Makuladegeneration: Symptome, Diagnose und Behandlung
Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist eine der häufigsten Ursachen für Sehverlust bei Menschen über 50 Jahren in Deutschland. Diese fortschreitende Netzhauterkrankung betrifft die Makula, den zentralen Bereich der Netzhaut, der für scharfes Sehen verantwortlich ist. Etwa 4,5 Millionen Deutsche leiden unter verschiedenen Formen der Makuladegeneration, wobei die Erkrankung mit zunehmendem Alter häufiger auftritt.
Die Makula ermöglicht uns das Lesen, Autofahren und Erkennen von Gesichtern. Bei einer Makuladegeneration verschlechtert sich die zentrale Sehkraft graduell, während das periphere Sehen meist erhalten bleibt. Dies bedeutet, dass Betroffene nicht vollständig erblinden, jedoch erhebliche Einschränkungen im Alltag erfahren können.
Was ist Makuladegeneration?
Die Makula ist ein nur wenige Millimeter großer Bereich im Zentrum der Netzhaut (Retina), der die höchste Dichte an Sehzellen aufweist. Diese Region ist entscheidend für:
- Scharfes, detailliertes Sehen
- Farbwahrnehmung
- Zentrale Sehschärfe
- Lese- und Naharbeitsfähigkeit
Bei der altersbedingten Makuladegeneration kommt es zu degenerativen Veränderungen in der Makula. Diese entstehen durch den natürlichen Alterungsprozess, können aber durch verschiedene Faktoren beschleunigt werden. Die Netzhaut wird nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt, was zu einer allmählichen Verschlechterung der Sehfunktion führt.
Formen der Makuladegeneration
Trockene Makuladegeneration
Die trockene Form der AMD macht etwa 80-85% aller Fälle aus und entwickelt sich langsam über Jahre oder Jahrzehnte. Charakteristisch sind sogenannte Drusen – gelbliche Ablagerungen unter der Netzhaut, die sich aus Stoffwechselprodukten zusammensetzen.
Die trockene Makuladegeneration durchläuft verschiedene Stadien:
- Frühes Stadium: Kleine bis mittelgroße Drusen, meist ohne Symptome
- Mittleres Stadium: Größere Drusen, erste Pigmentveränderungen
- Spätes Stadium: Geographische Atrophie mit Absterben von Netzhautgewebe
Feuchte Makuladegeneration
Die feuchte AMD betrifft nur 15-20% der Patienten, ist jedoch für etwa 90% der schweren Sehverluste verantwortlich. Bei dieser Form wachsen abnormale Blutgefäße unter die Netzhaut, die Flüssigkeit und Blut austreten lassen können.
Die feuchte Makuladegeneration kann sich rasch entwickeln und innerhalb von Wochen oder Monaten zu erheblichem Sehverlust führen. Eine trockene AMD kann in eine feuchte Form übergehen, weshalb regelmäßige Kontrollen essentiell sind.
Symptome der Makuladegeneration
Die Symptome der AMD entwickeln sich meist schleichend und können zunächst unbemerkt bleiben, da das gesunde Auge Defizite kompensiert.
Frühe Symptome
- Verschlechterung des Kontrastsehens
- Schwierigkeiten beim Lesen kleiner Schrift
- Erhöhter Lichtbedarf für Naharbeiten
- Probleme bei der Gesichtserkennung
- Langsamere Anpassung von hell zu dunkel
Fortgeschrittene Symptome
- Verzerrtes Sehen (gerade Linien erscheinen wellig)
- Dunkler oder verschwommener Fleck im Zentrum des Gesichtsfeldes
- Deutliche Verschlechterung der Lesefähigkeit
- Beeinträchtigung der Farbwahrnehmung
- Schwierigkeiten bei Aktivitäten des täglichen Lebens
Amsler-Gitter-Test
Ein einfacher Selbsttest zu Hause ist der Amsler-Gitter-Test. Dabei betrachtet man ein Gitternetz aus geraden Linien:
- Test mit einem Auge durchführen (das andere abdecken)
- Gitternetz in 30 cm Entfernung betrachten
- Auf den zentralen Punkt fokussieren
- Prüfen, ob alle Linien gerade und gleichmäßig erscheinen
Erscheinen Linien wellig, unterbrochen oder fehlen Bereiche, sollte umgehend ein Augenarzt konsultiert werden.
Ursachen und Risikofaktoren
Die altersbedingte Makuladegeneration entsteht durch eine Kombination verschiedener Faktoren:
Hauptrisikofaktoren
- Alter: Das Risiko steigt ab 50 Jahren deutlich an
- Genetische Veranlagung: Familiengeschichte erhöht das Risiko um das 3-4fache
- Rauchen: Verdoppelt bis vervierfacht das AMD-Risiko
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Bluthochdruck und Arteriosklerose
- UV-Strahlung: Langjährige Sonnenexposition ohne Schutz
- Ernährung: Mangel an Antioxidantien und Omega-3-Fettsäuren
- Übergewicht: Erhöht das Risiko für AMD-Progression
Diagnose der Makuladegeneration
Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend für den Behandlungserfolg. Ab dem 50. Lebensjahr werden regelmäßige augenärztliche Untersuchungen empfohlen.
Diagnostische Verfahren
Anamnese und Symptombefragung: Der Arzt erfragt Beschwerden, Familiengeschichte und Risikofaktoren.
Sehschärfetest: Bestimmung der zentralen Sehschärfe mit Sehtafeln in verschiedenen Entfernungen.
Augenspiegelung (Funduskopie): Untersuchung des Augenhintergrundes zur Beurteilung der Netzhaut und Makula. Drusen, Pigmentveränderungen und andere AMD-Zeichen werden sichtbar.
Optische Kohärenztomographie (OCT): Dieses bildgebende Verfahren erstellt hochaufgelöste Querschnittsbilder der Netzhaut und ist der Goldstandard zur Diagnose und Verlaufskontrolle.
Fluoreszenzangiographie: Darstellung der Netzhautgefäße mittels Kontrastmittel, besonders wichtig bei Verdacht auf feuchte AMD.
Behandlung der Makuladegeneration
Behandlung der feuchten Makuladegeneration
Die feuchte AMD erfordert eine sofortige Behandlung, um weitere Sehverluste zu verhindern. Die wichtigste Therapieform ist die intravitreale Medikamenteneingabe (IVOM).
Bei dieser Behandlung werden spezielle Medikamente direkt in den Glaskörper des Auges injiziert. Diese Medikamente hemmen das abnormale Gefäßwachstum und können die Krankheitsprogression aufhalten oder verlangsamen. Die Behandlung erfolgt meist in mehreren Phasen mit regelmäßigen Kontrollen.
Wichtiger Hinweis: Die Behandlung der feuchten AMD erfordert eine individuelle medikamentöse Therapie. Sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Augenarzt über die für Sie geeigneten Behandlungsoptionen und mögliche Nebenwirkungen.
Behandlung der trockenen Makuladegeneration
Für die trockene AMD gibt es derzeit keine zugelassene Heilung. Der Fokus liegt auf der Verlangsamung der Krankheitsprogression und der Unterstützung der Sehfunktion.
Nahrungsergänzungsmittel: Studien haben gezeigt, dass bestimmte Vitamin- und Mineralstoffkombinationen das Fortschreiten der AMD verlangsamen können. Diese enthalten typischerweise Antioxidantien wie Vitamin C und E, sowie Lutein, Zeaxanthin und Zink.
Neue Therapieansätze: Verschiedene innovative Behandlungsformen befinden sich in der klinischen Erprobung, darunter Gentherapien und Stammzellbehandlungen.
Unterstützende Maßnahmen
- Vergrößerungshilfen und spezielle Sehhilfen
- Low-Vision-Training zur optimalen Nutzung des Restsehvermögens
- Anpassung der Wohnungsbeleuchtung
- Technische Hilfsmittel wie Bildschirmlesegeräte
Prävention und Lebensstil
Ernährung für gesunde Augen
Eine augengesunde Ernährung kann das AMD-Risiko reduzieren:
- Grünes Blattgemüse: Spinat, Grünkohl und Brokkoli enthalten viel Lutein und Zeaxanthin
- Fisch: Lachs, Makrele und andere fettreiche Fische liefern Omega-3-Fettsäuren
- Nüsse und Samen: Walnüsse und Leinsamen für zusätzliche Omega-3-Fettsäuren
- Beeren und Zitrusfrüchte: Reich an Vitamin C und Antioxidantien
- Eier: Enthalten Lutein und Zeaxanthin in gut verfügbarer Form
Lebensstilmodifikationen
Raucherentwöhnung: Dies ist der wichtigste Schritt zur AMD-Prävention. Rauchen verdoppelt bis vervierfacht das Erkrankungsrisiko.
UV-Schutz: Tragen Sie eine Sonnenbrille mit 100%igem UV-Schutz, um die Augen vor schädlicher Strahlung zu schützen.
Regelmäßige Bewegung: Körperliche Aktivität fördert die Durchblutung und kann das AMD-Risiko senken.
Gewichtskontrolle: Übergewicht erhöht das Risiko für AMD-Progression.
Leben mit Makuladegeneration
Hilfsmittel und Alltagsunterstützung
Moderne Hilfsmittel können die Lebensqualität von AMD-Patienten erheblich verbessern:
- Elektronische Lupen und Bildschirmlesegeräte
- Spracherkennungssoftware und Vorlesesysteme
- Smartphone-Apps mit Vergrößerungsfunktionen
- Beleuchtungshilfen für bessere Kontraste
- Kantenfilter-Brillen zur Kontrastverbesserung
Praktische Alltagstipps
- Optimieren Sie die Beleuchtung in Ihrem Zuhause
- Verwenden Sie kontrastreiche Markierungen
- Organisieren Sie Gegenstände immer am gleichen Ort
- Nutzen Sie große Schriften und starke Kontraste
- Etablieren Sie feste Routinen im Alltag
Häufig gestellte Fragen
Kann man AMD heilen?
Derzeit gibt es keine Heilung für AMD. Für die feuchte Form stehen jedoch effektive Behandlungen zur Verfügung, die das Fortschreiten aufhalten können.
Führt Makuladegeneration zur Blindheit?
AMD führt nicht zur vollständigen Erblindung. Das periphere Sehen bleibt erhalten, sodass Orientierung und Mobilität möglich bleiben.
Wie schnell schreitet AMD fort?
Die trockene Form entwickelt sich langsam über Jahre. Die feuchte Form kann sich rasch verschlechtern und erfordert sofortige Behandlung.
Ist AMD vererbbar?
Ja, genetische Faktoren spielen eine wichtige Rolle. Menschen mit AMD in der Familiengeschichte haben ein 3-4fach erhöhtes Risiko.
Wann sollte ich zum Augenarzt?
Bei ersten Sehveränderungen, spätestens aber ab dem 50. Lebensjahr sollten regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen erfolgen.
Zusammenfassung
Die altersbedingte Makuladegeneration ist eine ernst zu nehmende Netzhauterkrankung, die rechtzeitig erkannt und behandelt werden sollte. Während für die trockene Form präventive Maßnahmen im Vordergrund stehen, kann die feuchte AMD heute erfolgreich behandelt werden. Eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung, Verzicht aufs Rauchen und regelmäßigen Augenkontrollen trägt wesentlich zur Vorbeugung bei.
Bei ersten Anzeichen von Sehveränderungen zögern Sie nicht, einen Augenarzt aufzusuchen. Je früher eine AMD erkannt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten und die Prognose für den Erhalt der Sehkraft.
Fuente de referencia:
- Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft
- Berufsverband der Augenärzte Deutschlands
- PRO RETINA Deutschland e.V.
- AMD-Netz e.V.
- Robert Koch-Institut
Wichtiger medizinischer Hinweis
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