beschwerden verursachen und welche Komplikationen vorliegen.
Konservative Behandlung
Beobachtendes Abwarten
Asymptomatische Gallensteine werden in der Regel nicht behandelt, da:
- Die meisten stummen Steine bleiben stumm
- Das Risiko einer Operation ist oft höher als das Risiko von Komplikationen
- Regelmäßige Kontrollen sind ausreichend
Medikamentöse Therapie
In bestimmten Fällen kann eine medikamentöse Auflösung versucht werden. Hierbei kommen Gallensäure-Präparate zum Einsatz. Diese Behandlung ist jedoch nur bei bestimmten Steintypen möglich und hat begrenzte Erfolgsaussichten. Wichtiger Hinweis: Jede medikamentöse Behandlung sollte ausschließlich nach Rücksprache mit einem Arzt erfolgen.
Bei akuten Koliken erfolgt eine Schmerzbehandlung, ebenfalls nur nach ärztlicher Verordnung und Überwachung.
Stoßwellentherapie (Lithotripsie)
Die Zertrümmerung von Gallensteinen mit Stoßwellen wird heute nur noch selten angewendet, da die Rückfallrate hoch ist und nicht alle Steine für diese Behandlung geeignet sind.
Operative Behandlung
Laparoskopische Cholezystektomie – der Goldstandard
Die minimal-invasive Entfernung der Gallenblase ist heute die Standardbehandlung bei symptomatischen Gallensteinen:
Vorteile der Schlüsselloch-Technik:
- Kleine Hautschnitte (0,5-1 cm)
- Weniger Schmerzen
- Kürzerer Krankenhausaufenthalt (1-2 Tage)
- Schnellere Genesung
- Geringeres Infektionsrisiko
- Besseres kosmetisches Ergebnis
Ablauf der Operation:
- Vollnarkose
- Aufblähen des Bauchraums mit CO2-Gas
- Einführung von 3-4 dünnen Instrumenten
- Abtrennung der Gallenblase von der Leber
- Bergung der Gallenblase in einem Bergebeutel
- Verschluss der kleinen Hautschnitte
Offene Cholezystektomie
In seltenen Fällen ist eine offene Operation mit größerem Bauchschnitt notwendig, etwa bei:
- Ausgeprägten Entzündungen
- Verwachsungen
- Komplikationen während der laparoskopischen OP
- Sehr großen Steinen
ERCP – Endoskopische Steinentfernung
Bei Steinen in den Gallengängen kann eine endoskopische Entfernung über den Mund und Magen erfolgen. Dabei wird der Gallengang erweitert und die Steine entfernt.
Wann ist eine Operation notwendig?
Eine operative Behandlung wird empfohlen bei:
- Wiederkehrenden Gallenkoliken
- Komplikationen wie Cholezystitis
- Steinen in den Gallengängen
- Gallenblasenpolypen über 1 cm
- Begleiterkrankungen mit erhöhtem Risiko
Leben ohne Gallenblase
Die Gallenblase ist kein lebenswichtiges Organ. Nach der Entfernung übernimmt die Leber die Gallenproduktion komplett.
Verdauungsveränderungen
Die meisten Menschen kommen gut ohne Gallenblase zurecht:
- Die Leber produziert weiterhin Galle
- Die Galle fließt direkt in den Darm
- Anfangs kann es zu weicherem Stuhl kommen
- Die meisten Patienten haben keine langfristigen Probleme
Ernährungsempfehlungen nach der Operation
In den ersten Wochen nach der Operation sollten Sie beachten:
- Kleine, häufige Mahlzeiten
- Zunächst fettarme Kost
- Langsam steigern der Fettmenge
- Auf den Körper hören
- Ausreichend trinken
Prävention: Gallensteine vorbeugen
Obwohl nicht alle Gallensteine verhindert werden können, helfen diese Maßnahmen das Risiko zu senken:
Gesunde Ernährung
- Ballaststoffreiche Kost mit viel Gemüse und Vollkornprodukten
- Regelmäßige Mahlzeiten (nicht auslassen!)
- Gesunde Fette bevorzugen (Olivenöl, Nüsse, Fisch)
- Ausreichend Flüssigkeit (2-3 Liter täglich)
- Mäßiger Alkoholkonsum
Gesunder Lebensstil
- Normalgewicht anstreben und halten
- Regelmäßige körperliche Aktivität
- Langsame Gewichtsabnahme (maximal 1-2 kg pro Woche)
- Stress reduzieren
- Nicht rauchen
Häufig gestellte Fragen zu Gallensteinen
Können Gallensteine von selbst verschwinden?
Kleine Gallensteine können theoretisch über die Gallengänge abgehen, dies ist jedoch selten und kann zu Komplikationen führen. Größere Steine verschwinden nicht von selbst.
Wie schnell muss operiert werden?
Bei akuten Entzündungen sollte zeitnah operiert werden. Bei wiederkehrenden Koliken kann die Operation geplant werden. Asymptomatische Steine erfordern meist keine sofortige Behandlung.
Sind Hausmittel bei Gallensteinen wirksam?
Hausmittel können die Beschwerden möglicherweise lindern, lösen aber keine Gallensteine auf. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.
Können Gallensteine wiederkommen?
Nach vollständiger Entfernung der Gallenblase können keine neuen Gallensteine in der Gallenblase entstehen. Selten können sich Steine in den verbliebenen Gallengängen bilden.
Übernimmt die Krankenkasse die Behandlung?
Die Behandlung symptomatischer Gallensteine wird von allen deutschen Krankenkassen übernommen.
Wie lange ist man nach der Operation krankgeschrieben?
Nach laparoskopischer Cholezystektomie beträgt die Arbeitsunfähigkeit meist 1-2 Wochen bei Bürotätigkeiten und 4-6 Wochen bei körperlich anstrengenden Tätigkeiten.
Zusammenfassung und Ausblick
Gallensteine sind ein häufiges Gesundheitsproblem, das besonders Frauen über 40 Jahre betrifft. Während viele Gallensteine stumm bleiben, können symptomatische Steine zu erheblichen Beschwerden und Komplikationen führen. Die moderne Medizin bietet mit der laparoskopischen Cholezystektomie eine sichere und schonende Behandlungsmöglichkeit.
Wichtige Punkte im Überblick:
- Gallensteine sind häufig, aber oft symptomlos
- Typisches Symptom ist die Gallenkolik im rechten Oberbauch
- Ultraschall ist die beste Diagnosemethode
- Asymptomatische Steine müssen meist nicht behandelt werden
- Die laparoskopische Operation ist der Goldstandard bei symptomatischen Steinen
- Die Prognose nach der Behandlung ist sehr gut
- Präventive Maßnahmen können das Risiko senken
Wann sollten Sie zum Arzt?
Suchen Sie ärztliche Hilfe bei:
- Anhaltenden Oberbauchschmerzen
- Wiederholten Koliken nach fettem Essen
- Gelbfärbung der Haut oder Augen
- Fieber in Verbindung mit Bauchschmerzen
- Anhaltendem Erbrechen
Bei rechtzeitiger Erkennung und angemessener Behandlung haben Patienten mit Gallensteinleiden eine ausgezeichnete Prognose. Die moderne Medizin ermöglicht es, sowohl die Beschwerden effektiv zu behandeln als auch Komplikationen zu vermeiden.
Fuente de referencia:
- Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS)
- Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften – Leitlinien Gallensteine
- Robert Koch-Institut – Gesundheitsberichterstattung
- Deutsches Krebsforschungszentrum – Patienteninformationen
- Bundesverband Medizintechnologie – Behandlungsverfahren
Wichtiger medizinischer Hinweis
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