Augen: Funktion, Anatomie und häufige Erkrankungen erklärt
Das Auge ist zweifellos unser wichtigstes Sinnesorgan – etwa 80 Prozent aller Informationen über unsere Umwelt nehmen wir über das Sehvermögen auf. Diese komplexen biologischen Strukturen ermöglichen es uns, Farben zu unterscheiden, Entfernungen einzuschätzen und uns sicher in der Welt zu bewegen. Die Augengesundheit ist dabei nicht nur für unser Sehvermögen entscheidend, sondern die Augen fungieren auch als wichtige Indikatoren für unsere allgemeine Körpergesundheit. Augenärzte können durch eine gründliche Augenuntersuchung frühe Anzeichen von Diabetes, Bluthochdruck und anderen Erkrankungen erkennen, noch bevor andere Symptome auftreten.
In diesem umfassenden Artikel erfahren Sie alles Wichtige über die Augenanatomie, die faszinierenden Funktionen des Sehens und die häufigsten Augenkrankheiten. Außerdem geben wir Ihnen praktische Tipps zur Erhaltung Ihrer Augengesundheit und erklären, wann Sie unbedingt einen Augenarzt aufsuchen sollten.
Anatomie des Auges
Das menschliche Auge ist ein hochkomplexes Organ, das aus vielen verschiedenen Strukturen besteht, die perfekt zusammenarbeiten. Um die Augenfunktion und mögliche Erkrankungen zu verstehen, ist es wichtig, zunächst den anatomischen Aufbau zu kennen.
Äußere Strukturen des Auges
Die äußeren Augenstrukturen dienen primär dem Schutz des empfindlichen Augapfels. Die Augenlider (Palpebrae) schützen das Auge vor Fremdkörpern, Staub und übermäßigem Licht. Beim Blinzeln verteilen sie den Tränenfilm gleichmäßig über die Hornhautoberfläche und halten diese feucht. Wimpern und Augenbrauen fungieren als natürliche Filter, die Schweiß, Schmutzpartikel und kleine Insekten vom Auge fernhalten.
Die Bindehaut (Konjunktiva) ist eine dünne, durchsichtige Schleimhaut, die das Innere der Augenlider auskleidet und den vorderen Teil des Augapfels bedeckt. Sie produziert einen Teil des Tränenfilms und spielt eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr des Auges. Der Tränenapparat besteht aus den Tränendrüsen, die kontinuierlich Tränenflüssigkeit produzieren, und den Tränenwegen, die überschüssige Tränen in die Nase ableiten.
Der Augapfel – Hauptstrukturen
Die Hornhaut (Cornea) ist der glasklare, gewölbte vordere Anteil des Auges. Sie ist für etwa 65-75 Prozent der gesamten Brechkraft des Auges verantwortlich und besteht aus fünf verschiedenen Schichten. Ihre Transparenz ist für klares Sehen unerlässlich.
Die Lederhaut (Sklera) bildet den weißen, undurchsichtigen Teil des Auges und verleiht dem Augapfel seine stabile, kugelförmige Gestalt. Sie besteht aus festem Bindegewebe und schützt die inneren Augenstrukturen vor Verletzungen.
Die Regenbogenhaut (Iris) verleiht dem Auge seine charakteristische Farbe und reguliert über die Pupillengröße den Lichteinfall ins Auge. Die Pupille ist die zentrale Öffnung der Iris, die sich je nach Lichtverhältnissen automatisch weitet oder verengt.
Die Augenlinse (Lens) ist eine durchsichtige, bikonvexe Struktur, die für die Scharfstellung (Akkommodation) verantwortlich ist. Durch Veränderung ihrer Form kann sie sowohl nahe als auch ferne Gegenstände scharf abbilden. Der Glaskörper (Corpus vitreum) füllt den Innenraum des Auges aus und besteht zu 99 Prozent aus Wasser. Diese gelartige Substanz gibt dem Auge seine Form und hält die Netzhaut in Position.
Die Netzhaut (Retina)
Die Netzhaut ist die lichtempfindliche Innenschicht des Auges und funktioniert ähnlich wie der Film in einer Kamera. Sie enthält Millionen von Photorezeptoren – Stäbchen und Zapfen. Die etwa 120 Millionen Stäbchen sind für das Sehen bei schwachem Licht (Dämmerungssehen) und die Wahrnehmung von Hell-Dunkel-Kontrasten zuständig. Die rund 6 Millionen Zapfen ermöglichen das Farbsehen und das scharfe Sehen bei hellem Licht.
Die Makula ist der zentrale Bereich der Netzhaut mit der höchsten Dichte an Zapfen. In ihrem Zentrum liegt die Fovea centralis, die Stelle des schärfsten Sehens. Der blinde Fleck ist der Bereich, wo der Sehnerv in die Netzhaut eintritt – hier befinden sich keine Photorezeptoren.
Augenmuskulatur
Sechs äußere Augenmuskeln ermöglichen die präzisen Bewegungen des Auges in alle Richtungen. Diese Muskeln arbeiten koordiniert zusammen, um sicherzustellen, dass beide Augen synchron bewegt werden und ein einheitliches Bild entstehen kann.
Sehnerv (Nervus opticus)
Der Sehnerv ist das Verbindungskabel zwischen Auge und Gehirn. Er übertrágt die in der Netzhaut in elektrische Impulse umgewandelten Lichtsignale an das Gehirn, wo sie zu bewussten Bildern verarbeitet werden.
Funktion des Auges – Wie sehen wir?
Der Sehvorgang ist ein komplexer Prozess, bei dem Licht in elektrische Signale umgewandelt und vom Gehirn interpretiert wird. Verstehen wir diesen faszinierenden Prozess Schritt für Schritt.
Der Sehvorgang Schritt für Schritt
1. Lichteinfall und Brechung: Lichtstrahlen treffen zunächst auf die Hornhaut, die sie stark bricht. Die Pupille reguliert dabei die Lichtmenge, die ins Auge gelangt – bei hellem Licht verengt sie sich, bei Dunkelheit erweitert sie sich.
2. Akkommodation durch die Linse: Die Augenlinse passt ihre Form an, um sowohl nahe als auch ferne Objekte scharf abzubilden. Dieser Vorgang wird Akkommodation genannt und wird vom Ziliarmuskel gesteuert.
3. Bildprojektion auf die Netzhaut: Das durch Hornhaut und Linse gebrochene Licht wird auf der Netzhaut als umgekehrtes und seitenverkehrtes Bild projiziert.
4. Umwandlung in elektrische Signale: Die Photorezeptoren (Stäbchen und Zapfen) wandeln die Lichtenergie in elektrische Impulse um. Dieser Prozess heißt Phototransduktion.
5. Weiterleitung zum Gehirn: Die elektrischen Signale werden über den Sehnerv und die Sehbahn zum Gehirn geleitet.
6. Verarbeitung im Gehirn: In der Sehrinde (visueller Cortex) werden die Signale verarbeitet, interpretiert und zu einem bewussten, richtig orientierten Bild zusammengefügt.
Besondere Funktionen des Sehvermögens
Das Farbsehen wird durch drei verschiedene Zapfentypen ermöglicht, die jeweils am empfindlichsten für Rot-, Grün- oder Blaulicht sind. Aus der Kombination ihrer Signale entsteht unser gesamtes Farbspektrum.
Das räumliche Sehen (Stereopsis) entsteht durch das binokulare Sehen – jedes Auge sieht das Objekt aus einem etwas anderen Winkel. Das Gehirn verrechnet diese Unterschiede zu einem dreidimensionalen Eindruck.
Die Helligkeitsanpassung (Adaptation) ermöglicht es uns, sowohl bei hellem Sonnenlicht als auch bei Dämmerung zu sehen. Diese Anpassung kann von wenigen Sekunden bis zu 30 Minuten dauern.
Sehschärfe (Visus)
Die Sehschärfe beschreibt die Fähigkeit des Auges, Details zu erkennen. Sie wird in Bruchform angegeben (z.B. 20/20 oder 1,0). Eine normale Sehschärfe beträgt 1,0, was bedeutet, dass man in 6 Metern Entfernung Buchstaben erkennen kann, die für diese Distanz standardisiert sind.
Häufige Augenerkrankungen
Augenerkrankungen können das Sehvermögen erheblich beeinträchtigen und die Lebensqualität mindern. Hier sind die wichtigsten Augenkrankheiten und ihre Charakteristika.
Refraktionsfehler (Fehlsichtigkeiten)
Kurzsichtigkeit (Myopie) ist die häufigste Fehlsichtigkeit weltweit. Betroffene sehen nahe Gegenstände scharf, ferne Objekte erscheinen unscharf. Die Ursache liegt meist in einem zu langen Augapfel oder einer zu starken Brechkraft der Hornhaut. Kurzsichtigkeit kann durch Brille, Kontaktlinsen oder refraktive Chirurgie korrigiert werden.
Weitsichtigkeit (Hyperopie) ist das Gegenteil der Kurzsichtigkeit – ferne Objekte werden schärfer gesehen als nahe. Bei jungen Menschen kann die Akkommodationsfähigkeit der Linse diesen Fehler oft kompensieren, mit zunehmendem Alter wird jedoch eine Korrektur notwendig.
Alterssichtigkeit (Presbyopie) tritt typischerweise ab dem 40. Lebensjahr auf und ist ein natürlicher Alterungsprozess. Die Augenlinse verliert zunehmend ihre Elastizität, wodurch das Sehen in der Nähe schwieriger wird. Lesebrillen oder Gleitsichtbrillen können Abhilfe schaffen.
Astigmatismus (Hornhautverkrümmung) entsteht durch eine unregelmäßige Form der Hornhaut oder Linse. Dadurch werden Lichtstrahlen nicht punktförmig, sondern stabförmig abgebildet, was zu unscharfem Sehen führt. Eine Korrektur ist durch spezielle Brillengläser oder Kontaktlinsen möglich.
Grauer Star (Katarakt)
Der Graue Star ist eine Trübung der natürlichen Augenlinse und die häufigste Ursache für Blindheit weltweit, obwohl sie behandelbar ist. Mit zunehmendem Alter verliert die Linse an Transparenz, wodurch das Sehen zunehmend verschleiert wird. Betroffene berichten oft über verstärkte Blendempfindlichkeit, reduzierte Kontrastwahrnehmung und das Gefühl, durch einen Schleier zu blicken.
Die einzige wirksame Behandlung ist eine Operation, bei der die getrübte Linse entfernt und durch eine künstliche Intraokularlinse ersetzt wird. Dieser Eingriff gehört zu den häufigsten und erfolgreichsten Operationen der Medizin.
Grüner Star (Glaukom)
Das Glaukom ist eine Gruppe von Augenerkrankungen, die den Sehnerv schädigen und unbehandelt zur Blindheit führen können. Oft, aber nicht immer, ist ein erhöhter Augeninnendruck die Ursache. Besonders tückisch ist, dass die Erkrankung lange Zeit ohne spürbare Symptome verläuft.
Es gibt verschiedene Formen des Glaukoms, das häufigste ist das primäre Offenwinkelglaukom. Die Behandlung erfolgt meist medikamentös durch augendrucksenkende Tropfen, bei Bedarf können auch Laser- oder chirurgische Eingriffe notwendig werden. Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend für die Prognose.
Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)
Die AMD ist die häufigste Ursache für schwere Sehbehinderungen bei Menschen über 60 Jahren in Deutschland. Sie betrifft die Makula, den Bereich der Netzhaut, der für scharfes, zentrales Sehen verantwortlich ist.
Man unterscheidet zwischen der trockenen und der feuchten Form. Die trockene AMD entwickelt sich langsam und ist häufiger, die feuchte Form verläuft schneller und schwerwiegender. Symptome sind verschwommenes oder verzerrtes zentrales Sehen, Schwierigkeiten beim Lesen und dunkle Flecken im Gesichtsfeld. Während für die trockene Form noch keine spezifische Behandlung existiert, kann die feuchte AMD mit speziellen Injektionen ins Auge behandelt werden.
Diabetische Retinopathie
Diese Augenerkrankung tritt als Folge von Diabetes mellitus auf und ist eine der Hauptursachen für Blindheit bei Erwachsenen. Chronisch erhöhte Blutzuckerwerte schädigen die kleinen Blutgefäße der Netzhaut. In frühen Stadien verläuft die Erkrankung meist symptomlos.
Diabetiker sollten regelmäßige Augenuntersuchungen durchführen lassen, da eine frühzeitige Behandlung das Fortschreiten der Erkrankung aufhalten kann. Die beste Prävention ist eine optimale Blutzuckerkontrolle.
Netzhautablösung
Eine Netzhautablösung ist ein augenärztlicher Notfall, bei dem sich die lichtempfindliche Netzhaut von der darunterliegenden Schicht löst. Warnzeichen sind plötzlich auftretende Lichtblitze, eine Zunahme von „fliegenden Mücken“ (Mouches volantes) oder ein Schatten im Gesichtsfeld.
Bei diesen Symptomen muss sofort ein Augenarzt aufgesucht werden, da nur eine schnelle Behandlung den Sehverlust verhindern kann. Die Behandlung erfolgt meist operativ.
Bindehautentzündung (Konjunktivitis)
Eine Bindehautentzündung ist eine der häufigsten Augenerkrankungen. Sie kann viral, bakteriell oder allergisch bedingt sein. Typische Symptome sind rote, tränende Augen, Juckreiz und manchmal eitriger Ausfluss.
Die virale Form ist hoch ansteckend, während allergische Bindehautentzündungen nicht übertragbar sind. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und sollte von einem Augenarzt festgelegt werden.
Trockene Augen (Sicca-Syndrom)
Das Sicca-Syndrom wird immer häufiger, besonders bei Menschen, die viel am Bildschirm arbeiten. Die Augen produzieren zu wenig Tränenflüssigkeit oder diese verdunstet zu schnell. Symptome sind brennende, juckende oder müde Augen, paradoxerweise manchmal auch tränende Augen.
Ursachen können Alter, hormonelle Veränderungen, bestimmte Medikamente oder Umweltfaktoren sein. Die Behandlung erfolgt meist mit befeuchtenden Augentropfen, bei schweren Fällen können andere therapeutische Maßnahmen erforderlich werden.
Gerstenkorn und Hagelkorn
Ein Gerstenkorn ist eine akute, meist bakterielle Entzündung der Lidranddrüsen, die sich als schmerzhafter, roter Knoten am Lidrand zeigt. Ein Hagelkorn hingegen ist eine chronische, meist schmerzlose Schwellung durch eine verstopfte Talgdrüse.
Während Gerstenkörner oft von selbst abheilen, können Hagelkörner persistieren und erfordern manchmal einen kleinen chirurgischen Eingriff.
Symptome, die auf Augenprobleme hinweisen
Bestimmte Symptome sollten ernst genommen und zeitnah augenärztlich abgeklärt werden, da sie auf schwerwiegende Augenerkrankungen hinweisen können.
Warnsignale ernst nehmen
Folgende Symptome erfordern eine sofortige augenärztliche Untersuchung:
- Plötzlicher, teilweiser oder vollständiger Sehverlust
- Plötzlich auftretende Doppelbilder
- Lichtblitze oder eine starke Zunahme von Mouches volantes
- Starke Augenschmerzen, besonders mit Übelkeit und Erbrechen
- Plötzliche starke Rötung und Schwellung
- Schatten oder Vorhang im Gesichtsfeld
- Starke Lichtempfindlichkeit
- Verzerrtes Sehen (gerade Linien erscheinen wellig)
Augen als Fenster zur Körpergesundheit
Augenuntersuchungen können wichtige Hinweise auf allgemeine Gesundheitsprobleme geben. Augenärzte können Anzeichen für Bluthochdruck, Diabetes, erhöhte Cholesterinwerte, Autoimmunerkrankungen, neurologische Probleme und Schilddrüsenerkrankungen bereits erkennen, bevor andere Symptome auftreten.
Augengesundheit: Prävention und Vorsorge
Regelmäßige Vorsorge und ein bewusster Lebensstil können dazu beitragen, die Augengesundheit lange zu erhalten und Erkrankungen frühzeitig zu erkennen.
Regelmäßige Augenuntersuchungen
Die Häufigkeit augenärztlicher Untersuchungen richtet sich nach Alter und Risikofaktoren:
- Kinder und Jugendliche: Erste Untersuchung mit 30-42 Monaten, dann vor Schulbeginn und bei Auffälligkeiten
- Erwachsene (20-40 Jahre): Alle 2-4 Jahre bei Beschwerdefreiheit
- Ab 40 Jahren: Alle 2 Jahre, jährlich bei familiärer Glaukom-Belastung
- Ab 60 Jahren: Jährliche Kontrollen empfohlen
Bei einer augenärztlichen Untersuchung werden Sehschärfe, Augeninnendruck, Augenhintergrund und bei Bedarf das Gesichtsfeld überprüft.
Tipps für gesunde Augen
Augenschonende Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse unterstützt die Augengesundheit. Besonders wichtig sind Vitamin A (in Karotten, Süßkartoffeln), Vitamin C und E (in Zitrusfrüchten, Nüssen), Omega-3-Fettsäuren (in Fisch) sowie Lutein und Zeaxanthin (in grünem Blattgemüse).
UV-Schutz: Eine hochwertige Sonnenbrille mit 100-prozentigem UV-Schutz schützt vor schädlichen UV-Strahlen, die das Risiko für Katarakt und Makuladegeneration erhöhen können.
Bildschirmarbeit: Die 20-20-20-Regel hilft bei der Computerarbeit: Alle 20 Minuten für 20 Sekunden auf einen Punkt in 20 Fuß (ca. 6 Meter) Entfernung schauen. Ein ergonomisch eingerichteter Arbeitsplatz mit angemessener Beleuchtung reduziert die Augenbelastung.
Weitere wichtige Faktoren: Ausreichend Schlaf, Verzicht auf Rauchen, regelmäßige körperliche Aktivität und eine angemessene Luftfeuchtigkeit in Innenräumen tragen zur Augengesundheit bei.
Schutz vor Augenverletzungen
Bei Arbeiten mit Chemikalien, beim Heimwerken oder bei risikoreichen Sportarten sollten immer geeignete Schutzbrillen getragen werden. Kontaktlinsenträger sollten auf peinliche Hygiene achten und die Linsen ordnungsgemäß pflegen.
Wann sollten Sie einen Augenarzt aufsuchen?
Neben den bereits erwähnten Notfallsymptomen gibt es weitere Situationen, in denen eine augenärztliche Untersuchung ratsam ist.
Akute Notfälle
Bei plötzlichem Sehverlust, starken Augenschmerzen mit Übelkeit, Verletzungen am Auge oder Verätzungen sollten Sie umgehend die Notaufnahme aufsuchen oder den Rettungsdienst rufen.
Routineuntersuchungen
Regelmäßige Kontrollen sind besonders wichtig bei bestehenden Augenerkrankungen, Diabetes, Bluthochdruck oder familiärer Vorbelastung für Augenerkrankungen. Auch bei nachlassender Sehschärfe, häufigen Kopfschmerzen oder Augenmüdigkeit sollte eine Untersuchung erfolgen.
Unterschied: Augenarzt vs. Optiker
Augenärzte sind Mediziner mit einer spezialisierten Ausbildung in Augenheilkunde. Sie können Krankheiten diagnostizieren und behandeln, Medikamente verschreiben und Operationen durchführen. Optiker sind hingegen Fachleute für Sehhilfen – sie führen Sehtests durch, passen Brillen und Kontaktlinsen an, können aber keine medizinischen Diagnosen stellen oder Krankheiten behandeln.
Moderne Diagnostik und Behandlungsmethoden
Die Augenmedizin hat in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht, sowohl in der Diagnostik als auch in den Behandlungsmöglichkeiten.
Diagnostische Verfahren
Moderne Diagnoseverfahren ermöglichen eine präzise Untersuchung der Augenstrukturen. Die Optische Kohärenztomografie (OCT) erstellt hochaufgelöste Querschnittbilder der Netzhaut und ermöglicht die frühzeitige Erkennung von Veränderungen. Die Gesichtsfeldmessung (Perimetrie) überprüft das periphere Sehen und ist besonders wichtig bei der Glaukom-Diagnostik.
Die Spaltlampenuntersuchung erlaubt eine detaillierte Betrachtung der vorderen Augenabschnitte, während die Augendruckmessung (Tonometrie) erhöhten Augeninnendruck aufdecken kann.
Behandlungsmöglichkeiten im Überblick
Konservative Behandlungen umfassen die Korrektion von Fehlsichtigkeiten durch Brillen und Kontaktlinsen sowie medikamentöse Therapien. Bei medikamentösen Behandlungen ist es wichtig, vor der Anwendung jeglicher Augentropfen oder systemischer Medikamente einen Augenarzt zu konsultieren, da eine individuelle Beratung und Überwachung erforderlich ist.
Chirurgische Verfahren haben sich stark weiterentwickelt. Refraktive Operationen wie LASIK oder PRK können Fehlsichtigkeiten dauerhaft korrigieren. Die moderne Kataraktchirurgie ist zu einem Routineeingriff geworden, und innovative Netzhautoperationen können auch komplexe Erkrankungen erfolgreich behandeln.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Wie oft sollte ich meine Augen untersuchen lassen?
Die Empfehlung richtet sich nach dem Alter: bis 40 Jahre alle 2-4 Jahre, ab 40 alle 2 Jahre und ab 60 jährlich. Bei Risikofaktoren sind häufigere Kontrollen erforderlich.
Können Augenübungen das Sehvermögen verbessern?
Augenübungen können bei bestimmten Problemen wie Augenmüdigkeit hilfreich sein, können aber Fehlsichtigkeiten nicht korrigieren oder Krankheiten heilen.
Sind Bildschirme schädlich für die Augen?
Bildschirme verursachen keine dauerhaften Schäden, können aber zu Augenmüdigkeit und trockenen Augen führen. Regelmäßige Pausen und eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung helfen.
Was bedeuten schwarze Punkte im Sichtfeld?
„Mouches volantes“ sind meist harmlose Glaskörpertrübungen. Eine plötzliche Zunahme kann jedoch auf eine Netzhautablösung hinweisen und sollte sofort untersucht werden.
Können Augenerkrankungen vererbt werden?
Ja, viele Augenerkrankungen haben eine genetische Komponente. Bei familiärer Belastung sind frühere und häufigere Vorsorgeuntersuchungen empfehlenswert.
Fazit
Die Augen sind nicht nur unser wichtigstes Sinnesorgan, sondern auch ein wertvolles Fenster zu unserer allgemeinen Gesundheit. Das Verständnis der Augenanatomie und -funktion hilft uns dabei, die Bedeutung einer guten Augengesundheit zu schätzen und Warnsignale rechtzeitig zu erkennen.
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, ein bewusster Lebensstil und der Schutz vor schädlichen Einflüssen können dazu beitragen, unser Sehvermögen lange zu erhalten. Bei auftretenden Symptomen oder Veränderungen sollten Sie nicht zögern, einen Augenarzt aufzusuchen – viele Augenerkrankungen sind gut behandelbar, wenn sie früh erkannt werden.
Ihre Augengesundheit ist ein wertvolles Gut, das Aufmerksamkeit und Pflege verdient. Investieren Sie in regelmäßige Kontrollen und einen augenfreundlichen Lebensstil – Ihre Augen werden es Ihnen danken.
Fuente de referencia:
- Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG)
- Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V.
- Kuratorium Gutes Sehen e.V.
- Robert Koch-Institut
- World Health Organization (WHO)
- American Academy of Ophthalmology
- PubMed – National Center for Biotechnology Information
Wichtiger medizinischer Hinweis
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